Erste Anfänge im 19. Jahrhundert
Seit den frühen Tagen der modernen Karikatur ist der Sport ein beliebtes Motiv, weil er wie kaum ein anderes gesellschaftliches Feld Emotionen, Konkurrenz und Gemeinschaft vereint. Schon im 19. Jahrhundert, als die Karikatur ihren festen Platz in den Zeitungen und Satiremagazinen fand, nahm sie den aufkommenden Massensport humorvoll aufs Korn. Britische und französische Zeichner wie George Cruikshank oder Honoré Daumier griffen die Gestalt des ehrgeizigen Athleten ebenso auf wie die Eitelkeit des Siegers und die übertriebene Körperkultur ihrer Zeit.
Mit der Industrialisierung und der Entstehung moderner Sportarten wandelte sich auch die Karikatur: der Sport wurde zu einem Spiegel gesellschaftlicher Werte. Zeichner begannen nicht mehr nur das Spielgeschehen zu karikieren, sondern auch die wirtschaftlichen und politischen Dimensionen des Sports. Die Olympischen Spiele, seit 1896 Symbol für internationale Fairness, wurden regelmäßig karikaturistisch kommentiert – etwa wenn Patriotismus und Kommerz die Idee des Sports zu überlagern drohten. Karikaturen boten ein Ventil für Kritik: Sie überzeichneten nationale Überheblichkeit, das Geschäft mit Rekorden oder die Heldenverehrung um einzelne Athleten und enthüllten so die Ambivalenz zwischen sportlichem Ideal und gesellschaftlicher Realität.
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Die Sisyphos-Aufgabe unserer Sporthelden
ED WARNER

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Helmut Digel, Andreas Weber
unter Mitarbeit von Albrecht Hummel
Es gibt in Europa mit Deutschland, Österreich und Schweiz drei deutschsprachige Staaten. Betrachtet man als interessierter Zuschauer[1] die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender dieser drei Staaten und hat man dabei deren Sportsendungen im Blick, so wird man sehr schnell zu der Vermutung kommen, dass es in jedem dieser Staaten eine eigenständige Sportkultur gibt. Wohl gibt es in der Präsentation des Sports viele Gemeinsamkeiten. Doch die Antwort auf die Frage welcher Sport, wie präsentiert wird, kann ganz unterschiedlich ausfallen. Dies lässt sich zum Beispiel bei einer Liveübertragung eines Abfahrtslaufs im österreichischen Fernsehen im Vergleich zur Übertragung desselben Ereignisses durch die ARD oder das ZDF ebenso schnell erkennen, wie bei der Übertragung eines Fußballspiels der deutschen Nationalmannschaft im Vergleich zu einer Übertragung im schweizer Radio und Fernsehen (SRF), wenn die Nationalmannschaft der Schweiz spielt. Im Folgenden soll versucht werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der drei deutschsprachigen Sportkulturen etwas genauer zu betrachten.
Ein differenzierender Blick auf die drei europäischen Länder verweist dabei auf verschiedene historische Wurzeln des Sporttreibens im 19.Jahrhundert, auf länderspezifische Entwicklungspfade und zum Teil sehr unterschiedliche Entwicklungsbedingungen in diesen Ländern nach 1945. Die Teilung Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg, die jahrzehntelange Existenz zweier deutscher Staaten (1949–1990) mit festen Blockbindungen (NATO und Warschauer Pakt), die zeitweilige Eingliederung von Österreich in das Staatsgebilde des nationalsozialistischen Großdeutschen Reiches (1938–1945), die auferlegte Verpflichtung zur dauerhaften Bündnisfreiheit Österreichs durch das dortige Bundesverfassungsgesetz vom 26. Oktober 1955 und die über zweihundertjährige, kultivierte Neutralität der Schweiz haben politische, ökonomische und weltanschauliche Rahmenbedingungen geschaffen, die in den Sportkulturen dieser Länder ihre Spuren hinterlassen haben.
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Helmut Digel
Vorbemerkung
Ein Montagabend im Februar 2025. In der Sporthalle der Realschule Marquartstein haben sich um 19.00 Uhr ein Dutzend „Montags Turner“ des TSV Marquartstein – kreisförmig angeordnet –, auf ihren Gymnastikmatten versammelt. In der Mitte des Kreises gibt Michi Heiler die Bewegungsaufgaben vor, die die versammelten Herren auszuführen haben. Michi ist ein schlankes „Leichtgewicht“. 85 Jahre alt. Hat sein ganzes Leben Sport getrieben. Seit vielen Jahren leitet er die Gruppe der „Montagsturner“ als ehrenamtlicher Übungsleiter. Mittlerweile fällt auch ihm manche Übung schwer. Doch die Standwaage, Liegestützen und einbeiniges Balancieren sind für ihn kein Problem. Mit gestreckten Beinen kommt er mit seinen Fingerspitzen noch immer an jede Stelle am Boden, die er als Ziel vorgibt. Erstaunlich viele der Turngruppe sind weder übergewichtig noch sind sie in ihrer Beweglichkeit besonders eingeschränkt. Die Lauf-und Aufwärmübungen zum Beginn der Übungsstunden machen ihnen keine Probleme und bei den Gymnastikübungen auf der Matte ist ihre Nachahmung dessen, was Michi vormacht, nahezu perfekt. Einige sind aber auch etwas schwergewichtig und das Laufen kommt eher einem Gehen gleich. Mancher kommt auch etwas später, weil ihm selbst das schnelle Gehen zu schwerfällt und er nur noch die Übungen auf der Matte für sich als geeignet empfindet. Die Mehrheit der Montagsturner hat so wie ich das 80. Lebensjahr bereits überschritten. Ich selbst tue mich – angesichts meines Übergewichts und meiner kaputten Knie und Füße – beim Warmlaufen sehr schwer und freue mich nahezu sehnsüchtig darauf, wenn wir uns endlich auf die Matte legen dürfen, um dann den Rest der Montagsturnstunde mit Übungen am Boden zu verbringen.
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Ein Nachruf
Freundschaften tun Menschen gut. Sie sind in der heutigen Zeit dringender denn je. Die Freundschaft, die Bernd Mühleisen seiner Sportgemeinschaft, der Handballabteilung des SV Möhringen geschenkt hat, war etwas ganz Besonderes. In Möhringen wurden die Worte „SVM“ und „Handball“ zu einem Synonym, das über mehrere Jahrzehnte die Kommunikation in Möhringen, in Stuttgart und weit über Stuttgart hinaus geprägt hat. Dieses Synonym wurde von niemandem anderen so eindrucksvoll verkörpert, wie dies bei Bernd Mühleisen der Fall war. Die Worte „SVM“ und „Handball“ hatten für ihn dabei eine äußerst komplexe Bedeutung.

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Ich hatte ihn bereits viele Jahre vorher kennen gelernt. Seine Stimme war mir aus dem Fernsehen und seinen Tennisübertragungen des Daviscups bereits bestens bekannt. Persönlich hatte ich ihn auch bereits bei Fortbildungsveranstaltungen der Evangelischen Akademie in Bad Boll kennen gelernt, wo er mit seinem damaligen Chef Rudi Michel und seinen SWF- Kollegen immer ein gern gesehener Gast war und er mit seinen kritischen Fragen und Beiträgen die damals noch selbstverständlichen vor- und nachbereitenden Veranstaltungen bereicherte, die zum Beispiel aus einem Anlass wie der Fußball Weltmeisterschaft in Argentinien oder sämtlicher Olympscher Spiele stattgefunden gefunden haben.
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Unser Freund, Sportwissenschaftler, Trainer, Spitzenathlet und sorgender Ehemann Henner Misersky ist tot. Er hatte sein Leben dem Sport gewidmet, dem Fair Play, der Würde des Sports und den von ihm trainierten Sportlern. Er war ein außergewöhnlicher Mensch: engagiert für den Sport, seinen Sportschülern, der Gesellschaft und seiner Arbeit in der TH Ilmenau zugewandt. Er war immer bescheiden, aufmerksam seinen Mitmenschen gegenüber, ehrlich und geradlinig im Handeln. Er wuchs in Jena auf, in einer sportbegeisterten Stadt mit großem Ruf und großen Namen in der internationalen Welt des Sports. Hier lief Henner seine ersten Runden auf den Aschenbahnen im „Paradies“ oder auf dem „Forst“.
In seiner glanzvollen Laufbahn in der Leichtathletik wurde er 1965 Vizemeister und 1966 und 1971 Dritter der DDR- Meisterschaften auf der 3000 m Hindernis-Strecke.
Der Sport kann die wichtigsten Eigenschaften eines Menschen formen: Wille, Ausdauer und Beharrlichkeit, Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit. Weiterlesen →
Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ist es längst üblich geworden, die Olympischen Spiele und insbesondere das Internationale Olympische Komitee mit all dem Fernsehen zur Verfügung stehenden Mitteln infrage zu stellen. Jüngstes Beispiel war eine sogenannte ARD-Dokumentation zur besten Sendezeit an einem Sonntagabend im Mai dieses Jahres, in dem zwei Autoren (Kempe/Klees) eine ideologische Montage präsentierten, die an Einseitigkeit nicht zu übertreffen war. Weiterlesen →
Wie ist es, Großvater zu sein, wenn man als Vater immer zu wenig Zeit für seine Kinder hatte? Unser Autor, 79, holt mit den Enkeln viel nach.
Ein Gastbeitrag von Michael Gernandt
Einer dieser wunderbaren Tage im Herbst. Gleißendes Licht aus tiefstehender, immer noch behaglich milder Sonne; erwartungsfroh gestimmte Menschen am Rand des Hockey-Spielfelds. Ein Tag demnach, von dem die angenehmen Momente haften bleiben würden — wenn da nicht der Vorfall mit 14-jährigen Paula gewesen wäre. Weiterlesen →
Ein Gastbeirag von Theo Rous
Dr. Otto Peltzer (1900-1970), vielfacher Deutscher Meister, Olympiateilnehmer 1928 und 1932, Weltrekordler über 800 und 1500 m, KZ-Häftling
Das Jahrhundertereignis
„Alles ist wieder so nahe als sei es erst vor zwei oder drei Jahren gewesen. Vier Läufer sammelten sich am Start: Paavo Nurmi, der auf dieser 1500-m-Strecke Olympiasieger und der amtierende Weltrekordler war. Edwin Wide, der Schullehrer aus Schweden, der dessen und der anderen Finnen großer Gegner im 5000-m-Lauf war. Herbert Böcher, ein großes Talent, aber noch nicht ausgereift. Und schließlich Otto Peltzer, dessen Bestzeit in diesen letzten Augenblicken vor dem Start auf 3:58,6 Minuten stand.“ Dies schreibt fast ein halbes Jahrhundert später ein Augenzeuge, der Berliner Heinz Cavalier, Chefredakteur der Zeitschrift „Leichtathletik“, aus Anlass des 70.Geburtstages von Otto Peltzer. Weiterlesen →