Gastbeitrag

Ein Versuch, den verrückten Transfermarkt der englischen Premier League zu verstehen

Gastbeitrag

ED WARNER

SEP 03, 2026

„Verkauft Armstrong nicht, Harrison Armstrong. Ich glaube einfach nicht, dass ihr das versteht. Wenn ihr Armstrong, Harrison Armstrong verkauft, werdet ihr einen Aufstand erleben.“ Everton-Fans am Samstag in Bournemouth

„Nach allem, was ich in den letzten Jahren durchgemacht habe, habe ich beschlossen, dass NIE WIEDER jemand über meine Zukunft entscheiden wird… Ich bin geblieben und habe mein Leben gegeben. Also hoffe ich, dass sie meine Situation mit demselben Respekt behandeln, den ich immer für die Spurs hatte… Versucht einfach nicht, für mich zu entscheiden.“ Richarlison postet auf Instagram

Das Fußball-Transferfenster schloss am Dienstagabend. Mehr als 3 Milliarden Pfund wurden von den Vereinen der Premier League den zweiten Sommer in Folge ausgegeben. Letztendlich hat Everton seinen Eigengewächs-Mittelfeldspieler Harrison Armstrong nicht verkauft, nachdem Nottingham Forest Berichten zufolge 40 Millionen Pfund für den 19-Jährigen geboten hatte. Und Richarlison, ehemals Everton, befindet sich immer noch im Tottenham Stadium, obwohl es wahrscheinlich eines weiteren Instagram-Posts bedarf, um festzustellen, ob er froh ist, dort zu sein und nicht an einem Ort, an dem er nicht sein wollte, oder ob er lieber woanders wäre.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber dieses Transferfenster hat mich völlig schwindelig gemacht. Zugegeben, ich war durch Cricket abgelenkt und bin erst spät auf die Party der Transferbeobachter gestoßen. Aber selbst der passionierteste Fußballfan, der in der kurzen Zeit zwischen Weltmeisterschaft und Premier League nichts anderes zu tun hat, muss Schwierigkeiten gehabt haben, den Überblick zu behalten. Oder Sinn in den erstaunlich hohen Summen zu sehen, die ausgegeben wurden, und den Geschichten, die dahinterstecken. Ganz zu schweigen von den Squad Cost Rules, die in dieser Saison die Profit and Sustainability Rules ersetzen, und den strengeren finanziellen Auflagen der UEFA für die Vereine, die in Europa antreten. Weiterlesen

Themenzuordnung: Allgemein

Beitrag zur Sportentwicklung

Keiner kennt Weisenseel

GASTBEITRAG

Harald Müller

Vielleicht geht es nur mir so, aber seit dem Ende meiner beruflichen Tätigkeit blicke ich zurück und frage mich, ob ich eigentlich als Leichtathlet etwas in der deutschen Leichtathletik bewirkt habe.

Auslöser für diese Gedanken war eine kurze E-Mail, die ich während der diesjährigen Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham von einem langjährigen Freund erhielt: „Grüße aus dem Sommerurlaub. Keiner kennt hier Karlheinz Weisenseel. Heute 200-m-Finale!“

Diese Nachricht hat mich aufgewühlt. Wenn bereits 2026 kaum noch jemand Karlheinz Weisenseel kennt, einen Athleten, der mich als Kind über viele Jahre beeindruckt hat, was bleibt dann eigentlich von dem, was wir geleistet und bewirkt haben?

Es ist das Thema der „Biographie“ oder, vielleicht treffender, der „Lebensgeschichte“, das mich seitdem nicht mehr losgelassen hat. Je mehr Menschen es gibt, desto mehr unterschiedliche Lebensgeschichten gibt es. Mehr Menschen bedeuten also mehr individuelle Lebensläufe, mehr Interaktionen und mehr soziale Wirkungen. Doch von wie vielen Lebensgeschichten sprechen wir hier eigentlich?

Der Unterschied zwischen Lebensgeschichten und Biographien besteht darin, dass eine Biographie in der Regel voraussetzt, dass das Leben einer Person als biographisch relevant oder interessant bewertet und anschließend dokumentiert und veröffentlicht wird. Eine Lebensgeschichte hingegen kann grundsätzlich von jeder Person erzählt werden, unabhängig davon, ob sie als biographisch relevant angesehen wird.

Und zusätzlich drängte sich der Begriff der „Lebensleistung“ auf, besonders wenn ich mich an die unzähligen begeisterten Leichtathleten erinnere, denen ich auf der ganzen Welt begegnet bin und deren Beitrag zur Leichtathletik weitgehend in Vergessenheit geraten zu sein scheint. Ich meine damit keine (Ex-)Weltmeister oder (Ex-)Weltrekordler, sondern die „gewöhnlichen“ Athleten, Trainer, Kampfrichter und Funktionäre.

Langhamer hat analysiert, was gemeint ist, wenn Historiker von „gewöhnlichen“ Menschen sprechen. Interessant ist ihre These, dass „gewöhnlich“ keine objektive Eigenschaft ist. Was als gewöhnlich oder außergewöhnlich bewertet wird, hängt ab von der Zeit, der Gesellschaft und der Perspektive desjenigen der bewertet und basiert auf den über diesen Menschen zur Verfügung stehenden Dokumentation (Langhamer 2018, S.185f ) Weiterlesen

Themenzuordnung: Allgemein

Essay

Perplexity: Der Erfolg der Schweizer Leichtathletik– nichts wird dem Zufall überlassen

Perplexity (die Fragen an Perplexity stellte Helmut Digel)

Gründe für den außergewöhnlichen Erfolg der Schweiz bei Internationalen Leichtathletik Ereignissen

Der außergewöhnliche Erfolg der Schweiz in der internationalen Leichtathletik der letzten zehn Jahre lässt sich vor allem durch ein sehr gut ausgebautes Fördersystem, eine starke Nachwuchsarbeit und den Effekt der Heim-EM 2014 in Zürich erklären. Dazu kommen mehr Professionalität im Verband, mehr Geld und eine breitere Spitze statt einzelner Ausnahmetalente.

Zentrale Erfolgsfaktoren

– Systematischer Aufbau von unten nach oben. Swiss Athletics setzt stark auf Vereine, regionale Strukturen und viele Trainerinnen und Trainer, statt nur auf wenige zentrale Eliteknotenpunkte.

– Breite Nachwuchsprogramme und frühe internationale Erfahrung. Viele heutige Topathletinnen und -athleten wurden über Programme wie den UBS-Kids-Cup oder Nachwuchsmeisterschaften entdeckt und früh an internationale Wettkämpfe herangeführt.

– Professionalisierung des Trainerwesens. Die Schweiz hat vergleichsweise viele lizenzierte Trainer, darunter viele mit den anspruchsvollsten Qualifikationen, was die Qualität der täglichen Betreuung erhöht.

– Gezielte Nutzung der Heim-EM 2014. Der Heim-Großanlass wirkte als Katalysator, weil er die Sportart sichtbar machte, Motivation erzeugte und den Verband zur Weiterentwicklung des Systems antrieb.

– Mehr Ressourcen. Laut Berichten hat sich das Budget des Verbands in etwa verdoppelt; höhere Beiträge, mehr öffentliche Mittel und mehr Sponsoring verstärkten die Entwicklung.

– Breitere Leistungsdichte. Der Erfolg beruht nicht mehr nur auf wenigen Stars, sondern auf einer ganzen Generation leistungsstarker Athletinnen und Athleten, die auch im Nachwuchs international mithalten.

Die Schweiz hat offenbar nicht einfach mehr Talente, sondern sie erkennt und entwickelt Talente effizienter als früher. Entscheidend ist dabei die Kombination aus breiter Basis, gutem Coaching, frühzeitiger Wettkampferfahrung und finanzieller Stabilität. Weiterlesen

Themenzuordnung: Allgemein

Essay

FIDAL – DLV: Eine vergleichende Betrachtung zum Erfolg der beiden Leichtathletikverbände bei den Europameisterschaften in Birmingham 2026

Liebe Freundinnen und Freunde der Leichtathletik,

Ich möchte dem Vorstand Leistungssport, seinen Trainern und Trainerinnen und vor allem unseren Athletinnen und Athleten der DLV-Nationalmannschaft ganz herzlich zu ihrem großen Erfolg und vor allem zu ihrem vorbildlichen Auftreten bei den Leichtathletik Europameisterschaften in Birmingham gratulieren. Als jemand, der viele Leichtathletik Europameisterschaften, Weltmeisterschaften und Olympische Spiele vor Ort erlebt hat und dem es angesichts seines Alters und seiner etwas angeschlagenen Gesundheit nunmehr nur noch vorbehalten ist, die Leichtathletik im Fernsehen zu verfolgen, für den waren die sechs Tage von Birmingham, trotz tropischer Temperaturen, ein ganz besonderes Sommererlebnis.

Ganz gleich, ob ich die Europameisterschaft bei Eurosport, bei ARD/ZDF oder beim ORF verfolgt habe, von allen Kommentatoren wurden die besonderen Leistungen unserer Mannschaft mit großem Nachdruck gewürdigt. Manche von ihnen wissen, dass mir die internationale und nationale Entwicklung der Leichtathletik schon seit längerer Zeit Sorge bereitet. Das Nachwuchsproblem ist nahezu ungelöst und das Interesse an der Leichtathletik hat leider in den letzten Jahrzehnten kaum noch ein Wachstum zu verzeichnen. Halb volle Ringe hat es nicht nur in Birmingham gegeben. Sie sind vielmehr schon seit längerer Zeit mit Ausnahme von den Olympischen Spielen üblich geworden. Insbesondere ist der Stellenwert, den die Leichtathletik im Curriculum des öffentlichen Schulwesens hat, mehr als besorgniserregend. Umso mehr darf man hoffen, dass die Bilder, wie sie in diesen Tagen von Birmingham nach Deutschland gesendet wurden, Motivation und Anregung für die Nachwuchsarbeit sein können. Darauf möchte ich mit Ihnen gemeinsam hoffen.

Für jemand, der sich nahezu sein ganzes Leben auch aus einer wissenschaftlichen Perspektive mit Fragen der nationalen und internationalen Entwicklung des Hochleistungssports beschäftigt hat, war es in den letzten Tagen naheliegend, dass ich mir die Frage gestellt habe, was wohl die Gründe sind, dass eine Leichtathletik Nation wie Italien in jüngster Zeit außergewöhnlich erfolgreich sein kann, die noch zu meiner Zeit als ich Verantwortung für die deutsche Leichtathletik übernommen hatte, große Mühe hatte, einen Final-Platz beim Europacup der Leichtathleten zu erreichen. Aber auch die Frage nach den Gründen des deutschen Erfolges hat mich bewegt.

Bei meiner Suche nach Antworten konnte ich einige interessante Sachverhalte eruieren, die möglicherweise auch für die Freunde der Leichtathletik von Interesse sein könnten. Bei meiner Antwortsuche haben mir ehemalige Kontakte und meine langjährige Erfahrung geholfen, aber auch KI konnte mir interessante Antworten zu meinen differenzierten Fragen geben und dabei mir auch die Quellen benennen, auf die sich die Antwort des KI-Programms bezieht.

Im Anhang möchte ich deshalb Ihnen diese kleine Expertise zukommen lassen. Vielleicht ist sie eine Hilfe, damit die Verantwortlichen der deutschen Leichtathletik ihren bereits begonnen erfolgreichen Weg bis zu den sehr viel größeren Herausforderungen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen fortsetzen können. Gewiss sind die Erfolge von Birmingham aus seiner internationalen Perspektive zu relativieren, und gewiss gab es auch einige Disziplinen in Birmingham, bei denen die europäische Leichtathletik den Anschluss an die Weltspitze beinahe bereits verloren hat. Doch der eingeschlagene Weg des DLV unter der Führung seines Vorstands Leistungssport scheint mir erfolgversprechend zu sein und hierfür möchte ich den Verantwortlichen im DLV alles Gute wünschen.

Helmut Digel

I.

Gibt es Gründe, warum die italienische Leichtathletik heute sehr viel erfolgreicher ist als in der Vergangenheit?

Die wichtigsten Gründe

  1. Bessere Förderung des Hochleistungssystems

Die FIDAL[1] und das italienische Sportsystem haben die Mittel für den Spitzensport erhöht. FIDAL-Präsident Stefano Mei nannte für die Jahre vor 2025 rund 12 Millionen Euro jährlich von Sport e Salute, davon zunächst 5,1 Millionen für den Hochleistungsbereich; der entsprechende Betrag wurde auf 8,5 Millionen erhöht. Das Geld fließt nicht nur direkt an Athleten[2], sondern in Trainingslager, medizinische Betreuung, Prävention, Sportwissenschaft und die Qualifizierung von Trainern.

Wichtig ist dabei weniger die absolute Summe als die gezieltere Verwendung. Italien versucht, die gesamte Leistungskette zu stärken: Talentsichtung, Vereinsförderung, Trainerarbeit, Trainingszentren und Betreuung während der Karriere. Weiterlesen

Themenzuordnung: Allgemein

Beitrag zur Sportentwicklung

Das IOC benötigt eine neue Theorie des modernen Olympismus – das IOC benötigt eine neue olympische Idee

Helmut Digel

Die modernen Olympischen Spiele haben ein antikes Vorbild und dank der Ideen und philosophischen Gedanken von Pierre de Coubertin haben Sie sich zu einem weltumfassenden Sportereignis entwickelt, das alle vier Jahre stattfindet. Im Gegensatz zu allen übrigen Sportereignissen und internationalen Wettkämpfen haben die modernen Olympischen Spiele ein „Wertefundament“ aufzuweisen, das in vieler Hinsicht beachtenswert ist. Die nun bereits über mehr als 100 Jahre fortgeschriebene Olympische Charta bildet, ähnlich wie die zehn Gebote, ein handlungsleitendes, ethisch moralisches Steuerungsinstrument, das die Olympischen Spiele heute und in der Zukunft tragen soll. Die ohne Zweifel wichtigsten Werte die in der Olympischen Charta niedergelegt sind, sind das „Fair Play Prinzip“, das „Olympique Truce Prinzip“, das „Gebot der Exzellenz“, das „Solidaritätsprinzip“, das „Gebot der politischen Neutralität“, das „Leistungsprinzip“, das „Gebot der Aufrichtigkeit“ und eine Verpflichtung gegenüber den „Prinzipien der Wahrheit und Gerechtigkeit“.
Betrachten wir die aktuelle Realität der Olympischen Spiele, so wie sie sich uns zum Beispiel in Paris 2024 oder in Milano Cortina 2026 dargestellt haben, so müssen wir erkennen, dass manches dieser Wertemuster gar nicht oder nur am Rande beachtet wurde und dass sich die modernen Olympischen Spiele immer mehr in eine Richtung entwickeln, die im Gegensatz zu ihrem Wertefundament steht. Dieser Prozess wird sich vermutlich in der weiteren Zukunft noch verschärfen.

Im Folgenden wird die These vertreten, dass die aktuelle fragwürdige Entwicklung der Olympischen Spiele ursächlich mit den Defiziten jener Theorie des modernen Olympismus zusammenhängt, wie sie von Pierre de Coubertin in der Zeit der späten 1880er Jahren bis etwa 1910, mit einer späteren philosophischen Ausformulierung 1935 erarbeitet wurde. Weiterlesen

Themenzuordnung: Allgemein

Essay

Sind Olympische Spiele noch Spiele?

Gastbeitrag

„Perplexity.ai“

Die Fragen stellte Helmut Digel. Er redigierte die Antworten von Perplexity, prüfte die Quellen und nahm auch einige Ergänzungen und Änderungen vor.

Vorbemerkungen

Der Begriff des „Spiels“ ist in der Welt des Sports weit verbreitet. Bei den Sportarten Handball, Basketball, Fußball oder Volleyball sprechen wir ebenso vom Spiel wie bei allen übrigen Spielsportarten. Es gibt die Olympischen Spiele, die Spiele der Kontinente, z. B. Asien Spiele; die Spiele für einzelne Religionen, z.B. Makkabiade für Juden; die Spiele für verschiedene Behindertengruppen, z.B. Paralympische Spiele, die Spiele für Senioren, z.B.[1]Veteran Games der Leichtathletik und für Jugendliche, z.B. Olympic Youth Games und für bestimmte räumlich begrenzte geographische Regionen, z.B. Mediterranen Games. World Mind Sport Games, World Combat Games, Gay Games, Lusophonie Games, Jeux de la Francophonie, Police und Fire Games, World Military Games, Esports Games und schließlich „The World Games“der IWG A, die alle vier Jahre stattfinden. In der Welt des internationalen Sports hat sich der Begriff „Games“ geradezu inflationär verbreitet. Der Begriff „Games“ bedeutet dabei nicht nur Spiele, sondern bezieht sich meist auf eine formelle Mehrsportveranstaltung oder auf eine spezielle Wettbewerbsserie. Bei all diesen Spielen stehen Sport Wettkämpfe im Mittelpunkt und bei fast all diesen Spielen sind es Nationalmannschaften, die sich mit Gegnern aus aller Welt im sportlichen Wettkampf messen.

Zum Begriff des „Spiels“

Der Begriff des „Spiels“ hat in früheren Studiengängen für Sportwissenschaft eine zentrale Rolle gespielt. In den Lehramtsstudiengängen mussten sich die Studierenden den Fragen der sog. „Spieltheorien“ stellen, und der Ausschuss Deutscher Leibeserzieher (ADL) veranstaltete noch große Jahres-Kongresse zum Thema „Spielen“ (1958 in Osnabrück) und „Gestalten“ (1967 in Stuttgart) und war bemüht, den Teilnehmern dieser Kongresse die Ideen bedeutsamer Philosophen, die sich mit dem Phänomen des menschlichen Spiels beschäftigt haben, nahezubringen. Im heutigen Bildungssystem des Sports ist davon leider nichts mehr übriggeblieben. Für die Absolventen der sportwissenschaftlichen Studiengänge an deutschen Universitäten sind Ideen zum Spiel, wie sie unter anderem von Huizinga, Callois, Schiller, Suites, Elias, Gadamer, Wittgenstein, Piaget oder Kant vorgelegt wurden, nahezu unbekannt. Gleiches gilt für die philosophischen Ideen von Pierre de Coubertin, der mit fundierten philosophischen Gedanken eine Wiederbelebung der Olympischen Spiele begründet hat, und bei seinen pädagogischen Ideen vor allem auch an die Ideen der Antike und an eine eben erst entstandene neue britische Sportpädagogik anzuknüpfen versuchte. Der Begriff des „Spiels“ wurde von ihm sehr bewusst bei der Gründung des größten sportlichen „Events“ verwendet, an dem sich bis heute noch die Menschheit erfreuen kann. Weiterlesen

Themenzuordnung: Allgemein

Gastbeitrag

Sind Olympische Spiele noch Spiele?

Gastbeitrag

„Perplexity.ai“

Die Fragen stellte Helmut Digel. Er redigierte die Antworten von Perplexity, prüfte die Quellen und nahm auch einige Ergänzungen und Änderungen vor.

Vorbemerkungen

Der Begriff des „Spiels“ ist in der Welt des Sports weit verbreitet. Bei den Sportarten Handball, Basketball, Fußball oder Volleyball sprechen wir ebenso vom Spiel wie bei allen übrigen Spielsportarten. Es gibt die Olympischen Spiele, die Spiele der Kontinente, z. B. Asien Spiele; die Spiele für einzelne Religionen, z.B. Makkabiade für Juden; die Spiele für verschiedene Behindertengruppen, z.B. Paralympische Spiele, die Spiele für Senioren, z.B[1]Veteran Games der Leichtathletik und für Jugendliche, z.B. Olympic Youth Games und für bestimmte räumlich begrenzte geographische Regionen, z.B. Mediterranen Games. World Mind Sport Games, World Combat Games, Gay Games, Lusophonie Games, Jeux de la Francophonie,Police und Fire Games, World Military Games, Esports Games und schließlich „The Word Games“der IWG A, die alle vier Jahre stattfinden. In der Welt des internationalen Sports hat sich der Begriff „Games“ geradezu inflationär verbreitet. Der Begriff „Games“ bedeutet dabei nicht nur Spiele, sondern bezieht sich meist auf eine formelle Mehrsportveranstaltung oder auf eine spezielle Wettbewerbsserie. Bei all diesen Spielen stehen Sport Wettkämpfe im Mittelpunkt und bei fast all diesen Spielen sind es Nationalmannschaften, die sich mit Gegnern aus aller Welt im sportlichen Wettkampf messen.

Zum Begriff des „Spiels“

Der Begriff des „Spiels“ hat in früheren Studiengängen für Sportwissenschaft eine zentrale Rolle gespielt. In den Lehramtsstudiengängen mussten sich die Studierenden den Fragen der sog. „Spieltheorien“ stellen, und der Ausschuss Deutscher Leibeserzieher (ADL) veranstaltete noch große Jahres-Kongresse zum Thema „Spielen“ (1958 in Osnabrück) und „Gestalten“ (1967 in Stuttgart) und war bemüht, den Teilnehmern dieser Kongresse die Ideen bedeutsamer Philosophen, die sich mit dem Phänomen des menschlichen Spiels beschäftigt haben, nahe zu bringen. Im heutigen Bildungssystem des Sports ist davon leider nichts mehr übrig geblieben. Für die Absolventen der sportwissenschaftlichen Studiengänge an deutschen Universitäten sind Ideen zum Spiel, wie sie unter anderem von Huizinga, Callois, Schiller, Suites, Elias, Gadamer, Wittgenstein, Piaget oder Kant vorgelegt wurden, nahezu unbekannt. Gleiches gilt für die philosophischen Ideen von Pierre de Coubertin, der mit fundierten philosophischen Gedanken eine Wiederbelebung der Olympischen Spiele begründet hat, und bei seinen pädagogischen Ideen vor allem auch an die Ideen der Antike und an eine eben erst entstandene neue britische Sportpädagogik anzuknüpfen versuchte. Der Begriff des „Spiels“ wurde von ihm sehr bewusst bei der Gründung des größten sportlichen verwendet, an dem sich bis heute noch die Menschheit erfreuen kann.

Nicht nur bei der jüngsten Fußball-Weltmeisterschaft, sondern bei allen internationalen Wettkämpfen, die in jüngster Zeit stattgefunden haben – also auch bei den Olympischen Spielen in Paris und in Milano/Cortina – scheint es mehr als nahe zu liegen, dass man die Frage stellt, ob es sich dabei noch um „Spiele“ handelt oder ob sich der moderne Sport in den vergangenen Jahrzehnten von den grundlegenden Ideen des Spiels entfernt hat und man deshalb lediglich noch von einer „sportlichen Arbeitswelt“ sprechen kann, in der Sportarten als nationalistische Wettkämpfe ausgetragen werden. Weiterlesen

Themenzuordnung: Allgemein

Essay

Jede Unterschrift ist wichtig !  HD

Themenzuordnung: Allgemein

Beitrag zur Sportentwicklung

Deutschsprachige Sportkulturen – Deutschland, Österreich und Schweiz Teil 2

Helmut Digel, Andreas Weber

unter Mitarbeit von Albrecht Hummel

Link zu Teil 1:

 https://sport-nachgedacht.de/wiss_beitrag/deutschsprachige-sportkulturen-deutschland-oesterreich-und-schweiz-teil-1/#more-8826

Sportberichterstattung

Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender weisen in ihrer Sportberichterstattung erhebliche Unterschiede auf.

Rechteerwerb und Verteilung

Der Erwerb und die Verteilung teurer Übertragungsrechte variieren zwischen den Sendern sehr stark. Lokale Marktbedingungen (Konkurrenz durch Pay-TV) und gesetzliche Regelungen haben dabei einen unterschiedlichen Einfluss.

ARD und ZDF teilen sich in Deutschland oft die Rechte für Großereignisse (z. B. Fußball-Weltmeisterschaften, Olympische Spiele) und verhandeln diese gemeinsam. Sie konkurrieren dabei mit Pay-TV-Anbietern[1] und privaten Free-TV-Sendern.

In Österreich und der Schweiz spielen die öffentliche-rechtlichen Sender (ORF bzw. SRF) eine zentralere Rolle im nationalen Rechteerwerb, wobei jedoch auch hier in jüngster Zeit die Konkurrenz durch private Anbieter zunimmt (z.B. ServusTV, Sky in Österreich; Blue Sport und My Sports in der Schweiz). Beispielsweise hat die SRG seit 2022 keine Rechte mehr an der Nationalen Eishockey-Liga. Damit hat der SRF alle Live- Übertragungsrechte im Schweizer Eishockey für die nächsten zehn Jahre verloren. Die „Liga“ vergab das Rechte-Paket für Liveübertragungen einschließlich Wiederverwertungsrechten für die Jahre 2027 bis 2035 an den Telecom-Anbieter Sunrise. Live wird das nationale Eishockey auf dem eigenen Bezahlsender My Sports ausgestrahlt. Gleichzeitig werden ausgewählte Inhalte an private Nicht-Bezahl-Sender wie Blick-TV, 3+ oder TV24. Die SRG hat weiterhin die Rechte an der Eishockey Nationalmannschaft sowie am internationalen Eishockey in Davos, dem „Spengler-Cup“.

Programmschemata und Formate

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Themenzuordnung: Allgemein

Kunst aus unserer Galerie