Essay

Sie nennen es Sport

Ein Mensch lässt sich von einem Ballon in eine Höhe von 39 Kilometern tragen und springt im freien Fall zurück auf die Erde. Bei seinem Fall durchbricht er die Schallmauer und nicht zuletzt deshalb wird seine Handlung als etwas Einmaliges gedeutet. Nahezu die gesamte Welt ist bei diesem Spektakel dabei. Mit einer Zahl, die sich durch viele Nullen ausweist, könnte die genaue Zahl der Menschen benannt werden, die im Internet in den unterschiedlichsten sozialen Medien, in einem Spezialkanal des Sponsors oder vor nahezu allen sonstigen Bildschirmen dieser Welt das spektakuläre Ereignis verfolgt hat. Es gibt wohl keine Tageszeitung, in der nicht darüber berichtet wurde.

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Beitrag zur Sportentwicklung

„Sport“ – ein bedeutsamer Inhalt kultureller Kommunikation

Der Sport ist ein Bereich unserer Gesellschaft, dessen organisatorische Komplexität sich in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts bis heute in außergewöhn-licher Weise erhöht hat. Wie in kaum einem anderen gesellschaftlichen Bereich ist dabei eine funktionale Differenzierung zu erkennen, die zu einem enormen Bedeu-tungszuwachs des Sports geführt hat. Berücksichtigt man die verschiedenen Teilbe-reiche des Sports, wie z.B. den Hochleistungssport (Berufsport), den Wettkampfsport der Vereine und Verbände, den Freizeit- und Gesundheitssport und den instrumen-tellen Sport mit seinen vielfältigen Varianten (Präventionssport, Rehabilitationssport, Sport als Medium der Resozialisierung, der Integration etc.), so ist es dem Sport ge-lungen, sich durch eine nachhaltige soziale Inklusionskraft auszuzeichnen. Allein mit-tels des organisierten Sports in den Vereinen gelingt es, mehr als ein Drittel der ge-samten Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland an sich zu binden.
Unter kommunikativen Gesichtspunkten kann der Sport in diesem Zusammenhang als ein eigener Kommunikationsraum angesehen werden. Der Prozess der funktiona-len Differenzierung stellt sich dabei auch als ein Prozess kommunikativer Differenzie-rung dar. Aus sprach- und kommunikationswissenschaftlicher Sicht bildet der moder-ne Sport eine Kommunikationsplattform, die sich durch eine große Vielfalt auszeich-net. War es zunächst lediglich die Fußballsprache, die Sprachwissenschaftler¹inte-ressieren konnte, und wurde dabei meist von der „Fußballsprache“ auf eine „Sprache des Sports“ geschlossen (vgl. u. a. Haubrich 1965; Schneider 1974; Steger 1986; Braun 1998), so wurden mittlerweile solche Analysen durch neue Themenstellungen ergänzt, wobei vor allem Kommunikationsanalysen zur Sportberichterstattung in den Massenmedien einen wichtigen Stellenwert erhalten haben (vgl. u. a. Hackforth 1975; Weischenberg 1978; Digel 1983; Volknant 1988; Muckenhaupt 1990; Burk 2003; Digel 2006). Weiterlesen

Essay

Handball – eine Erfolgsgeschichte

Bei allem was Menschen gemacht und erfunden haben wird um die Urheberrechte gestritten. Darf es deshalb verwundern, dass sich auch im Handball verschiedene Nationen die Urheberschaft streitig machen? Handball gilt allenthalben als „deutsches Spiel“ und natürlich sehen vor allem Deutsche ihre Heimat als Ursprungsland dieser Sportart. Diese Annahme ist jedoch falsch. Von Historikern¹ des Sports wird mittlerweile übereinstimmend darauf hingewiesen, dass es erwiesen sei, dass im ost – und südeuropäischen Raum, vor allem in der Tschechoslowakei bereits 1892 „CESKA HAZENA“ gespielt worden sei und dass ein gewisser Herr Karas 1905 die ersten Regeln zu diesem Spiel veröffentlicht habe. In Dänemark gab es bereits 1898 ein „HAANDBOLD“ – Spiel und in Schweden tauchte 1905 das „HANDBOLL“ auf. Weiterlesen

Essay

Forschung für Athleten

Prinzipien zur Forschungsberatung von Athleten¹

Sportlicher Erfolg ist in diesen Tagen immer häufiger von Forschungserfolgen abhängig, die Wissenschaftler zu Gunsten der Wettkampfleistungen von Athleten¹ erbracht haben. Forschung zu deren Gunsten ist in erster Linie eine kreative und systematische Arbeit, die von Wissenschaftlern unternommen wird, um den Stand unseres Wissens über den Hochleistungssport zu erweitern und neue Anwendungen zum vorhandenen Wissen über den Hochleistungssport zur Beratung der Trainer und Athleten bereitzustellen. Hierzu bedient sich der Wissenschaftler verschiedenster Forschungsmethoden. Für ihn selbst muss dabei die Devise gelten, die uns der amerikanische Astrophysiker Neil de Grasse Tyson anschaulich empfohlen hat: „Do whatever it takes to avoid fouling yourself into thinking that something is true that is not, or that something is not true that is”. Das wissenschaftliche Handeln muss also vom Selbstzweifel geprägt sein und die eigenen Erkenntnisse können immer nur so lange Gültigkeit beanspruchen bis sie von neuen Erkenntnissen widerlegt werden.  Wissenschaftler, die Trainer und Athleten beraten, müssen die Tugend des Selbstzweifels ernst nehmen und sie müssen sich der Grenzen ihrer Beratung immer bewusst sein. Den größten Fehler machen dabei jene Sportwissenschaftler an der Seite von Athleten und Trainern, wenn sie sich selbst als die Ursache des sportlichen Erfolgs und einer erreichten Leistungssteigerung der von Ihnen betreuten Athleten sehen und dies auch öffentlich zur Darstellung bringen. Sportwissenschaftler, die Trainer und Athleten in ihrem Training und in ihrem Wettkampf beraten, müssen sich vielmehr durch Bescheidenheit auszeichnen und sie müssen erkennen, dass der sportliche Erfolg den Athleten gehört, die diese Erfolge erbracht haben. Weiterlesen

Essay

Sport zwischen Ethik und Markt

Am 6. Juni 1986 fand in Darmstadt ein Gespräch zwischen dem Herausgeber der Lutherischen Monatshefte (LM) und Helmut Digel (HD) statt. Das Gespräch soll hier in einer überarbeiteten und aktualisierten Fassung wiedergegeben werden, da von den Fragen und Antworten angenommen werden kann, dass sie auch für die noch in diesen Tagen zu beobachtenden Probleme des Sports von Relevanz sein können.

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Gastbeitrag

Eine Medaille für Millionen

In diesen Tagen zeigte mir ein Mitglied meiner Montagsturner vom TSV Marquartstein eine besondere Urkunde. Peter W. ist in diesen Tagen 95 Jahre alt geworden. Er fährt noch regelmäßig Alpin-Ski in den Chiemgauer Alpen und fehlt nur ganz selten, wenn wir uns montagabends zu einer Turnstunde treffen, bei der wir uns mit leichten Lauf – und Gehübungen aufwärmen, um uns dann mit einer für unsere Altersgruppe angepassten Bodengymnastik zu bemühen, unsere „alten Knochen und Gelenke“ beweglich zu halten. Peters Urkunde dokumentiert eine außergewöhnliche sportliche Leistung. Er hat bereits dreißigmal das „Deutsche Sportabzeichen in Gold“ erworben. Er ist somit ohne Zweifel ein außergewöhnliches Vorbild für eine gesunde und sportliche Lebensführung.
Als ihm der Präsident des Bayerischen Landessportbundes zu dieser besonderen Leistung gratulierte, war dessen Wunsch naheliegend. Er schlug vor, dass Peter vor den Schülern des Marquartsteiner Gymnasiums über seinen besonderen sportlichen Lebenslauf berichten und erzählen solle. Peter kam diesem Wunsch nach. Doch er musste feststellen, dass selbst die Sportlehrer von heute und schon gar nicht deren Schüler und Schülerinnen ein ausreichendes Wissen über das Deutsche Sportabzeichen, über die Leistungen, die man zu erbringen hat, und über die gesundheitspolitische Bedeutung, die dieses Sportabzeichen besitzt, Bescheid wussten. Dieses Ereignis veranlasste mich Steffen Haffner um Erlaubnis zu bitten, einen Beitrag erneut zu veröffentlichen, den er aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums des Deutschen Sportabzeichens vor nahezu zehn Jahren für das „Olympische Feuer“ (2/2013), der Zeitschrift der Deutschen Olympischen Gesellschaft (DOG), geschrieben hat. Vielen Dank.

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Beitrag zur Sportentwicklung

Reflexive Lehr-Lern-Situationen im Sport – Ein Beitrag zur Verbesserung der Beziehung zwischen didaktischer Theorie und sportlicher Praxis

Vorbemerkungen

Eine Kluft zwischen didaktischer Theorie und realer Lehr-Lernpraxis ist kein sportspezifisches Problem, sie ist vielmehr in der Beziehung von Theorie und Praxis in allen Wissenschaften zu beobachten. Spezifisch sportlich und besonders verdienstvoll ist hingegen, dass gerade im Sport diese Kluft immer wieder zur Kenntnis genommen und kritisiert wird und dass beständig Bemühungen unternommen werden, die zu einer Reduzierung der Kluft beitragen sollen. Vergleicht man in dieser Beziehung den Sport mit anderen Hochschuldisziplinen, so sind solche Bemühungen geradezu vorbildlich. „Selbstbeweihräucherung“ scheint aber besonders in der aktuellen bildungspolitischen Situation wenig angebracht zu sein. Vielmehr müsste gerade wegen dieser günstigen Situation im Sport die Verbesserung der Beziehung zwischen didaktischer Theorie und sportlicher Praxis eine vorrangige sportwissenschaftliche und sportpraktische Fragestellung und Aufgabe sein. Für die meisten Sportlehrer¹ ist die Kluft, die zwischen didaktischen Zielbestimmungen und der sportunterrichtlichen Wirklichkeit liegt, noch immer unüberwindbar und wird deshalb zu Recht beklagt. Nimmt man solche Klagen ernst, so wird es notwendig sein, zunächst nach den Ursachen zu suchen, die diese Kluft bedingt haben. Erst dann lassen sich Maßnahmen ergreifen, die zur Verringerung der Kluft beitragen bzw. die die Kluft „begehbar“ werden lassen. Beides soll im Folgenden versucht werden.
Über die Ursachen der Kluft zwischen didaktischer Theorie und sportlicher Praxis gibt es verschiedene Annahmen. Einerseits wird angenommen, dass es an einer noch ausstehenden Unterrichtstheorie des Sports, an der ungenauen Beschreibung von Lernzielen, an den schlecht ausgebildeten oder unengagierten Lehrern und an den unzureichenden Ausbildungsstätten liegt. Weiterlesen

Themenzuordnung: Allgemein

Beitrag zur Sportentwicklung

IOC Präsident Bach auf dem Prüfstand

Die Olympischen Winterspiele 2022 sind vor einer Woche zu Ende gegangen und diese Spiele werden einen besonderen Platz in den deutschen Geschichtsbüchern über den Sport einnehmen. Deutschland hat sich eine Meinung über diese Spiele gebildet und diese Meinung lautet etwas verkürzt dargestellt folgendermaßen:

„Diese Spiele hätten vom IOC niemals an China vergeben werden dürfen, an ein Land, in dem die Menschenrechte mit Füßen getreten werden, das mutwillig seine Umwelt zerstört, in dem jeder dort sich zeitweilig aufhaltende oder ständig dort lebende Mensch überwacht und abgehört wird und wo das wichtigste Prinzip des Sports, das Fair Play Gebot, mit Füßen getreten wird. Dies alles hat ein deutscher IOC – Präsident zu verantworten, der ein Machtmensch ist, und der sich von den Autokraten dieser Welt korrumpieren lässt“.

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Kunst aus unserer Galerie

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