Gastbeitrag

Meinhard Nehmer – Eine Legende des internationalen Bob-Sports

Marko Michels

Mecklenburg-Vorpommern –  im Zeichen des Bob-Sports. Fünf Bobsportler gab es schon unter den olympischen Ringen. Den Anfang machte der Wahl-Rügener Meinhard Nehmer 1976 in Innsbruck (zweimal Gold mit Zweier und Vierer), dem folgten 1980 in Lake Placid drei weitere Medaillenerfolge (Gold im Vierer, Bronze im Zweier). Der Neubrandenburger Ulf Hielscher und der Stralsunder Carsten Embach setzten diese MV-Tradition im Bobsport in Lillehammer 1994 fort (Bronze im Vierer).

Vier Jahre später, 1998 in Nagano, schaffte der gebürtige Güstrower und frühere Leichtathlet des SC Traktor Schwerin bzw. des Schweriner SC Torsten Voss auch die Qualifikation und wurde bei den Winterspielen Achter (Vierer). In Salt Lake City gab es dann wieder Bob-Gold für M-V dank dem Stralsunder Carsten Embach (Vierer). Und der gebürtige Anklamer Marko Hübenbecker war der vorerst letzte MV-Athlet in einem olympischen Bob – er belegte Rang sechs (Vierer) bei den Winterspielen 2014 in Sotschi. Fast hätte es in Sotschi auch die erste Bob-Athletin bei Winter-Olympia gegeben, Petra Lammert, 2012 Vize-Europameisterin und Vize-Weltmeisterin (jeweils im Frauen-Zweier). Diese musste aber verletzungsbedingt passen.

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Themenzuordnung: Allgemein

Essay

Olympische Winterspiele haben eine sichere Zukunft

Helmut Digel

Für viele, die begeisterte Skiläufer[1] sind, sind die Olympischen Winterspiele alle vier Jahre ein begeisterndes Sportereignis, das man in der Vergangenheit sehr gerne gesehen hat, bei dem man vielleicht auch einmal selbst dabei gewesen ist und an die man sich immer wieder auch sehr gerne erinnert. Man denkt an großartige athletische Leistungen bei herausragenden Wettkämpfen und würdevolle Eröffnungs-und Schlussfeiern. Man hat dabei wundervolle Winterlandschaften wie jene von Lillehammer im Blick. Man redet über berühmte Abfahrten am Patscherkofel in Innsbruck, auf der Tofana in Cortina d` Ampezzo oder auf der Kandahar in Garmisch. Viele der eigens erbauten Olympischen Skisprungschanzen sind Zeitzeugen einer außergewöhnlich sportarchitektonischen Kunst. Olympische Spiele haben in den schönsten Skigebieten der Welt, in USA, Canada, Japan, Frankreich, Russland etc. stattgefunden. Nicht zuletzt sind es die großartigen Leistungen von vorbildlichen Athleten und Athletinnen, die unsere Erinnerungskultur von diesem besonderen kulturellen Ereignis prägen: es sind Namen wie Toni Sailer, Karl Schranz, Pirmin Zurbrüggen, Ingemar Stenmark, Alberto Tomba, Rosi Mittermaier, Bode Miller, Jean-Claude Killy, Markus Wasmeier die die alpinen Rennen geprägt haben. Bolkart, Recknagel, Goldberger, die deutschen Adler u.v.m. haben die Skisprungwettbewerbe ausgezeichnet. Kilius- Bäumler und Katarina Witt rufen Erinnerungen an den Olympischen Eiskunstlauf wach. Noch viele weitere Namen von Olympischen Helden und Heldinnen müssten hier erwähnt werden.

Für mich ist es eine ganz besondere Freude, dass mit der Vergabeentscheidung des IOC im Jahr 2019 die Olympischen Winterspiele wieder nach Europa zurückgekehrt sind und in diesen Tagen in Italien und hier vor allem an den historischen Wintersportorten in Cortina d´ Ampezzo, in Bormio, Livigno, in Val di Fiemme und in Antholz stattfinden. Für die Wintersportarten, die in Hallen ausgetragen werden, ist die zweitgrößte Stadt Italiens, Milano, der Gastgeber Weiterlesen

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Sportpolitische Dokumente

In der Geschichte des Sports gibt es wichtige Dokumente, die wiederholt gelesen werden sollten, weil sie wichtige Erkenntnisse für die Gegenwart und die Zukunft beinhalten. Mit dem Gespräch, das Günther Gaus mit Willi Daume führte, soll eine neue Reihe eröffnet werden, in der ausgewählte historische Dokumente publiziert werden. Hinweise hierzu aus dem Leserkreis sind willkommen. H. D.

Historische Dokumente I

Günther Gaus im Gespräch mit Willi Daume

Wenige Tage vor der Entsendung der deutschen Olympia Mannschaft zu den Olympischen Spielen in Tokio 1964

Günter Gaus (* 23. November 1929 in Braunschweig; † 14. Mai 2004 in Hamburg-Altona) war ein deutscher JournalistPublizistDiplomat und Politiker. Seine Fernsehreihe „Zur Person“, die 1963 zum ersten Mal ausgestrahlt wurde und über mehrere Jahrzehnte das Fernsehprogramm der ARD bereicherte, gehört zu den herausragenden journalistischen Leistungen in der Bundesrepublik Deutschland.

 Willi Daume (* 24. Mai 1913 in HückeswagenKreis LennepRheinprovinz; † 20. Mai 1996 in München) war Unternehmer, Sportler und Sportfunktionär. Daume war von 1950 bis 1970 Präsident des Deutschen Sportbundes sowie von 1961 bis 1992 Präsident des Nationalen Olympischen Komitees für Deutschland (NOK). Er war von 1956-1991 Mitglied des IOC und unter anderem auch dessen Vizepräsident. Er war und ist noch immer ohne Zweifel der bedeutendste Sportfunktionär der Bundesrepublik Deutschland

Gaus: Herr Daume, als Präsident des Deutschen Sportbunds, des Nationalen Olympischen Komitees, sind Sie der oberste ehrenamtliche Funktionär des Sports in der Bundesrepublik. Betreiben Sie auch noch aktiv Sport oder sind sie nur noch Offizieller?

Daume: Ich spiele gern und wenn ich kann viel Tennis, besonders gern mit guten Partnern und ich spiele auch noch etwas Golf.

G.: Golf und Tennis das sind zwei ziemlich noble Sportarten, was mich zu einer Frage bringt. Ihr Sportbund bemüht sich sehr darum, den so genannten „Zweiten Sportweg“ zu popularisieren, worunter man Sport nicht als Leistungssport betrieben, sondern für ältere Leute der Gesundheit halber und des Vergnügens halber versteht. Ist es nicht so, dass oberhalb einer bestimmten Altersgrenze nur gesellschaftlich exklusive Sportarten mit Snob-Appeal ernsthaft betrieben werden und im Massensport die Leute zwar gern zuschauen, aber in Wirklichkeit nicht mehr selbst aktiv sind?

D.: Das ist ein wichtiges Problem. Auch ein staatspolitisch wichtiges Problem. Es ist ganz sicher nicht immer so. Nehmen wir den deutschen Turnerbund, der ja dafür bekannt ist, dass gerade auch die ältere Generation dort ihre Geselligkeit, körperliche Bewegung, Gesundheit findet. Es gibt aber auch eine Reihe von anderen Sportarten, nicht nur von feudalen Sportarten, wo mehr und mehr die Notwendigkeit erkannt wird, dass die älteren Leute, ihre Gesundheit pflegen eben durch körperliche Bewegung. Das zu intensivieren war der Sinn des so genannten Zweiten Weges und es sollten auch die Kreise dabei erfasst oder besser gesagt gewonnen werden, die gesellungsunwillig sind, die sich also nicht unbedingt von vorneherein mal einem Verein anschließen wollen, die auch die bisherigen Übungsformen nicht lieben, die also nicht in Männer oder in Frauenabteilungen zusammen sein wollen, sondern die Möglichkeiten angeboten haben wollen, wo die ganze Familie beispielsweise sich betätigt. Diesem Problem gilt unsere besondere Aufmerksamkeit und die Erfolge in der zurückliegenden Zeit sind eigentlich ermutigend.

G.: Wünschen Sie sich sozusagen ein Volk von Sportlern?

D.: Ja, lieber ein Volk von Sportlern als ein Volk von Weltmeistern. Ich wünsche mir dund glaube das sollte ein allgemeines öffentliches Anliegen sein, dass zum Ausgleich der Stilllegung des menschlichen Körpers durch die moderne Zivilisation, durch Verkehr und Entwicklungen dieser Art mehr und mehr die Notwendigkeit erkannt wird, dass man seinen Körper in Form halten muss, dass man ihn in einem gewissen Ausmaß bewegen und damit einer naturgemäßen Lebensweise wieder näher kommen muss.

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Themenzuordnung: Allgemein

Gastbeitrag

Prävention durch körperliche Aktivität und Sport

Gastbeitrag

 Dr. Dr. med. Lutz Aderhold

 Teil 1: Die Studienlage

Hier sind wichtige systematische Reviews und Meta-Analysen zum Thema Prävention durch körperliche Aktivität und Sport – speziell zu gesundheitlichen Effekten, Krankheitsprävention und gesundheitsbezogenen Outcomes:

Der Fokus liegt auf Primär- und Sekundärprävention durch körperliche Aktivität und Sport.

Thematische Übersicht: Prävention durch körperliche Aktivität und Sport

  1. Herz-Kreislauf-Erkrankungen & Mortalität

Evidenzlage: sehr hoch
Zentrale Ergebnisse:

  • Reduktion der Gesamt- und kardiovaskulären Mortalität
  • Verbesserungen von Blutdruck, Lipidprofil, Insulinsensitivität
  • Dosis-Wirkungs-Beziehung (größter Nutzen beim Übergang von Inaktivität zu geringer Aktivität)

Wichtige Reviews/Meta-Analysen:

  • Cochrane-Überblicksreviews
  • Große prospektive Meta-Analysen (>1 Mio. Personen)
  • Sportartspezifische Meta-Analysen (z. B. Laufen, Radfahren)

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Themenzuordnung: Allgemein

Beitrag zur Sportentwicklung

Deutschsprachige Sportkulturen – Deutschland, Österreich und Schweiz Teil 2

Helmut Digel, Andreas Weber

unter Mitarbeit von Albrecht Hummel

Link zu Teil 1:

 https://sport-nachgedacht.de/wiss_beitrag/deutschsprachige-sportkulturen-deutschland-oesterreich-und-schweiz-teil-1/#more-8826

Sportberichterstattung

Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender weisen in ihrer Sportberichterstattung erhebliche Unterschiede auf.

Rechteerwerb und Verteilung

Der Erwerb und die Verteilung teurer Übertragungsrechte variieren zwischen den Sendern sehr stark. Lokale Marktbedingungen (Konkurrenz durch Pay-TV) und gesetzliche Regelungen haben dabei einen unterschiedlichen Einfluss.

ARD und ZDF teilen sich in Deutschland oft die Rechte für Großereignisse (z. B. Fußball-Weltmeisterschaften, Olympische Spiele) und verhandeln diese gemeinsam. Sie konkurrieren dabei mit Pay-TV-Anbietern[1] und privaten Free-TV-Sendern.

In Österreich und der Schweiz spielen die öffentliche-rechtlichen Sender (ORF bzw. SRF) eine zentralere Rolle im nationalen Rechteerwerb, wobei jedoch auch hier in jüngster Zeit die Konkurrenz durch private Anbieter zunimmt (z.B. ServusTV, Sky in Österreich; Blue Sport und My Sports in der Schweiz). Beispielsweise hat die SRG seit 2022 keine Rechte mehr an der Nationalen Eishockey-Liga. Damit hat der SRF alle Live- Übertragungsrechte im Schweizer Eishockey für die nächsten zehn Jahre verloren. Die „Liga“ vergab das Rechte-Paket für Liveübertragungen einschließlich Wiederverwertungsrechten für die Jahre 2027 bis 2035 an den Telecom-Anbieter Sunrise. Live wird das nationale Eishockey auf dem eigenen Bezahlsender My Sports ausgestrahlt. Gleichzeitig werden ausgewählte Inhalte an private Nicht-Bezahl-Sender wie Blick-TV, 3+ oder TV24. Die SRG hat weiterhin die Rechte an der Eishockey Nationalmannschaft sowie am internationalen Eishockey in Davos, dem „Spengler-Cup“.

Programmschemata und Formate

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Themenzuordnung: Allgemein

Beitrag zur Sportentwicklung

Deutschsprachige Sportkulturen – Deutschland, Österreich und Schweiz Teil 1:

Helmut Digel, Andreas Weber

unter Mitarbeit von Albrecht Hummel

Es gibt in Europa mit Deutschland, Österreich und Schweiz drei deutschsprachige Staaten. Betrachtet man als interessierter Zuschauer[1] die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender dieser drei Staaten und hat man dabei deren Sportsendungen im Blick, so wird man sehr schnell zu der Vermutung kommen, dass es in jedem dieser Staaten eine eigenständige Sportkultur gibt. Wohl gibt es in der Präsentation des Sports viele Gemeinsamkeiten. Doch die Antwort auf die Frage welcher Sport, wie präsentiert wird, kann ganz unterschiedlich ausfallen. Dies lässt sich zum Beispiel bei einer Liveübertragung eines Abfahrtslaufs im österreichischen Fernsehen im Vergleich zur Übertragung desselben Ereignisses durch die ARD oder das ZDF ebenso schnell erkennen, wie bei der Übertragung eines Fußballspiels der deutschen Nationalmannschaft im Vergleich zu einer Übertragung im schweizer Radio und Fernsehen (SRF), wenn die Nationalmannschaft der Schweiz spielt. Im Folgenden soll versucht werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der drei deutschsprachigen Sportkulturen etwas genauer zu betrachten.

Ein differenzierender Blick auf die drei europäischen Länder verweist dabei auf verschiedene historische Wurzeln des Sporttreibens im 19.Jahrhundert, auf länderspezifische Entwicklungspfade und zum Teil sehr unterschiedliche Entwicklungsbedingungen in diesen Ländern nach 1945. Die Teilung Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg, die jahrzehntelange Existenz zweier deutscher Staaten (1949–1990) mit festen Blockbindungen (NATO und Warschauer Pakt), die zeitweilige Eingliederung von Österreich in das Staatsgebilde des nationalsozialistischen Großdeutschen Reiches (1938–1945), die auferlegte Verpflichtung zur dauerhaften Bündnisfreiheit Österreichs durch das dortige Bundesverfassungsgesetz vom 26. Oktober 1955 und die über zweihundertjährige, kultivierte Neutralität der Schweiz haben politische, ökonomische und weltanschauliche Rahmenbedingungen geschaffen, die in den Sportkulturen dieser Länder ihre Spuren hinterlassen haben.

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Essay

Missbrauchter und ekelerregender Fußballsport, oder: Wie eine Show zum Skandal wird

Helmut Digel

Der Spiegel: „Üble Zurschaustellung politischer Speichelleckerei“; Fokus online: „Am Tiefpunkt angekommen“; FAZ: „Auslosung des WM-Turniers als Karneval des Fremdschämens“; The Mirror: „Ein widerwärtiges Theaterstück“; The Guardian: „Es war ungefähr so spannend wie das Lesen eines Wörterbuches, oder das Verfolgen der Wahlergebnisse aus Nordkorea“.

 Was war passiert?

Am 5. Dezember fand in der US Hauptstadt Washington DC. die Auslosung zur FIFA-Fußballweltmeisterschaft 2026 statt, die in den Ländern Kanada, Mexiko und USA ausgetragen wird. Beginn der Veranstaltung im „John F. Kennedy Center for the Performing Arts“ war um12:00 Uhr Ortszeit, um 18:00 Uhr deutscher Zeit. Ausgelost wurden dabei zwölf Gruppen mit jeweils vier Nationen, die dann im nächsten Jahr in Vorrundenspielen, die Qualifikanten für die weiteren Runden des bevorstehenden WM-Turniers ausspielen sollen.

Moderiert wurde die als „Show“ angekündigte Veranstaltung von dem deutschen „Modell“ Heidi Klum und den US-amerikanischen Schauspielern Kevin Harde und Dani Ramirez. Die Lose aus den mehrfach manipulierten Lostöpfen wurden von vier Legenden des amerikanischen Profisports – Tom Brady (Football), Wayne Gretzky, (Eishockey), Shaquille, O’Neal (Basketball), und Aaron Judge (Baseball) gezogen. Mit dieser Auswahl wollte die FIFA die Sportkultur der Gastgeberländer USA, Kanada und Mexiko ehren. Der sportliche Teil der Zeremonie wurde von einem Ex Fußballprofi namens Rio Ferdinand moderiert.

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Themenzuordnung: Allgemein

Essay

„Es ist nicht zu spät“ – die Werte unserer demokratischen Gesellschaft müssen verteidigt werden

Vorbemerkungen

Seit Beginn der Herausgabe des Portals „sport-nachgedacht.de“ war dessen Konzeption auf das immer komplexer werdende gesellschaftliche Teilsysteme „Sport“ ausgerichtet. In vielen Essays, Beiträgen und Gastbeiträgen spielten dabei politische Fragen eine zentrale Rolle. Der Sport als politisches Phänomen mit seiner eigenen Sportpolitik und mit seiner Beziehung und Abgängigkeit bzw. Unabhängigkeit zur allgemeinen Politik und zu weiteren Politikfeldern wie der Wirtschaft oder des Fernsehens waren dabei Anlass zur kritischen Analyse und zu konstruktiven Empfehlungen.

Mit dem Denkanstoß vom 7.10.2025 „Bevor es zu spät ist – für Verständigung, gegen Aufrüstung – für Verzicht, gegen zügelloses, kapitalistisches Wachstum“, wurde angesichts der europa- und weltpolitischen Krisensituation, in der wir uns nicht nur in Deutschland befinden, die Konzeption des Portals bewusst geändert und erweitert. Es sollen nun ergänzend zu den Publikationen, die sich auf den Sport beziehen, auch Beiträge im Portal „sport-nachgedacht.de“ erscheinen, die über das System des Sports hinausgehen und in denen beabsichtigt wird, einen Beitrag zum Erhalt und zum Schutz unserer Demokratie zu leisten. Auch Gastbeiträge hierzu sind willkommen. H.D.

Helmut Digel

Es ist heute viel von einer deutschen Wertegemeinschaft die Rede, die unsere Demokratie auszuzeichnen hat und auf die sich unsere Bürgerinnen und Bürger einzulassen haben, wenn sie in dieser Wertegemeinschaft leben möchten. Diese Aussage wird immer wieder auch an Migranten[1] gerichtet, wenn diese sich Deutschland als jenes Land ausgesucht haben, in dem sie in Zukunft gerne leben möchten. Bei öffentlichen Werte Diskussionen werfen sich politische Kontrahenten häufig vor, einen falschen Werte Begriff zu haben, und reklamieren jeweils für sich – und exklusiv – die richtige Auslegung. Man tut dabei so, als ob Werte etwas wären, was es schon immer gibt und die lediglich befolgt werden müssen. Doch Werte sind nichts, was es einfach so gibt. Werte sind nichts, wovon es nur eine einzige richtige Auslegung gibt. Werte wurden und werden von Menschen für Menschen definiert und beschreiben im Kontext gesellschaftlicher Entwicklungen und des Zeitgeschehens Überzeugungen und Prinzipien, die angeben, was eine Person oder eine Gruppe als wünschenswert, angemessen und gut erachtet. Über Werte muss deshalb immer wieder von neuem nachgedacht werden, und sie müssen in Bezug auf ihre intendierte Bedeutung und Funktion immer wieder überprüft werden.

Das Wertefundament unserer Gesellschaft

Es ist interessant, wenn wir einen Blick auf jene Werte richten, durch die sich die deutsche Wertegemeinschaft auszeichnen soll. Für ein demokratisches Gemeinwesen wie Deutschland sind die relevanten Werte in unserer Verfassung und in den Landesverfassungen niedergelegt.

Im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland werden als zentrale Werte insbesondere die „Menschenwürde“, die „Freiheit“ und die „Gleichheit“ ausgewiesen. Die „Würde des Menschen“ steht im Artikel 1 an erster Stelle und gilt als „unantastbar“. Der Staat ist verpflichtet, sie zu achten und zu schützen. Sie bildet die Grundlage aller weiteren Grundrechte und stellt einen übergeordneten, nicht verhandelbaren Wert dar. Weiterlesen

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Essay

BELOHNUNGSSYSTEME DES SPORTS

Helmut Digel

Sport ist mehr als reiner Wettbewerb; er ist ein komplexes soziales und kulturelles System, das Verhaltensweisen formt, Motivation erzeugt und Identität prägt. Im Kern dieses Systems stehen Belohnungen — materielle, symbolische, persönliche, soziale — die das Verhalten von Athleten[1], Trainern, Vereinen und Institutionen steuern. Belohnungen wirken auf mehreren Ebenen und beeinflussen sowohl kurzfristige Entscheidungen als auch langfristige Karrierewege.

Erstens fungieren materielle Belohnungen als Anreizsysteme. Die offensichtlichste Form sind materielle Belohnungen wie Geldpreise, Sponsoringverträge, Prämien oder Sachleistungen. Im Profisport spielen sie eine entscheidende Rolle, da sie nicht nur Anreiz bieten, sondern auch den Lebensunterhalt der Athleten sichern. Besonders in globalisierten Sportarten wie Fußball, Tennis oder E-Gaming sind hohe Preisgelder ein zentraler Motor für Wettbewerb und Leistungssteigerung. Gleichzeitig bergen sie die Gefahr, dass finanzielle Interessen das Ideal des Sports als kulturelle Praxis überlagern oder gar verdrängen. Antrittsgelder, Preisgelder, Sponsoringverträge, Stipendien und Leistungsprämien schaffen eine direkte wirtschaftliche Motivation. Sie belohnen Spitzenleistungen, erreichte Ranglistenpositionen und die Erfüllung bestimmter Normen.

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Themenzuordnung: Allgemein

Beitrag zur Sportentwicklung

Gesetz zur Förderung des Spitzensports – Ein weiterer Schritt in Richtung „Staatssport“

Helmut Digel

FAZ:

 

Spiegel-online:

  • „Eine Spitzensportagentur soll das deutsche Medaillenproblem lösen“:

https://www.spiegel.de/sport/olympia/olympische-spiele-spitzensportagentur-soll-deutschlands-medaillenproblem-loesen-a-3c52aec0-b977-40eb-a752-1cb514c9a76c

ZDF (Video):

o  „Alleingang der Bundesregierung – Sportfördergesetz: DOSB fürchtet Machtverlust“

https://www.zdfheute.de/sport/sport-dosb-sportfoerdergesetz-bundesregierung-100.html

Tagesspiegel:

  • „Verteilung der Sport-Millionen:Neues Sportfördergesetz: Weniger Einfluss für Sportverbände“

https://www.tagesspiegel.de/sport/verteilung-der-sport-millionen-neues-sportfordergesetz-weniger-einfluss-fur-sportverbande-14643764.html

 

Sport 1.de:

 

  • Wirbel um neuen Gesetzentwurf“

https://www.sport1.de/news/mehr-sport/2025/10/nachster-anlauf-zum-sportfordergesetz-dosb-reagiert-verstimmt

 

 

Athleten Deutschland e.V.:

 

  • „Entwurf zum Sportfördergesetz eröffnet Chancen, bleibt aber hinter Erwartungen zurück“

https://athleten-deutschland.org/entwurf-zum-sportfoerdergesetz-eroeffnet-chancen-bleibt-aber-hinter-erwartungen-zurueck/

So und so ähnlich lauteten die Schlagzeilen über einen Entwurf zu einem „Sportfördergesetz“, den die neue Staatsministerin für Sport und Ehrenamt bei einer exklusiven Einladung am 14.10. 2025 im Bundeskanzleramt in Berlin ausgewählten Medienvertretern vorgestellt hat. In den Berichten über diese Veranstaltung und über das neue Gesetz lassen sich – von der Ministerin autorisierte – Zitate finden, die sie den geladenen Journalisten auf dem Weg in ihre Redaktionen mitgegeben hat. Einen Link auf den vollen Wortlaut des neuen Gesetzesentwurfs lässt sich in dieser Berichterstattung nicht finden. Gleiches gilt für die Homepage des Bundeskanzleramtes und der dort angesiedelten neuen Staatsministerin für Sport und Ehrenamt. Ganz offensichtlich war es die Absicht der neuen Ministerin, ausgewählte Pressevertreter noch vor den eigentlich von einem neuen Gesetz betroffenen Institutionen und Personen des organisierten Sports, insbesondere des DOSB, vorab zu informieren.

Wer sich die Mühe macht und bereit ist, den vollen Wortlaut des nunmehr veröffentlichten 57-seitigen Referentenentwurfs zu einem neuen Sportgesetz ganz zu lesen, der kann sich über diese – alle Regeln des Fair Play verstoßende – Vorgehensweise kaum wundern. Mit diesem Entwurf beschreitet die neue Bundesregierung einen neuen sportpolitischen Weg, bei dem mit Hilfe eines ideologischen Propagandainstruments namens „Unabhängigkeit“ ein weiterer Schritt zur Verstaatlichung des Sports vollzogen wird, der mit der Einrichtung eines Sportministeriums unter dem Beifall der Sportorganisationen bereits vor ein paar Monaten vollzogen wurde. Weiterlesen

Themenzuordnung: Allgemein

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