Beitrag zur Sportentwicklung

Deutschsprachige Sportkulturen – Deutschland, Österreich und Schweiz Teil 2

Helmut Digel, Andreas Weber

unter Mitarbeit von Albrecht Hummel

Link zu Teil 1:

 https://sport-nachgedacht.de/wiss_beitrag/deutschsprachige-sportkulturen-deutschland-oesterreich-und-schweiz-teil-1/#more-8826

Sportberichterstattung

Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender weisen in ihrer Sportberichterstattung erhebliche Unterschiede auf.

Rechteerwerb und Verteilung

Der Erwerb und die Verteilung teurer Übertragungsrechte variieren zwischen den Sendern sehr stark. Lokale Marktbedingungen (Konkurrenz durch Pay-TV) und gesetzliche Regelungen haben dabei einen unterschiedlichen Einfluss.

ARD und ZDF teilen sich in Deutschland oft die Rechte für Großereignisse (z. B. Fußball-Weltmeisterschaften, Olympische Spiele) und verhandeln diese gemeinsam. Sie konkurrieren dabei mit Pay-TV-Anbietern[1] und privaten Free-TV-Sendern.

In Österreich und der Schweiz spielen die öffentliche-rechtlichen Sender (ORF bzw. SRF) eine zentralere Rolle im nationalen Rechteerwerb, wobei jedoch auch hier in jüngster Zeit die Konkurrenz durch private Anbieter zunimmt (z.B. ServusTV, Sky in Österreich; Blue Sport und My Sports in der Schweiz). Beispielsweise hat die SRG seit 2022 keine Rechte mehr an der Nationalen Eishockey-Liga. Damit hat der SRF alle Live- Übertragungsrechte im Schweizer Eishockey für die nächsten zehn Jahre verloren. Die „Liga“ vergab das Rechte-Paket für Liveübertragungen einschließlich Wiederverwertungsrechten für die Jahre 2027 bis 2035 an den Telecom-Anbieter Sunrise. Live wird das nationale Eishockey auf dem eigenen Bezahlsender My Sports ausgestrahlt. Gleichzeitig werden ausgewählte Inhalte an private Nicht-Bezahl-Sender wie Blick-TV, 3+ oder TV24. Die SRG hat weiterhin die Rechte an der Eishockey Nationalmannschaft sowie am internationalen Eishockey in Davos, dem „Spengler-Cup“.

Programmschemata und Formate

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Themenzuordnung: Allgemein

Gastbeitrag

Kommunale Sparmaßnahmen bedrohen die Bevölkerungsgesundheit

Gastbeitrag

Wolfgang Schlicht und Jürgen Wuthe

Vertreter*innen der Kommunen beklagen ihre Finanzausstattung. Sie reiche nicht mehr aus, um ihre Gemeinden attraktiv zu gestalten. Bereits ihren Pflichten zur Daseinsvorsorge könnten sie nur noch nachkommen, wenn sie dringend gebotene Sanierungen aufschöben und Zuwendungen an Vereine und andere kulturell wirkende Organisationen kürzten.

Wenn Ortsbibliothek und Schwimmbad geschlossen, Sanierungen von Schulgebäuden, Sporthallen und Straßen aufgeschoben, Kultur- und Vereinsförderung gekürzt oder gar komplett gestrichen werden, hat das Folgen für die Bevölkerungsgesundheit. Dem Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), zugleich Präsident des Deutschen Städtetages, ist beizupflichten, wenn er sagt, dass auch das Vertrauen der Bürger*innen in den politischen Gestaltungswillen errodiert, wenn nur noch das Notwendige getan und das auch nur unzureichend gelöst wird.

Im Vergleich zu europäischen Nachbarn ist es um die Gesundheit der deutschen Bevölkerung eh schon nicht gut bestellt. Bei uns versterben mehr Menschen vorzeitig an Herz-Kreislauferkrankungen, sind Lebenserwartung und Zahl der Jahre, die nach dem 65. Lebensjahr noch gesund verbracht werden, geringer als etwa in den skandinavischen Ländern. Der US-amerikanische „Commonwealth Fund“ führt Deutschland – insgesamt und bei einzelnen Gesundheitsindikatoren – nur auf dem neunten Platz unter zehn Nationen. In Skandinavien, Südeuropa, Frankreich und Irland können die Menschen auf ein längeres Leben und auf mehr gesunde Jahre hoffen.

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Themenzuordnung: Allgemein

Beitrag zur Sportentwicklung

Deutschsprachige Sportkulturen – Deutschland, Österreich und Schweiz Teil 1:

Helmut Digel, Andreas Weber

unter Mitarbeit von Albrecht Hummel

Es gibt in Europa mit Deutschland, Österreich und Schweiz drei deutschsprachige Staaten. Betrachtet man als interessierter Zuschauer[1] die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender dieser drei Staaten und hat man dabei deren Sportsendungen im Blick, so wird man sehr schnell zu der Vermutung kommen, dass es in jedem dieser Staaten eine eigenständige Sportkultur gibt. Wohl gibt es in der Präsentation des Sports viele Gemeinsamkeiten. Doch die Antwort auf die Frage welcher Sport, wie präsentiert wird, kann ganz unterschiedlich ausfallen. Dies lässt sich zum Beispiel bei einer Liveübertragung eines Abfahrtslaufs im österreichischen Fernsehen im Vergleich zur Übertragung desselben Ereignisses durch die ARD oder das ZDF ebenso schnell erkennen, wie bei der Übertragung eines Fußballspiels der deutschen Nationalmannschaft im Vergleich zu einer Übertragung im schweizer Radio und Fernsehen (SRF), wenn die Nationalmannschaft der Schweiz spielt. Im Folgenden soll versucht werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der drei deutschsprachigen Sportkulturen etwas genauer zu betrachten.

Ein differenzierender Blick auf die drei europäischen Länder verweist dabei auf verschiedene historische Wurzeln des Sporttreibens im 19.Jahrhundert, auf länderspezifische Entwicklungspfade und zum Teil sehr unterschiedliche Entwicklungsbedingungen in diesen Ländern nach 1945. Die Teilung Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg, die jahrzehntelange Existenz zweier deutscher Staaten (1949–1990) mit festen Blockbindungen (NATO und Warschauer Pakt), die zeitweilige Eingliederung von Österreich in das Staatsgebilde des nationalsozialistischen Großdeutschen Reiches (1938–1945), die auferlegte Verpflichtung zur dauerhaften Bündnisfreiheit Österreichs durch das dortige Bundesverfassungsgesetz vom 26. Oktober 1955 und die über zweihundertjährige, kultivierte Neutralität der Schweiz haben politische, ökonomische und weltanschauliche Rahmenbedingungen geschaffen, die in den Sportkulturen dieser Länder ihre Spuren hinterlassen haben.

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Gastbeitrag

Stranger Things Mensch gegen Maschine: Die nächste Grenze des Clickbait-Sports?

 ED WARNER

Wenn du verstehen willst, wohin sich der Sport entwickelt, schaue nicht auf das olympische Programm oder den Spielplan der Premier League. Schau dir stattdessen die seltsame, laute, algorithmusfreundliche Welt  an, die gerade außerhalb des Mainstreams wächst. Eine Welt, in der Promi-Boxen Arenen ausverkauft, in der Tennis-Showkämpfe wie Rockauftritte vermarktet werden und in der die Grenze zwischen sportlichem Wettkampf und Unterhaltung nicht nur verschwimmt, sondern freudig ausgelöscht wird.

Nick Kyrgios gegen Aryna Sabalenka als eine „made for social Tennis“ Konfektion; Jake Paul, der das Boxen zu einer Mischung aus WWE[1] und legitimem Kampfsport macht (mit gebrochenem Kiefer und allem); der Aufstieg von Influencer-Football, Darts, Padel. Das sind nicht einfach nur einfache Shows am Rande der sportlichen Hauptbühne. Sie sind vielmehr Teil eines schnell wachsenden Ökosystems von Spin-off-Events, die nicht auf sportliche Reinheit ausgelegt sind, sondern auf Klicks, Clips und kulturelle Erhitzung.

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Themenzuordnung: Allgemein

Essay

Missbrauchter und ekelerregender Fußballsport, oder: Wie eine Show zum Skandal wird

Helmut Digel

Der Spiegel: „Üble Zurschaustellung politischer Speichelleckerei“; Fokus online: „Am Tiefpunkt angekommen“; FAZ: „Auslosung des WM-Turniers als Karneval des Fremdschämens“; The Mirror: „Ein widerwärtiges Theaterstück“; The Guardian: „Es war ungefähr so spannend wie das Lesen eines Wörterbuches, oder das Verfolgen der Wahlergebnisse aus Nordkorea“.

 Was war passiert?

Am 5. Dezember fand in der US Hauptstadt Washington DC. die Auslosung zur FIFA-Fußballweltmeisterschaft 2026 statt, die in den Ländern Kanada, Mexiko und USA ausgetragen wird. Beginn der Veranstaltung im „John F. Kennedy Center for the Performing Arts“ war um12:00 Uhr Ortszeit, um 18:00 Uhr deutscher Zeit. Ausgelost wurden dabei zwölf Gruppen mit jeweils vier Nationen, die dann im nächsten Jahr in Vorrundenspielen, die Qualifikanten für die weiteren Runden des bevorstehenden WM-Turniers ausspielen sollen.

Moderiert wurde die als „Show“ angekündigte Veranstaltung von dem deutschen „Modell“ Heidi Klum und den US-amerikanischen Schauspielern Kevin Harde und Dani Ramirez. Die Lose aus den mehrfach manipulierten Lostöpfen wurden von vier Legenden des amerikanischen Profisports – Tom Brady (Football), Wayne Gretzky, (Eishockey), Shaquille, O’Neal (Basketball), und Aaron Judge (Baseball) gezogen. Mit dieser Auswahl wollte die FIFA die Sportkultur der Gastgeberländer USA, Kanada und Mexiko ehren. Der sportliche Teil der Zeremonie wurde von einem Ex Fußballprofi namens Rio Ferdinand moderiert.

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Themenzuordnung: Allgemein

Essay

„Es ist nicht zu spät“ – die Werte unserer demokratischen Gesellschaft müssen verteidigt werden

Vorbemerkungen

Seit Beginn der Herausgabe des Portals „sport-nachgedacht.de“ war dessen Konzeption auf das immer komplexer werdende gesellschaftliche Teilsysteme „Sport“ ausgerichtet. In vielen Essays, Beiträgen und Gastbeiträgen spielten dabei politische Fragen eine zentrale Rolle. Der Sport als politisches Phänomen mit seiner eigenen Sportpolitik und mit seiner Beziehung und Abgängigkeit bzw. Unabhängigkeit zur allgemeinen Politik und zu weiteren Politikfeldern wie der Wirtschaft oder des Fernsehens waren dabei Anlass zur kritischen Analyse und zu konstruktiven Empfehlungen.

Mit dem Denkanstoß vom 7.10.2025 „Bevor es zu spät ist – für Verständigung, gegen Aufrüstung – für Verzicht, gegen zügelloses, kapitalistisches Wachstum“, wurde angesichts der europa- und weltpolitischen Krisensituation, in der wir uns nicht nur in Deutschland befinden, die Konzeption des Portals bewusst geändert und erweitert. Es sollen nun ergänzend zu den Publikationen, die sich auf den Sport beziehen, auch Beiträge im Portal „sport-nachgedacht.de“ erscheinen, die über das System des Sports hinausgehen und in denen beabsichtigt wird, einen Beitrag zum Erhalt und zum Schutz unserer Demokratie zu leisten. Auch Gastbeiträge hierzu sind willkommen. H.D.

Helmut Digel

Es ist heute viel von einer deutschen Wertegemeinschaft die Rede, die unsere Demokratie auszuzeichnen hat und auf die sich unsere Bürgerinnen und Bürger einzulassen haben, wenn sie in dieser Wertegemeinschaft leben möchten. Diese Aussage wird immer wieder auch an Migranten[1] gerichtet, wenn diese sich Deutschland als jenes Land ausgesucht haben, in dem sie in Zukunft gerne leben möchten. Bei öffentlichen Werte Diskussionen werfen sich politische Kontrahenten häufig vor, einen falschen Werte Begriff zu haben, und reklamieren jeweils für sich – und exklusiv – die richtige Auslegung. Man tut dabei so, als ob Werte etwas wären, was es schon immer gibt und die lediglich befolgt werden müssen. Doch Werte sind nichts, was es einfach so gibt. Werte sind nichts, wovon es nur eine einzige richtige Auslegung gibt. Werte wurden und werden von Menschen für Menschen definiert und beschreiben im Kontext gesellschaftlicher Entwicklungen und des Zeitgeschehens Überzeugungen und Prinzipien, die angeben, was eine Person oder eine Gruppe als wünschenswert, angemessen und gut erachtet. Über Werte muss deshalb immer wieder von neuem nachgedacht werden, und sie müssen in Bezug auf ihre intendierte Bedeutung und Funktion immer wieder überprüft werden.

Das Wertefundament unserer Gesellschaft

Es ist interessant, wenn wir einen Blick auf jene Werte richten, durch die sich die deutsche Wertegemeinschaft auszeichnen soll. Für ein demokratisches Gemeinwesen wie Deutschland sind die relevanten Werte in unserer Verfassung und in den Landesverfassungen niedergelegt.

Im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland werden als zentrale Werte insbesondere die „Menschenwürde“, die „Freiheit“ und die „Gleichheit“ ausgewiesen. Die „Würde des Menschen“ steht im Artikel 1 an erster Stelle und gilt als „unantastbar“. Der Staat ist verpflichtet, sie zu achten und zu schützen. Sie bildet die Grundlage aller weiteren Grundrechte und stellt einen übergeordneten, nicht verhandelbaren Wert dar. Weiterlesen

Themenzuordnung: Allgemein

Essay

BELOHNUNGSSYSTEME DES SPORTS

Helmut Digel

Sport ist mehr als reiner Wettbewerb; er ist ein komplexes soziales und kulturelles System, das Verhaltensweisen formt, Motivation erzeugt und Identität prägt. Im Kern dieses Systems stehen Belohnungen — materielle, symbolische, persönliche, soziale — die das Verhalten von Athleten[1], Trainern, Vereinen und Institutionen steuern. Belohnungen wirken auf mehreren Ebenen und beeinflussen sowohl kurzfristige Entscheidungen als auch langfristige Karrierewege.

Erstens fungieren materielle Belohnungen als Anreizsysteme. Die offensichtlichste Form sind materielle Belohnungen wie Geldpreise, Sponsoringverträge, Prämien oder Sachleistungen. Im Profisport spielen sie eine entscheidende Rolle, da sie nicht nur Anreiz bieten, sondern auch den Lebensunterhalt der Athleten sichern. Besonders in globalisierten Sportarten wie Fußball, Tennis oder E-Gaming sind hohe Preisgelder ein zentraler Motor für Wettbewerb und Leistungssteigerung. Gleichzeitig bergen sie die Gefahr, dass finanzielle Interessen das Ideal des Sports als kulturelle Praxis überlagern oder gar verdrängen. Antrittsgelder, Preisgelder, Sponsoringverträge, Stipendien und Leistungsprämien schaffen eine direkte wirtschaftliche Motivation. Sie belohnen Spitzenleistungen, erreichte Ranglistenpositionen und die Erfüllung bestimmter Normen.

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Themenzuordnung: Allgemein

Essay

75 Jahre Deutscher Sportbund (DSB): Würdigung von Persönlichkeiten, die den DSB geprägt haben (Teil II: Von Dieter Graf von Landsberg Velen bis Norbert Wolf)

Detlef Kuhlmann

 Mit Dieter Graf von Landsberg-Velen beginnt Teil II der (zweiteiligen) Serie mit Porträts von Persönlichkeiten, die den DSB geprägt haben. Teil I mit Porträts von Willi Daume bis Klaus Heinemann ist online zu finden unter: www.sport-nachgedacht.de

 Dieter Graf von Landsberg-Velen

Maximilian Dietrich Graf von Landsberg-Velen und Gemen (kurz: Dieter Graf Landsberg-Velen) wurde im Jahre 1974 zum Vize-Präsidenten des DSB gewählt, nachdem er bereits ein Jahr zuvor in das Präsidium des damaligen Nationalen Olympischen Komitees (NOK) gewählt worden war. Dem DSB-Präsidium gehörte er bis einschließlich der ersten Legislaturperiode nach der Wiedervereinigung bis zum Jahre 1994 an. Danach wurde er zum Ehrenmitglied des DSB ernannt. Parallel gehörte Dieter Graf Landsberg-Velen weiterhin dem NOK bis 2001 an, wo er 1993 zum Vize-Präsidenten berufen wurde. Hier leitete er u.a. die Kommission für Rechts- und Satzungsfragen.

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Themenzuordnung: Allgemein

Beitrag zur Sportentwicklung

Gesetz zur Förderung des Spitzensports – Ein weiterer Schritt in Richtung „Staatssport“

Helmut Digel

FAZ:

 

Spiegel-online:

  • „Eine Spitzensportagentur soll das deutsche Medaillenproblem lösen“:

https://www.spiegel.de/sport/olympia/olympische-spiele-spitzensportagentur-soll-deutschlands-medaillenproblem-loesen-a-3c52aec0-b977-40eb-a752-1cb514c9a76c

ZDF (Video):

o  „Alleingang der Bundesregierung – Sportfördergesetz: DOSB fürchtet Machtverlust“

https://www.zdfheute.de/sport/sport-dosb-sportfoerdergesetz-bundesregierung-100.html

Tagesspiegel:

  • „Verteilung der Sport-Millionen:Neues Sportfördergesetz: Weniger Einfluss für Sportverbände“

https://www.tagesspiegel.de/sport/verteilung-der-sport-millionen-neues-sportfordergesetz-weniger-einfluss-fur-sportverbande-14643764.html

 

Sport 1.de:

 

  • Wirbel um neuen Gesetzentwurf“

https://www.sport1.de/news/mehr-sport/2025/10/nachster-anlauf-zum-sportfordergesetz-dosb-reagiert-verstimmt

 

 

Athleten Deutschland e.V.:

 

  • „Entwurf zum Sportfördergesetz eröffnet Chancen, bleibt aber hinter Erwartungen zurück“

https://athleten-deutschland.org/entwurf-zum-sportfoerdergesetz-eroeffnet-chancen-bleibt-aber-hinter-erwartungen-zurueck/

So und so ähnlich lauteten die Schlagzeilen über einen Entwurf zu einem „Sportfördergesetz“, den die neue Staatsministerin für Sport und Ehrenamt bei einer exklusiven Einladung am 14.10. 2025 im Bundeskanzleramt in Berlin ausgewählten Medienvertretern vorgestellt hat. In den Berichten über diese Veranstaltung und über das neue Gesetz lassen sich – von der Ministerin autorisierte – Zitate finden, die sie den geladenen Journalisten auf dem Weg in ihre Redaktionen mitgegeben hat. Einen Link auf den vollen Wortlaut des neuen Gesetzesentwurfs lässt sich in dieser Berichterstattung nicht finden. Gleiches gilt für die Homepage des Bundeskanzleramtes und der dort angesiedelten neuen Staatsministerin für Sport und Ehrenamt. Ganz offensichtlich war es die Absicht der neuen Ministerin, ausgewählte Pressevertreter noch vor den eigentlich von einem neuen Gesetz betroffenen Institutionen und Personen des organisierten Sports, insbesondere des DOSB, vorab zu informieren.

Wer sich die Mühe macht und bereit ist, den vollen Wortlaut des nunmehr veröffentlichten 57-seitigen Referentenentwurfs zu einem neuen Sportgesetz ganz zu lesen, der kann sich über diese – alle Regeln des Fair Play verstoßende – Vorgehensweise kaum wundern. Mit diesem Entwurf beschreitet die neue Bundesregierung einen neuen sportpolitischen Weg, bei dem mit Hilfe eines ideologischen Propagandainstruments namens „Unabhängigkeit“ ein weiterer Schritt zur Verstaatlichung des Sports vollzogen wird, der mit der Einrichtung eines Sportministeriums unter dem Beifall der Sportorganisationen bereits vor ein paar Monaten vollzogen wurde. Weiterlesen

Themenzuordnung: Allgemein

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