Der Sport ist heute immer und überall präsent. Er begegnet einem von morgens bis spät in die Abendstunden im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ebenso wie in unzähligen privaten Fernsehsendern. In den sozialen Medien ebenso wie auf den Streaming Kanälen. Fußball findet im Fernsehen sieben Tage in der Woche statt. Selbst Drittliga- Spiele sind es den Verantwortlichen des Fernsehens wert, dass man sie live überträgt. Von November bis Ende März werden die Bildschirme der Konsumenten[1] nahezu täglich mit bewegten Bildern vom Biathlon, vom Skiweltcup oder von den nordischen Skiwettkämpfen versehen.
Sind es nicht Übertragungen von Sportwettkämpfen, dann werden uns die Protagonisten des Sports in jeder Rate-Sendung und bei jeder Unterhaltungsshow präsentiert. Die Idee des sportlichen „Wettkampfs“ prägt immer mehr Programme der Fernsehsender und in der großen Mehrheit dieser Sendungen geht es um „Product-Placement“, das angeblich vom Gesetzgeber verboten wurde. Jeder „Promi“ ist dabei, sein eigenes Produkt, d.h. sich selbst zu promoten und die Promis untereinander promovieren sich gegenseitig. Es ist fast kaum noch Themen oder Sendeinhalte denkbar, die man nicht im Fernsehen für die Eigenwerbung von so genannten Stars missbrauchen könnte. Selbstredend werden für diesen „Missbrauch“ keine Gebühren bezahlt. Weiterlesen →
Endlich ist es so weit! Nach mehr als zehn Jahren abenteuerlicher Diskussionen, zeitaufwändigen und kostspieligen Beratungen und Sitzungen hat die erste Lesung des Gesetzentwurfs eines „Sportfördergesetzes“ – Drucksache 21/5921 vom 15.05.2026 – im Deutschen Bundestag am 21. Mai 2026 stattgefunden. Die angebliche Bedeutung dieses neuen „Sportfördergesetzes“ hat die Redakteure[1] der Wochenzeitung des Deutschen Bundestages „Das Parlament“ veranlasst, diese „Lesung“ zum Thema der Woche zu erheben. Die Überschrift „Jagd auf Gold wird zum Gesetz“ bringt auf der Titelseite das Thema dieser „Lesung“ auf den Punkt. Auf Seite 2 folgt ein Interview mit der Überschrift „So viele Medaillen wie möglich“, auf Seite 3 wird angedeutet, wie dies möglich ist, wenn wir bereit sind, „von den Briten zu lernen“ und schließlich gibt man auf Seite 4 zwei Gastkommentatoren die Möglichkeit zu einem Pro und Contra zum Thema: „Mehr Geld, mehr Medaillen?“
Die Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, Dr. Christiane Schenderlein (CDU), sieht in dem Gesetz einen „Meilenstein“. Mit ihm wird ein „Paradigmenwechsel“ vollzogen. Sie verspricht, dass mit diesem Gesetz Deutschland wieder in die internationale Spitze zurückkehren wird. Nach zehnjähriger Diskussion, die keine entscheidenden Fortschritte gebracht habe, sei es notwendig gewesen, dass die Bundesregierung dies nun „anpackt“, und dass nun – nicht wie bisher der Sport selbst – sondern ein aus zwei Personen bestehender hauptamtlicher Vorstand einer „Spitzensportagentur“ über die Fördermittelvergabe entscheiden soll. Welche Personen die zwei Vorstandsstellen zukünftig besetzen werden, soll von einem neunköpfigen Stiftungsrat entschieden werden. Ihm gehören laut Gesetzesentwurf zwei Mitglieder des Bundestages, drei Vertreter der Bundesregierung, ein Ländervertreter sowie drei vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) zu benennende Vertreter für den organisierten Sport an. Einfluss auf die Förderentscheidungen soll dieser Stiftungsrat nicht nehmen können. An der Seite des Vorstandes wird es zukünftig auch noch einen Sportbeirat geben, der gegenüber dem Stiftungsrat und dem Vorstand lediglich „beratend“ tätig sein soll. Weiterlesen →
Olympische Spiele können und sollten zukünftig überall in der Welt stattfinden können. Sie sollten kleiner als jene sein, die in Paris stattgefunden haben und jene, die in zwei Jahren in Los Angeles stattfinden werden. Sie sollten finanziell und ökologisch für alle Beteiligten und für alle davon Betroffenen verantwortbar sein.
Dank der Reformen des IOC in den vergangenen zwei Jahrzehnten, dank der „Agenda 2020“ und „2020 +5“, dank einer in Deutschland verkannten und mit einer durch einige Pressevertreter und Medien z.T. sehr beleidigenden Missachtung begleiteten erfolgreichen Reformpolitik des ehemaligen, aus seinem Amt freiwillig ausgeschieden IOC- Präsidenten Dr. Thomas Bach, ist für die Durchführung von zukünftigen Olympischen Spielen eine beachtenswerte Flexibilität erreicht worden. Dadurch ist es möglich, olympische Spiele z.B. auch in Albanien ebenso auszutragen wie in Zaire, in Island ebenso wie in Südafrika. Von A bis Z, von Nord bis Süd, von Ost bis West kann und darf jedes Land für die Ausrichtung von Olympischen Sommerspielen Interesse zeigen. Und sich bewerben. Das ist gut so!
Der Flexibilität bei der Ausrichtung der Spiele sollten keine Grenzen gesetzt sein. Sie können in einer Stadt, in einem Land, in zwei oder auch in drei kleineren Ländern, die geographisch nebeneinander liegen und eine ökologisch vertretbare Entfernung aufweisen, stattfinden. Nach wie vor sollte ein gemeinsames „Athletendorf“, im Ausnahmefall maximal zwei Athletendörfer, notwendige Bedingung für die Durchführung von Olympischen Spielen sein Der Zeitpunkt der durchzuführenden Spiele sollte sich nach den klimatischen Bedingungen richten, um optimale Voraussetzungen für die Wettkämpfe der Athletinnen und Athleten zu erreichen. Weiterlesen →
Die Erziehungsprinzipien meiner Eltern waren wohl ursächlich daran beteiligt, dass mir die Rolle eines bedingungslosen „Sport-Fans“ für mein ganzes Leben fremd blieb. In den sieben Jahrzehnten, in denen ich privat und beruflich in der Welt des Sports zu Hause war, war es für mich immer ein besonderes Anliegen sportliche Wettkämpfe und die Akteure[1] dieser Wettkämpfe unter dem Aspekt der fachlichen Qualität, der Ereignisse und der dabei sich präsentierenden Athletinnen und Athleten zu betrachten. Dabei hatte ich durchaus auch Emotionen, die ich an den Sport herangetragen habe. Doch sie folgten dem „David-Goliath-Prinzip“. Eine chauvinistische Haltung war mir ebenso fremd wie eine nationalistisch ausgerichtete „Okkupation“ sportlicher Wettkämpfe. Wurde ich gefragt, ob ich Fan eines bestimmten Fußballklubs sei, so konnte ich diese Frage, je nach Zeitpunkt und Ort, wo sie mir gestellt wurde, ganz unterschiedlich beantworten. Wenn Bayern München gegen Heidenheim spielt, sind meine Sympathien auf der Seite des „David“ Heidenheim. Wenn ich im Ausland nach den besten deutschen Fußballklubs gefragt werde, so identifiziere ich mich sehr gerne mit Bayern München und für VFBStuttgart, wo ich in die Schule gegangen habe ich noch mehr Sympathien seit der Trainer „Hoeneß“ heißt, dessen Vater bei mir in Tübingen studiert hat.
Schon sehr früh haben mich in meiner eigenen Sportart „Handball“ aggressive Sprechchöre von den Tribünen gestört, mit denen der Gegner in seinem Spiel gestört werden sollte. Ich schämte mich, wenn bei einem „7 m“ der gegnerische Spieler mit einem Pfeifkonzert bei seinem Wurf begleitet wurde. Beleidigende Rufe von den Rängen gegenüber einzelnen Spielern des Gegners, vor allem auch gegen die Schiedsrichter, waren für mich inakzeptabel. Die aggressive Parteinahme zugunsten der eigenen Mannschaft und gegen die Gast-Mannschaft habe ich schon immer als eine Entgleisung im System des Sports wahrgenommen, die im krassen Widerspruch zum Fairplay-Gebot steht. Von immer mehr „Fans“ wurden die Maximen, die man mit dem Begriff des „Gastes“ verbindet, mit Füßen getreten. Von einer „Gastfreundschaft“ konnte immer seltener die Rede sein. Weiterlesen →
Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender weisen in ihrer Sportberichterstattung erhebliche Unterschiede auf.
Rechteerwerb und Verteilung
Der Erwerb und die Verteilung teurer Übertragungsrechte variieren zwischen den Sendern sehr stark. Lokale Marktbedingungen (Konkurrenz durch Pay-TV) und gesetzliche Regelungen haben dabei einen unterschiedlichen Einfluss.
ARD und ZDF teilen sich in Deutschland oft die Rechte für Großereignisse (z. B. Fußball-Weltmeisterschaften, Olympische Spiele) und verhandeln diese gemeinsam. Sie konkurrieren dabei mit Pay-TV-Anbietern[1] und privaten Free-TV-Sendern.
In Österreich und der Schweiz spielen die öffentliche-rechtlichen Sender (ORF bzw. SRF) eine zentralere Rolle im nationalen Rechteerwerb, wobei jedoch auch hier in jüngster Zeit die Konkurrenz durch private Anbieter zunimmt (z.B. ServusTV, Sky in Österreich; Blue Sport und My Sports in der Schweiz). Beispielsweise hat die SRG seit 2022 keine Rechte mehr an der Nationalen Eishockey-Liga. Damit hat der SRF alle Live- Übertragungsrechte im Schweizer Eishockey für die nächsten zehn Jahre verloren. Die „Liga“ vergab das Rechte-Paket für Liveübertragungen einschließlich Wiederverwertungsrechten für die Jahre 2027 bis 2035 an den Telecom-Anbieter Sunrise. Live wird das nationale Eishockey auf dem eigenen Bezahlsender My Sports ausgestrahlt. Gleichzeitig werden ausgewählte Inhalte an private Nicht-Bezahl-Sender wie Blick-TV, 3+ oder TV24. Die SRG hat weiterhin die Rechte an der Eishockey Nationalmannschaft sowie am internationalen Eishockey in Davos, dem „Spengler-Cup“.
Es gibt in Europa mit Deutschland, Österreich und Schweiz drei deutschsprachige Staaten. Betrachtet man als interessierter Zuschauer[1] die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender dieser drei Staaten und hat man dabei deren Sportsendungen im Blick, so wird man sehr schnell zu der Vermutung kommen, dass es in jedem dieser Staaten eine eigenständige Sportkultur gibt. Wohl gibt es in der Präsentation des Sports viele Gemeinsamkeiten. Doch die Antwort auf die Frage welcher Sport, wie präsentiert wird, kann ganz unterschiedlich ausfallen. Dies lässt sich zum Beispiel bei einer Liveübertragung eines Abfahrtslaufs im österreichischen Fernsehen im Vergleich zur Übertragung desselben Ereignisses durch die ARD oder das ZDF ebenso schnell erkennen, wie bei der Übertragung eines Fußballspiels der deutschen Nationalmannschaft im Vergleich zu einer Übertragung im schweizer Radio und Fernsehen (SRF), wenn die Nationalmannschaft der Schweiz spielt. Im Folgenden soll versucht werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der drei deutschsprachigen Sportkulturen etwas genauer zu betrachten.
Ein differenzierender Blick auf die drei europäischen Länder verweist dabei auf verschiedene historische Wurzeln des Sporttreibens im 19.Jahrhundert, auf länderspezifische Entwicklungspfade und zum Teil sehr unterschiedliche Entwicklungsbedingungen in diesen Ländern nach 1945. Die Teilung Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg, die jahrzehntelange Existenz zweier deutscher Staaten (1949–1990) mit festen Blockbindungen (NATO und Warschauer Pakt), die zeitweilige Eingliederung von Österreich in das Staatsgebilde des nationalsozialistischen Großdeutschen Reiches (1938–1945), die auferlegte Verpflichtung zur dauerhaften Bündnisfreiheit Österreichs durch das dortige Bundesverfassungsgesetz vom 26. Oktober 1955 und die über zweihundertjährige, kultivierte Neutralität der Schweiz haben politische, ökonomische und weltanschauliche Rahmenbedingungen geschaffen, die in den Sportkulturen dieser Länder ihre Spuren hinterlassen haben.
So und so ähnlich lauteten die Schlagzeilen über einen Entwurf zu einem „Sportfördergesetz“, den die neue Staatsministerin für Sport und Ehrenamt bei einer exklusiven Einladung am 14.10. 2025 im Bundeskanzleramt in Berlin ausgewählten Medienvertretern vorgestellt hat. In den Berichten über diese Veranstaltung und über das neue Gesetz lassen sich – von der Ministerin autorisierte – Zitate finden, die sie den geladenen Journalisten auf dem Weg in ihre Redaktionen mitgegeben hat. Einen Link auf den vollen Wortlaut des neuen Gesetzesentwurfs lässt sich in dieser Berichterstattung nicht finden. Gleiches gilt für die Homepage des Bundeskanzleramtes und der dort angesiedelten neuen Staatsministerin für Sport und Ehrenamt. Ganz offensichtlich war es die Absicht der neuen Ministerin, ausgewählte Pressevertreter noch vor den eigentlich von einem neuen Gesetz betroffenen Institutionen und Personen des organisierten Sports, insbesondere des DOSB, vorab zu informieren.
Wer sich die Mühe macht und bereit ist, den vollen Wortlaut des nunmehr veröffentlichten 57-seitigen Referentenentwurfs zu einem neuen Sportgesetz ganz zu lesen, der kann sich über diese – alle Regeln des Fair Play verstoßende – Vorgehensweise kaum wundern. Mit diesem Entwurf beschreitet die neue Bundesregierung einen neuen sportpolitischen Weg, bei dem mit Hilfe eines ideologischen Propagandainstruments namens „Unabhängigkeit“ ein weiterer Schritt zur Verstaatlichung des Sports vollzogen wird, der mit der Einrichtung eines Sportministeriums unter dem Beifall der Sportorganisationen bereits vor ein paar Monaten vollzogen wurde. Weiterlesen →