Essay

Sport und Markt- eine fragwürdige Beziehung

Vermarktung ist längt zum geflügelten Wort aller Sportorganisationen geworden. Doch wer sich am Markt bewähren möchte, muss sich einer Marktorientierung bewusst sein. Es gibt hierbei zwei negative Phänomene.

Es gibt das Phänomen des Marktversa­gens, d.h. der Markt ist nicht für alle Güter resonanzfähig. Manche Güter, die gesellschaftlich sinnvoll und not­wendig sind, werden für den Markt nicht produziert, weil es keine ausreichende und kaufkräftige Nachfrage gibt. Dieser Sachverhalt gilt auch für die Güter des Sports. Die Annahme, dass das Gemeinwohl am besten gefördert wird, wenn alle nur ihren eigenen Vorteil im Auge haben und verwirkli­chen, ist heute mehr denn je falsch. Beim Sport lässt sich dies beobachten: öffentlich gefördert wurden und werden Athleten und Athletinnen wie Neureuther, Zverev, Kaymer und Mihambo in Sportarten wie Skilauf, Tennis, Golf und Leichtathletik; in Veranstaltungen, wie Welt­meisterschaften und Daviscup. Nicht gefördert werden hinge­gen die Athleten „Maier und Müller“, Sportarten wie Rollhockey, Prellball, Rollkunstlauf und Veranstaltungen wie Deutsche Roll- oder Prellballmeisterschaften. Weiterlesen

In eigener Sache

Spendenaufruf

Im Mai 2017 war es soweit. Nach kurzer Vorbereitung konnte das Onlinemagazin “sport- nachgedacht.de“ zum ersten Mal präsentiert werden. Damals noch unter dem Namen „sport-quergedacht.de“. Sehr schnell haben die Beiträge und Essays dieses Magazins eine interessierte Leserschaft gefunden. Bereits nach einem Jahr war die Anzahl der Leser auf mehr als 1000 angestiegen. Mittlerweile wird das Magazin von mehr als 10.000 Interessenten besucht. Mancher Beitrag wurde gar zum „Bestseller“. Es sind seit dem Start rund 160 Essays, 67 Beiträge, über 1300 Exponate in der Galerie und in der Enzyklopädie Zahlenmaterial aus 30 Themenbereichen veröffentlicht worden.

Seit Januar 2021 hat das Magazin einen neuen Namen erhalten und heißt nun „sport- nachgedacht.de“. Nach wie vor kann das Magazin auf ein ansteigendes Interesse verweisen.
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Themenzuordnung: Allgemein

Beitrag zur Sportentwicklung

Zur Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamt in Sportverbänden

Die Geschichte der freiwilligen Vereinigungen im Turnen und im Sport, die schon mehr als 200 Jahre währt, kann zu Recht als eine Erfolgsgeschichte der Ehrenamtlichkeit bezeichnet werden. Zahllose Freiwillige haben sich zusammengefunden im Interesse einer gemeinsamen Sache. Sie haben Abteilungen, Vereine und Verbände gegründet, und mit freiwilliger Arbeit wurden bedeutsame gesellschaftspolitische Leistungen erbracht. Organisatorisch fanden   Turnen und Sport gleichsam „nebenher“ statt. Der Begriff der „wichtigsten“ Nebensache hatte somit Bedeutung. Denn für die vielen Ehrenamtlichen in der 200- jährigen Turn- und Sportgeschichte war ihr Beruf, war das Arbeitsleben der Bezugspunkt ihres freiwilligen Handelns. Turnen und Sport hatten hingegen Freizeitcharakter, auch schon damals, als dieser Begriff noch gar nicht zum deutschen Sprachgebrauch gehörte. Mit dem Siegeszug des Turnens und des Sports, mit dem ökonomischen und politischen Wandel unserer Gesellschaft, mit den vielfältigen Veränderungen im Arbeitsleben und nicht zuletzt bedingt durch den wachsenden materiellen Wohlstand kam es zu einer Aufwertung von Turnen und Sport. Aus der Nebensache wurde eine politisch zunehmend bedeutsame Angelegenheit. Weiterlesen

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Essay

Mitgliederzahlen können trügerisch sein

Die Idee der freiwilligen Vereinigung weist wohl in keinem anderen Bereich unserer Gesellschaft eine vergleichbare Erfolgsgeschichte auf, wie dies im Sport der Fall ist. Nachdem sich im frühen 19. Jahrhundert Gleichgesinnte in so genannten Turngesellschaften zusammengeschlossen hatten, war eine Entwicklung in Gang gebracht worden, die bis heute andauert. Menschen mit gleichen Interessen gründen einen Verein, und in keiner Organisationsform gelingt es besser, gleichartige Interessen auf dem Gebiet des Sports zugunsten von Mitgliedern zu befriedigen, wie dies im Verein der Fall ist. Das historische Modell des Turnvereins hat deshalb viele Nachahmer gefunden. Allein in der Zeit von 1950, als der Deutsche Sportbund gegründet wurde, bis heute konnte die Zahl der in Deutschland existierenden Vereine von ehemals 19.874 auf nahezu 90.000 Vereine anwachsen. Immer mehr Mitglieder sind den Vereinen beigetreten und so ist nicht nur ein Teil der Vereine langsam größer geworden, sondern die Gesamtmitgliederzahl jener Menschen, die sich in einem Verein über eine Mitgliedschaft einbinden lassen, ist im genannten Zeitraum von 6 auf 27 Millionen angewachsen. Weiterlesen

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Essay

Menschenrechte und Olympische Winterspiele 2022 in Peking

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ – diese Maxime ist das Fundament, auf dem die Gründungsväter der Bundesrepublik Deutschland eine neue deutsche Gesellschaft gebaut sehen wollten. Mit diesem Satz wird auf die humanitäre Katastrophe verwiesen, die der Nationalsozialismus in Deutschland und weit über Deutschland hinaus ausgelöst hatte. Mit dieser Feststellung wird eine Leitlinie angeboten, die es uns möglich macht, dass aus der menschenverachtenden Politik der Vergangenheit gelernt werden kann, dass sich unsere Gesellschaft zukünftig durch Humanität und Würde auszeichnen kann. Damit ist uns Deutschen aber auch ein Auftrag mit auf den Weg gegeben, wo immer die Menschenwürde angetastet wird. Wo immer Menschenrechte in dieser Welt verletzt werden, sind diese anzuklagen und ist dagegen anzugehen. Wir alle haben uns dafür einzusetzen, dass es zu einer Achtung der Würde des Menschen kommt. Weiterlesen

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Gastbeitrag

Fragen an die Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestages

Ein Gastbeitrag von Rainer Hipp

Die Deutsche Presse- Agentur (dpa) hat mit der Vorsitzenden des Sportausschusses des Deutschen Bundestages, Dagmar Freitag (SPD), ein Interview zu der Amtszeit von Thomas Bach, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) geführt. Dieses Interview wurde am 9. März in zahlreichen deutschen Printmedien veröffentlicht. Der Schreiber dieser Zeilen hat die Ausführungen von Dagmar Freitag mit großer Aufmerksamkeit gelesen. Die Mischung aus Verwunderung und Irritation hat bei ihm Fragen aufgeworfen, die er der Bundestagsabgeordneten öffentlich stellen möchte. Zum besseren Verständnis werden seine Fragen auf die jeweiligen Aussagen im Interview der Sportausschuss-Vorsitzenden ausgerichtet. Weiterlesen

Essay

Bewerbungen um Olympische Spiele in Deutschland – eine beispiellose Selbstzerstörung

Alle hätten es wissen können. Doch keiner hat es ganz offensichtlich gewusst. Was ist geschehen?
Mit der Wahl des neuen IOC-Präsidenten Dr. Bach im Jahr 2013 wurde vom IOC ein umfassender Reformprozess auf den Weg gebracht. Dabei ging es vor allem darum, dass die Ausrichtung zukünftiger Olympischer Spiele keine „weißen Elefanten“ zurücklassen soll, dass die Bewerbungsverfahren für zukünftige Spielen vereinfacht, flexibler und kostengünstiger werden, und dass vor einer Entscheidung der IOC- Session über den Gastgeber der nächsten Olympischen Spiele ein kostengünstiger kontinuierlicher Dialog stattfindet, in den alle interessierten Bewerber einbezogen werden. Dieser ist für beide Seiten unverbindlich. Die Kommunikation über die Teilnahme am kontinuierlichen Dialog ob liegt allein den Interessenten. Das IOC selbst äußert sich öffentlich nicht über diesen Dialog, um den über viele Jahre kritisierten öffentlichen Wettbewerb zu vermeiden. Weiterlesen

Kunst aus unserer Galerie

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Beitrag zur Sportentwicklung

Die sozial- und sportpolitische Bedeutung der ehrenamtlichen Tätigkeit im Sportverein

Ich werde in meinen folgenden Ausführungen versuchen, ein Plädoyer für das Ehrenamt und für die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter in den Sportvereinen abzugeben. Mein Plädoyer beruht auf theoretischen Einsichten in das Phänomen des Ehrenamtes ebenso wie auf praktischer Überzeugung. Bekenntnisreden zur ehrenamtlichen Tätigkeit sind frei­lich nichts Neues; bei Jahresfeiern, Ehrungen, Beerdigungen, wann immer also Sportpolitiker und Sportfunktionäre über die Bedeutung von Sportvereinen reden, darf ein Lob über das Ehrenamt nicht fehlen. Weiterlesen

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Beitrag zur Sportentwicklung

Auf dem Weg zu einer Didaktik des Schulsports

Die Diskussion über die Didaktik der Leibesübungen bzw. des Schulsports hat eine mehr als zweihundertjährige Tradition, wenn das Wirken von GutsMuths (1759-1839) als Ausgangspunkt gewählt wird. Tatsächlich oder angeblich konkurrierende Didaktiken sind gegenwärtig das Resultat. Es wird seit den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts von unterschiedlichen didaktischen Modellen gesprochen, teilweise ist auch von Paradigmenwechseln die Rede. Weil vieles, was in der Vergangenheit ausführlich bereits diskutiert und niedergelegt wurde, längst in Vergessenheit geraten ist, kann auch immer wieder von Innovationen gesprochen werden. Doch wird dabei oft nur – wenn auch meist unwissentlich – „alter Wein in neuen Schläuchen“ serviert und dieser kommt dann häufig lediglich in einem neuen sprachlichen Gewand daher. Manch neue Begrifflichkeit verdeckt dabei jedoch erkennbare Richtungsentscheidungen, die für die weitere Entwicklung des Schulsports entscheidend sein können. Weiterlesen

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