Gastbeitrag

Good Vibrations

Gastbeitrag

Vibes in allen Stilrichtungen, von StoneX bis Hove, über Ally Pally und die New Den. Keine Vibraphone erforderlich

ED WARNER

Perri Shakes-Drayton war dabei. Luke Littler hält sich vielleicht deshalb fern. Fans von Millwall und West Ham erzeugen es organisch. Der durchschnittliche County-Cricket-Fan bei den Spielen am Ende dieser Saison bekommt davon vielleicht gar nichts mit. Wir reden hier vom Vibe, oder den Vibes. Ohne ihn oder sie, scheint es, ist der moderne Sport nichts – zumindest für die Gen Z und die Vermarkter, die es auf die digitalen Geldbörsen dieser jungen Konsumenten abgesehen haben.

„Hör zu, ich freue mich einfach darauf, dass alles losgeht. Und ich bin nur wegen der Vibes und der Energie hier.“

Shakes-Drayton war Teil des Teams, das den Broadcast-Stream für ATHLOS LDN26 moderierte, den neuesten Stopp dessen, was beworben wird als „ein globaler Leichtathletik-Zirkel, in dem Sport und Kultur kollidieren“. Die 37-jährige ehemalige Hürdenläuferin war zu ihrer Zeit im britischen Leichtathletikteam das lebhafteste Energiebündel und wirkte, obwohl sie selbst ein Millennial ist, wie die perfekte Vibe-Kuratorin für das anvisierte Gen-Z-Publikum von ATHLOS.

Das Publikum, das auf der der einzigen Tribüne im bescheidenen StoneX Stadium im Norden Londons gegenüberliegenden Seite vor der riesigen Bühne saß, schien sich bis in ältere Generationen zu erstrecken. Doch das Zielpublikum von ATHLOS für seine sieben reinen Frauen-Leichtathletik-Events und die 42 angetretenen Wettkämpferinnen waren nicht diejenigen, die Tickets kauften, genau wie Strictly nicht für diejenigen konzipiert ist, die eingeladen werden, den Studiohintergrund für die wöchentliche Unterhaltungsshow der BBC zu bilden, die am nächsten Abend ausgestrahlt wurde. Weiterlesen →

Themenzuordnung: Allgemein

Essay

Athletica Vaticana – Anmerkungen zu einem bedeutsamen Sportverband

Helmut Digel

„Athletica Vaticana“ (lateinisch; englisch “Vatican Athletics“) ist der erste offizielle Sportverein des Vatikanstaates. Gegründet im Januar 2019 versteht sich der Verein nicht primär als leistungs- und wettkampforientierte Gemeinschaft, sondern als spirituelles und soziales Projekt unter dem Patronat des Päpstlichen Kulturrates bzw. des heutigen „Dikasterium für Kultur und Bildung“. Aus einer 2017 entstandenen Laufgruppe „Athletica Vaticana“, die zunächst am „Marathon für den Frieden“ in Rom teilnahm, entwickelte sich Anfang 2019 der formelle Verein. Der Verein ist in die „Sport und Kultur“-Abteilung des „Päpstlichen Kulturrates“ (heute „Dikasterium für Kultur und Bildung“) eingebettet und wird von diesem ideell und organisatorisch begleitet.

Der offizielle Geschäftssitz ist in der Vatikanstadt (Via del Pellegrino); seit 2023 gibt es zusätzlich das „Vatican House of Sport“ im Palazzo San Calisto in Rom-Trastevere als operativen Sitz.

Athletica Vaticana verwendet eine Darstellung des Wappens der Vatikanstadt als Symbol, das aus zwei Schlüsseln und einer päpstlichen Tiara besteht. Die Sportbekleidung der Mannschaft ist blau, gelb und weiß; die beiden letztgenannten Farben finden sich auch in der Flagge der Vatikanstadt. Offizieller Ausrüster der Mannschaft ist das italienische Unternehmen Errea.

Der Verein verfügt über keine eigenen Sportstätten. Deshalb kooperiert er mit einem römischen Verein, dessen Anlagen er mitbenutzen darf. Weitere Kooperationen bestehen zu FIDAL, dem italienischen Leichtathletikverband, und zum italienischen Nationalen Olympischen Komitee CONI. Weiterlesen →

Themenzuordnung: Allgemein

Essay

Das DOSB-Evaluationsverfahren zur Bewertung der Olympischen Bewerbungen auf dem Prüfstand

Helmut Digel

Die im folgenden gestellten Fragen zum Evaluationsverfahren des DOSB wurden teilweise mithilfe des KI-Programms „Perplexity“ beantwortet

Was sind die wichtigsten Inhalte des Evaluationsberichts der DOSB-Kommission zur Bewertung der Olympischen Bewerbungen?

Der Evaluierungsbericht des DOSB kommt zu dem Ergebnis, dass alle drei Bewerbungen grundsätzlich geeignet seien, Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland erfolgreich auszurichten. München erhielt 87,03 Punkte, KölnRheinRuhr 85,02 Punkte und Berlin+ 74,64 Punkte; damit wurden München und KölnRheinRuhr als „sehr gut“, Berlin+ als „gut“ eingestuft.

Eine verbindliche Wahlempfehlung sprach die Kommission nicht aus. München und KölnRheinRuhr wurden trotz des knappen Punktvorsprungs Münchens als international praktisch gleichrangig bewertet; alle drei Konzepte bleiben für die DOSB-Mitgliederversammlung wählbar.

Die Evaluation bezog sich auf fünf Bereiche:

  1. Internationale Wettbewerbsfähigkeit und nationale Akzeptanz
  2. Sportfachliche und operative Eignung
  3. Vision und Legacy
  4. Kosten und Finanzierung
  5. Infrastrukturelle Sonderprojekte

Nur die ersten beiden Bereiche wurden in Punkte umgerechnet. „Vision und Legacy“ sowie „Kosten und Finanzierung“ wurden lediglich auf ihre Erfüllung geprüft; infrastrukturelle Sonderprojekte waren nicht bewertungsrelevant.

Die Punktwerte wurden aus den bepunkteten Kategorien „Internationale Strahlkraft und nationale Akzeptanz“ sowie „Sportfachliche und operative Eignung“ gebildet. In der Bewertungsmatrix galten 80 bis 100 Punkte als „sehr gut“ und 60 bis 79 Punkte als „gut“. Weiterlesen →

Themenzuordnung: Allgemein

Essay

Ist der Sport als Staatsziel im Grundgesetz zu verankern?

Helmut Digel

Einleitung

Das „Grundgesetz“ ist am 23. Mai 1949 verkündet und mit Ablauf dieses Tages in Kraft getreten; im Jahr 2026 ist es also 77 Jahre alt. Seit der deutschen Einheit am 3. Oktober 1990 gilt es als gesamtdeutsche „Verfassung“. In den seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland vergangenen sieben Jahrzehnten haben der DSB und später der DOSB mit ihren verantwortlichen Funktionären immer wieder von neuem die Aufnahme des Sports als Staatsziel im Grundgesetz gefordert. Die Forderung wurde teilweise auch von den Bundestagsparteien der SPD, FDP und der Linken und sogar von einer Justizministerin unterstützt. Doch hat die CDU als  Regierungspartei diese Aufnahme immer wieder abgelehnt. So hatte zum Beispiel die SPD- Justizministerin Brigitte Zypries den Vorstoß ihrer Partei damit begründet, dass  eine Verankerung als Staatsziel die Bedeutung des Sports in der Gesellschaft besser veranschaulichen würde und bei einer Rechtsgüterabwägung der Sport höher bewertet werden könne als dies heute der Fall ist. Der damals für Sport zuständige Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hielt dagegen: „Ich halte es für falsch, Sport als Staatsziel ins Grundgesetz zu schreiben. Eine Verfassung ist nichts in das man höhere Ziele verankert, sondern Grundrechte für Bürgerinnen und Bürger. Ob Nachbarn einen Sportplatz verhindern können oder nicht, ist eine Sache des Gesetzgebers, nicht der Verfassung.“ Er bezieht sich dabei auf einen damals aktuellen Konflikt zwischen städtischen Bewohnern, die mit einem Lärmschutzgutachten gegen einen Bolzplatz für Kinder und Jugendliche Einspruch erhoben hatten. Mittlerweile wurde die Forderung nach Aufnahme in das Grundgesetz geradezu gebetsmühlenhaft immer wieder von neuem erhoben, doch der Bundestag hat mit ähnlicher Stetigkeit diese Forderungen mehrheitlich immer wieder abgewiesen. Weiterlesen →

Themenzuordnung: Allgemein

Essay

Mit Internationalismus und Universalismus gegen Nationalismus und Chauvinismus – Fußball ein Friedensstifter?

Helmut Digel

Zwischenstaatliche Konflikte weisen ein Nachkriegshoch auf

Die Welt ist in diesen Tagen von kriegerischen Auseinandersetzungen gezeichnet, wie es in der Menschheitsgeschichte selten zuvor der Fall war. Nahezu auf jedem Kontinent sind durch Kriegswaffen getötete junge Menschen zu beklagen, die ihre Leben für eine angeblich wichtige nationale Sache opfern müssen. In Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine sterben auf beiden Seiten Tag für Tag nun bereits über mehr als vier Jahre junge Menschen, die ein besseres Leben verdient hätten. Im Sudan bringen sich Angehörige unterschiedlicher Stämme seit über einem Jahrzehnt in barbarischer Weise gegenseitig um. Die USA führen einen Krieg gemeinsam mit Israel gegen den Iran. Zwischen Pakistan und Afghanistan gibt es wiederkehrende Gefechte. Der Krieg zwischen Israel und der Hamas in Gaza dauert an. In Myanmar gibt es einen bewaffneten Widerstand gegen das Militärregime. In Syrien kommt es nach dem Sturz von Assad im Dezember 2024 weiterhin zu Kämpfen zwischen neuen Regierungskreisen und den Resten von Isis („IS“). Damit ist die Zahl zwischenstaatlicher Kriege seit 1946 auf einem Nachkriegshoch mit mindestens acht dokumentierten zwischenstaatlichen Konflikten.

Ist der Friede zwischen Menschen, das friedliche Zusammenleben von Menschen, das solidarische Miteinander mehr als eine bloße religiöse Metapher, wie sie im Islam, im Juden- und Christentum, im Buddhismus und in allen weiteren Religionen vorkommt, so stellt sich die Frage, welche Friedensbemühungen angesichts dieser fürchterlichen Weltlage es auf dieser Erde gibt und welche Rolle dabei die gewählten oder selbsternannten politischen Repräsentanten[1] der jeweiligen nationalen Gesellschaften spielen.

Das Nachkriegshoch zwischenstaatlicher Kriege hängt auf das engste mit ökonomischen Interessen zusammen. Es ist die Rüstungsindustrie, die die Kriege erst möglich machen. Nie zuvor hat die Waffenindustrie und ihre Lobby einen derart großen Einfluss auf die Weltpolitik erreichen können, wie es in diesen Tagen der Fall ist. Noch vor wenigen Jahren wäre es undenkbar gewesen, dass ein israelischer Rüstungskonzern in Deutschland ein von der Schließung bedrohtes VW Werk übernimmt, um dort mit ihrer Waffenproduktion weitere kriegerische Auseinandersetzung anzuheizen. Weiterlesen →

Themenzuordnung: Allgemein

Gastbeitrag

Ein Versuch, den verrückten Transfermarkt der englischen Premier League zu verstehen

Gastbeitrag

ED WARNER

SEP 03, 2026

„Verkauft Armstrong nicht, Harrison Armstrong. Ich glaube einfach nicht, dass ihr das versteht. Wenn ihr Armstrong, Harrison Armstrong verkauft, werdet ihr einen Aufstand erleben.“ Everton-Fans am Samstag in Bournemouth

„Nach allem, was ich in den letzten Jahren durchgemacht habe, habe ich beschlossen, dass NIE WIEDER jemand über meine Zukunft entscheiden wird… Ich bin geblieben und habe mein Leben gegeben. Also hoffe ich, dass sie meine Situation mit demselben Respekt behandeln, den ich immer für die Spurs hatte… Versucht einfach nicht, für mich zu entscheiden.“ Richarlison postet auf Instagram

Das Fußball-Transferfenster schloss am Dienstagabend. Mehr als 3 Milliarden Pfund wurden von den Vereinen der Premier League den zweiten Sommer in Folge ausgegeben. Letztendlich hat Everton seinen Eigengewächs-Mittelfeldspieler Harrison Armstrong nicht verkauft, nachdem Nottingham Forest Berichten zufolge 40 Millionen Pfund für den 19-Jährigen geboten hatte. Und Richarlison, ehemals Everton, befindet sich immer noch im Tottenham Stadium, obwohl es wahrscheinlich eines weiteren Instagram-Posts bedarf, um festzustellen, ob er froh ist, dort zu sein und nicht an einem Ort, an dem er nicht sein wollte, oder ob er lieber woanders wäre.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber dieses Transferfenster hat mich völlig schwindelig gemacht. Zugegeben, ich war durch Cricket abgelenkt und bin erst spät auf die Party der Transferbeobachter gestoßen. Aber selbst der passionierteste Fußballfan, der in der kurzen Zeit zwischen Weltmeisterschaft und Premier League nichts anderes zu tun hat, muss Schwierigkeiten gehabt haben, den Überblick zu behalten. Oder Sinn in den erstaunlich hohen Summen zu sehen, die ausgegeben wurden, und den Geschichten, die dahinterstecken. Ganz zu schweigen von den Squad Cost Rules, die in dieser Saison die Profit and Sustainability Rules ersetzen, und den strengeren finanziellen Auflagen der UEFA für die Vereine, die in Europa antreten. Weiterlesen →

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Beitrag zur Sportentwicklung

Keiner kennt Weisenseel

GASTBEITRAG

Harald Müller

Vielleicht geht es nur mir so, aber seit dem Ende meiner beruflichen Tätigkeit blicke ich zurück und frage mich, ob ich eigentlich als Leichtathlet etwas in der deutschen Leichtathletik bewirkt habe.

Auslöser für diese Gedanken war eine kurze E-Mail, die ich während der diesjährigen Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham von einem langjährigen Freund erhielt: „Grüße aus dem Sommerurlaub. Keiner kennt hier Karlheinz Weisenseel. Heute 200-m-Finale!“

Diese Nachricht hat mich aufgewühlt. Wenn bereits 2026 kaum noch jemand Karlheinz Weisenseel kennt, einen Athleten, der mich als Kind über viele Jahre beeindruckt hat, was bleibt dann eigentlich von dem, was wir geleistet und bewirkt haben?

Es ist das Thema der „Biographie“ oder, vielleicht treffender, der „Lebensgeschichte“, das mich seitdem nicht mehr losgelassen hat. Je mehr Menschen es gibt, desto mehr unterschiedliche Lebensgeschichten gibt es. Mehr Menschen bedeuten also mehr individuelle Lebensläufe, mehr Interaktionen und mehr soziale Wirkungen. Doch von wie vielen Lebensgeschichten sprechen wir hier eigentlich?

Der Unterschied zwischen Lebensgeschichten und Biographien besteht darin, dass eine Biographie in der Regel voraussetzt, dass das Leben einer Person als biographisch relevant oder interessant bewertet und anschließend dokumentiert und veröffentlicht wird. Eine Lebensgeschichte hingegen kann grundsätzlich von jeder Person erzählt werden, unabhängig davon, ob sie als biographisch relevant angesehen wird.

Und zusätzlich drängte sich der Begriff der „Lebensleistung“ auf, besonders wenn ich mich an die unzähligen begeisterten Leichtathleten erinnere, denen ich auf der ganzen Welt begegnet bin und deren Beitrag zur Leichtathletik weitgehend in Vergessenheit geraten zu sein scheint. Ich meine damit keine (Ex-)Weltmeister oder (Ex-)Weltrekordler, sondern die „gewöhnlichen“ Athleten, Trainer, Kampfrichter und Funktionäre.

Langhamer hat analysiert, was gemeint ist, wenn Historiker von „gewöhnlichen“ Menschen sprechen. Interessant ist ihre These, dass „gewöhnlich“ keine objektive Eigenschaft ist. Was als gewöhnlich oder außergewöhnlich bewertet wird, hängt ab von der Zeit, der Gesellschaft und der Perspektive desjenigen der bewertet und basiert auf den über diesen Menschen zur Verfügung stehenden Dokumentation (Langhamer 2018, S.185f ) Weiterlesen →

Themenzuordnung: Allgemein

Beitrag zur Sportentwicklung

Das IOC benötigt eine neue Theorie des modernen Olympismus – das IOC benötigt eine neue olympische Idee

Helmut Digel

Die modernen Olympischen Spiele haben ein antikes Vorbild und dank der Ideen und philosophischen Gedanken von Pierre de Coubertin haben Sie sich zu einem weltumfassenden Sportereignis entwickelt, das alle vier Jahre stattfindet. Im Gegensatz zu allen übrigen Sportereignissen und internationalen Wettkämpfen haben die modernen Olympischen Spiele ein „Wertefundament“ aufzuweisen, das in vieler Hinsicht beachtenswert ist. Die nun bereits über mehr als 100 Jahre fortgeschriebene Olympische Charta bildet, ähnlich wie die zehn Gebote, ein handlungsleitendes, ethisch moralisches Steuerungsinstrument, das die Olympischen Spiele heute und in der Zukunft tragen soll. Die ohne Zweifel wichtigsten Werte die in der Olympischen Charta niedergelegt sind, sind das „Fair Play Prinzip“, das „Olympique Truce Prinzip“, das „Gebot der Exzellenz“, das „Solidaritätsprinzip“, das „Gebot der politischen Neutralität“, das „Leistungsprinzip“, das „Gebot der Aufrichtigkeit“ und eine Verpflichtung gegenüber den „Prinzipien der Wahrheit und Gerechtigkeit“.
Betrachten wir die aktuelle Realität der Olympischen Spiele, so wie sie sich uns zum Beispiel in Paris 2024 oder in Milano Cortina 2026 dargestellt haben, so müssen wir erkennen, dass manches dieser Wertemuster gar nicht oder nur am Rande beachtet wurde und dass sich die modernen Olympischen Spiele immer mehr in eine Richtung entwickeln, die im Gegensatz zu ihrem Wertefundament steht. Dieser Prozess wird sich vermutlich in der weiteren Zukunft noch verschärfen.

Im Folgenden wird die These vertreten, dass die aktuelle fragwürdige Entwicklung der Olympischen Spiele ursächlich mit den Defiziten jener Theorie des modernen Olympismus zusammenhängt, wie sie von Pierre de Coubertin in der Zeit der späten 1880er Jahren bis etwa 1910, mit einer späteren philosophischen Ausformulierung 1935 erarbeitet wurde. Weiterlesen →

Themenzuordnung: Allgemein

Beitrag zur Sportentwicklung

Deutschsprachige Sportkulturen – Deutschland, Österreich und Schweiz Teil 2

Helmut Digel, Andreas Weber

unter Mitarbeit von Albrecht Hummel

Link zu Teil 1:

 https://sport-nachgedacht.de/wiss_beitrag/deutschsprachige-sportkulturen-deutschland-oesterreich-und-schweiz-teil-1/#more-8826

Sportberichterstattung

Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender weisen in ihrer Sportberichterstattung erhebliche Unterschiede auf.

Rechteerwerb und Verteilung

Der Erwerb und die Verteilung teurer Übertragungsrechte variieren zwischen den Sendern sehr stark. Lokale Marktbedingungen (Konkurrenz durch Pay-TV) und gesetzliche Regelungen haben dabei einen unterschiedlichen Einfluss.

ARD und ZDF teilen sich in Deutschland oft die Rechte für Großereignisse (z. B. Fußball-Weltmeisterschaften, Olympische Spiele) und verhandeln diese gemeinsam. Sie konkurrieren dabei mit Pay-TV-Anbietern[1] und privaten Free-TV-Sendern.

In Österreich und der Schweiz spielen die öffentliche-rechtlichen Sender (ORF bzw. SRF) eine zentralere Rolle im nationalen Rechteerwerb, wobei jedoch auch hier in jüngster Zeit die Konkurrenz durch private Anbieter zunimmt (z.B. ServusTV, Sky in Österreich; Blue Sport und My Sports in der Schweiz). Beispielsweise hat die SRG seit 2022 keine Rechte mehr an der Nationalen Eishockey-Liga. Damit hat der SRF alle Live- Übertragungsrechte im Schweizer Eishockey für die nächsten zehn Jahre verloren. Die „Liga“ vergab das Rechte-Paket für Liveübertragungen einschließlich Wiederverwertungsrechten für die Jahre 2027 bis 2035 an den Telecom-Anbieter Sunrise. Live wird das nationale Eishockey auf dem eigenen Bezahlsender My Sports ausgestrahlt. Gleichzeitig werden ausgewählte Inhalte an private Nicht-Bezahl-Sender wie Blick-TV, 3+ oder TV24. Die SRG hat weiterhin die Rechte an der Eishockey Nationalmannschaft sowie am internationalen Eishockey in Davos, dem „Spengler-Cup“.

Programmschemata und Formate

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Themenzuordnung: Allgemein