Beitrag zur Sportentwicklung

Einflüsse gesellschaftlicher Entwicklungen auf Schule und Sport

Will man das Phänomen des modernen Sports, so wie es sich uns in diesen Tagen zeigt, angemessen nachzeichnen, so ist es hilfreich, wenn man sich an Vergangenes erinnert. Vor 70 Jahren bin ich in Stuttgart zur Schule gegangen. Handball war dabei mein wichtigster Lebensinhalt. In der Schule gab es ein Unterrichtsfach mit dem Namen „Leibesübungen“. Völkerball, Schleuderball, Staffelwettkämpfe, Handball und Fußball waren die beliebtesten Sportspiele. Retter und Schlienz, später dann Waldner und Geiger waren die Idole, die uns der VfB Stuttgart offerierte. 6000 Zuschauer konnte das Dreikönigsturnier im Handball auf den Stuttgarter Killesberg locken. Der grüne Sportbericht wurde Sonntagabends von den Jugendlichen sehnsüchtig erwartet, bei Fußballspielen gab es in regelmäßigen Abständen kleine Dorfkonflikte. Geoffrey Duke war auf der Solitude der ungekrönte Held in der 500 cm3 Klasse, Baltisperger aus Reutlingen war unser nationaler Hero, Max Resch war unser Boxidol und erwartungsvoll blickten wir alle auf die Olympischen Sommerspiele, die 1972 in München stattfinden sollten.

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Essay

Afrikanische Impressionen

1991: Ich habe den Auftrag, einen zehntägigen IAAF-Fortbildungslehrgang für afrikanische Leichtathletiktrainer¹ in Ghana zu evaluieren. Ich wohne in einem First-Class Hotel in Accra: europäischer Besitzer, beste europäische Küche, freundliches Personal. Wie es in Afrika fast überall üblich ist: mit Ausnahme eines weißen Hotelmanagers nur schwarzes Personal auf der einen und nur weiße Gäste auf der anderen Seite. Beim Frühstück herrscht europäische Geschäftsatmosphäre. Müsli und Cornflakes sind auch hier in Ghana in derartigen Hotels mittlerweile die Regel. Importierte Butter aus Frankreich, Marmelade und Honig aus Belgien. Vermutlich sind nur Ananas, Bananen, Papaya und Melonen jene Produkte, an denen die Ghanaer selbst verdienen. Gebildete kritische Europäer mögen diesen Zustand beklagen. Doch fast alle besseren Hotels in Afrika sind auch heute noch „europäische Inseln“ in einer fremden Welt. Weiterlesen

Beitrag zur Sportentwicklung

Zur Verrechtlichung des Sports am Beispiel des Dopings

1. Einleitung

„Längst ist der Sport auf die Juristen¹ gekommen“: mit diesem Satz beginnt ein ansonsten sehr bemerkenswerter und sachkundiger Beitrag in der FAZ zum Doping aus verfassungsrechtlicher Sicht. Autor ist Professor Steiner, Ordinarius für öffentliches Recht und Richter am Bundesverfassungsgericht. Dieser Einschätzung von Herrn Steiner möchte ich widersprechen: Nicht der Sport ist auf die Juristen gekommen, sondern die Juristen auf den Sport: Sie sind schon seit längerer Zeit dabei, das System des Sports schleichend zu vereinnahmen. Das Recht und damit dessen institutionelle und personelle Vertretungen weisen quasi-imperialistische Züge auf. Das Recht ist dabei jenes gesellschaftliche Teilsystem, das immer entschiedener die anderen gesellschaftlichen Subsysteme dominiert. Auf einen Nenner gebracht heißt dies: Es findet in unserer Gesellschaft ein Verrechtlichungsprozess statt, der weder planvoll gesteuert noch von rational nachvollziehbaren Intentionen geleitet wird. Weiterlesen

Gastbeitrag

Dopingbetrug- Marke „West“

Im nationalen und internationalen Anti-Dopingkampf ist in diesen Tagen eine auffällig große Ruhe zu beobachten. Umso mehr ist es wichtig das Ewald Walker das nach wie vor ungelöste Dopingproblem in seinem Gastbeitrag in den Blickpunk unserer Aufmerksamkeit rückt. Schon seit Jahrzehnten kann man immer wieder die selbe Dramaturgie der Massenmedien beobachten. Wird ein Doping-Skandal aufgedeckt, so lässt eine „Skandalberichterstattung“ nicht lange auf sich warten. Gibt der Skandal keine Geschichten mehr her so gehen Fernsehen, Presse und soziale Medien wieder zur „Tagesordnung“ über, obgleich es bereits absehbar ist, dass der nächste Dopingskandal bereits auf sich warten lässt. Folgenlosigkeit und Vergesslichkeit sind die besonderen Merkmale dieser Dramaturgie und so können Betrüger darauf setzen, dass viele von ihnen auch in der näheren und weiteren Zukunft bei ihrem Dopingbetrug nicht ertappt werden.H.D.

 

Ewald Walker Weiterlesen

Essay

Sportler für den Frieden

Der Zusammenhang zwischen Sport und Frieden müsste eigentlich uns allen bekannt sein. Bereits in der Antike konnte der Sport seine friedensstiftende Wirkung zeigen als die im Krieg sich befindlichen Stadtstaaten Athen und Sparta ihre Waffen ruhen ließen, um sich bei den Olympischen Spielen zum friedlichen Wettkampf zu treffen. Coubertin hat die antike Friedensidee mit seinen Reflexionen über den modernen Olympismus mit neuen Dimensionen versehen und die Grundlagen geschaffen, dass bis heute alle vier Jahre Olympische Spiele stattfinden können und während dieser Spiele Athletinnen und Athleten aus aller Welt unabhängig von Rasse, Religion, Herkunft, politischer Überzeugung und Status sich beim friedlichen sportlichen Wettkampf begegnen können. Die Idee des olympischen Friedens war dabei in den vergangenen 100 Jahren mehrfach bedroht. Die jüngste Bedrohung konnte man bei den Winterspielen in Peking 2022 beobachten. Doch ein friedlicher Wettkampf und die friedliche Begegnung der Athletinnen und Athleten im Athletendorf hat auch in Peking stattgefunden und auch diese Spiele konnten sich durch Gesten der Solidarität, durch neu begründete Freundschaften und einem Bemühen um Verständigung auszeichnen. Trotz aller existierenden Gegensätzlichkeiten und Feindschaften. Weiterlesen

Essay

Fußball WM 2022 im öffentlich-rechtlichen Fernsehen – Eine Nachbetrachtung

Es sind vor allem die Berichterstattungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und in den Leitmedien der Presse, die durch ihre Abbildung bestimmter Themen und Diskurse eine spezifische Realität, d.h. vor allem eine öffentliche Meinung konstruieren, die insbesondere in der Auslandsberichterstattung prägend ist für die Vorstellungen der deutschen Gesellschaft von einer anderen Region bzw. von einer anderen Nation. Die Fokussierung auf bestimmte Themenbereiche, die Berücksichtigung bestimmter Informationen bei gleichzeitigem Weglassen anderer führen dabei zur Ausformung bestimmter Vorstellungen und Meinungen über eine Nation und deren Gesamtbild, die Rückwirkungen auf den gesellschaftlichen und politischen Umgang mit dieser Nation haben. Kommt es dabei zur Ausbildung eines einseitigen Diskurses und zu stereotypischen Argumentationsmustern und werden diese unreflektiert und unkritisch von den Umweltsystemen der Medien wie z. B. dem Politiksystem oder dem Wirtschaftssystem übernommen, so können auf diese Weise Freund- oder Feindbilder der jeweils sich im Blickpunkt befindenden Nation oder Gesellschaft entstehen. Das gegenseitige Verständnis kann dadurch geschwächt werden und eine Konfliktorientierung in den wechselseitigen Beziehungen wird dadurch begünstigt.  Weiterlesen

Beitrag zur Sportentwicklung

Fair Play als Prinzip – Warum Doping niemals erlaubt sein darf?

1) Doping ist ein Grauzonen-Phänomen

Wie sauber, wie ehrlich sind die olympischen Medaillengewinner¹? Selten war die Suche nach einer Antwort auf diese Frage so intensiv, wie dies bei den Olympischen Spielen in Peking der Fall sein wird. Die Geschichte des Hochleistungssports ist nicht nur eine Geschichte großartiger Leistungen von herausragenden Persönlichkeiten, sie war und ist auch eine Geschichte des Betrugs und der Manipulation. Nicht selten war dabei auch von Bestechung die Rede. Je bedeutsamer sportliche Erfolge werden, desto größer ist die Gefahr, dass Athleten und Athletinnen sich um sportliche Erfolge bemühen, die nicht nur auf ihre eigene Leistungsfähigkeit zurückzuführen sind. Längst ist deshalb eine Si-tuation entstanden, in der fast jede sportliche Leistung unter dem Verdacht steht, auf unfaire Weise erbracht zu sein. Dies ist vor allem für jene Athleten und Athletinnen eine Belastung, die sich ihrer soliden Leistung sicher sein können, die im fairen Wettkampf ihre sportlichen Erfolge erringen und dabei nach wie vor in der Lage sind, Weltklasse-leistungen auch in Konkurrenz gegenüber jenen Athleten und Athletinnen zu erreichen, die gedopt sind oder sich unerlaubter Mittel bedienen.

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Essay

Der „Berlin Marathon“ – ein außergewöhnliches Sportereignis

Vor wenigen Tagen ist in Berlin eines der großartigen sportlichen Ereignisse des Jahres, das in Deutschland stattfindet, zu Ende gegangen. Der 48. BMW Berlin-Marathon 2022 war einmal mehr ein außergewöhnliches Ereignis und die Laufzeiten der Sieger und Siegerinnen werden und wurden nicht nur von den zahlreichen Zuschauern bewundert, die die Läuferinnen und Läufer angefeuert haben. Sie finden Jahr für Jahr auch in der Welt des internationalen Hochleistungssports höchste Anerkennung und Beachtung. Deshalb ist es angebracht, dieses besondere Ereignis noch etwas genauer zu beleuchten.

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Kunst aus unserer Galerie

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