Gastbeitrag

Essay

Albert Camus und der Fußballsport

Helmut Digel

Biografische Spuren

“Alles, was ich schließlich am sichersten über Moral und menschliche Verpflichtungen weiß, verdanke ich dem Sport, habe ich bei RUA ( Racing Universitaire d’Alger) gelernt.” 1957 anlässlich der Verleihung des Nobelpreises an Albert Camus

Albert Camus nimmt in der literarischen Auseinandersetzung mit der Sportthematik eine besondere Stellung ein. Der französische Schriftsteller und Philosoph war in seiner Jugend selbst Torhüter und verband mit dem Fußball eine prägende biografische Erfahrung. Diese praktische Nähe zum Spiel hat seine spätere Philosophie in bemerkenswerter Weise beeinflusst. Fußball erscheint bei Camus nicht als bloßes Freizeitinteresse, sondern als Erfahrungsraum moralischer und existenzieller Einsichten

Camus war als Jugendlicher Torhüter in Algier, zuerst bei der „Association Sportive Montpensier“ (ASM), dann bei „Racing Universitaire Algerois“ (RUA). Auf dem rauen Feld des Truppenübungsplatzes, auf dem „mehr Schrammen als Schienbein eines Mittelfeldspielers“ waren, lernte er früh, dass der Fußball nicht salonfähig ist, sondern rau, unkontrolliert und dem Zufall ausgeliefert. Diese praktische Erfahrung prägte seine späteren Reflexionen: Fußball war für ihn nie nur „Spiel“, sondern ein lebendiges Feld menschlichen Verhaltens.

Neben dem kurzen Essay schreibt Camus in „Der erste Mensch“ und anderen Texten über die Fußballfelder seiner Jugend, über die Straße, den Ball aus Stofffetzen, über die Armut im Viertel und die Flucht in das Spiel. In späteren Jahren bleibt er Fan: Er besucht Spiele, kommentiert Torhüterleistungen im Fernsehen, diskutiert mit anderen Zuschauern – als Philosoph, der sich nicht über dem Spiel, sondern mitten im Publikum wähnt. In einem legendären TV‑Stück sitzt Camus neben dem Torwart von Racing Paris und spricht von der Einsamkeit im Tor, von der Verantwortung, von der Furcht vor dem entscheidenden Schuss – und zeigt so, wie sehr der Fußball seine Sprache, seine Bilder und seine Ethik formt. Weiterlesen

Themenzuordnung: Allgemein

Gastbeitrag

Mythos 10.000 Schritte

Gastbeitrag

Dr. Dr. med. Lutz Aderhold

Teil 1: Die wissenschaftliche Basis

Im Folgenden soll eine evidenzbasierte, verständliche Zusammenfassung zum „Mythos 10.000 Schritte“ vorgestellt werden – woher er kommt, ob er wissenschaftlich fundiert ist und wie viele Schritte für die Gesundheit wirklich sinnvoll sind:

Woher kommt die Idee mit den 10.000 Schritten?

Die beliebte Empfehlung, täglich 10.000 Schritte zu gehen, geht nicht auf medizinische Forschung zurück, sondern auf einen Marketing-Slogan aus Japan in den 1960er-Jahren. Ein Schrittzähler der Firma Yamasa hieß damals “Manpo-kei” – übersetzt “10.000-Schritte-Zähler”. Dieses eingängige Ziel wurde in Japan populär und später weltweit übernommen, vor allem mit dem Aufkommen von Schrittzählern und Fitness-Trackern (American Council on Science and Health Comment Policy). Die Zahl war also ursprünglich willkürlich und überzeugte durch ihre Rundheit und Motivationseffekt, nicht durch wissenschaftliche Studien.

Gibt es wissenschaftliche Evidenz für bestimmte Schrittzahlen?

Ja – aber nicht speziell für 10.000 Schritte.

Moderne Forschung zeigt:

  • Mehr Bewegung = mehr Gesundheit – unabhängig von einer bestimmten Schrittzahl (American Heart Association).
  • Studien mit Hunderttausenden Teilnehmern zeigen, dass das Risiko für Tod, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Demenz oder Depression schon bei wesentlich weniger Schritten deutlich sinkt als bei 10.000 (BBC Science Focus).

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Themenzuordnung: Allgemein

Essay

Aus Fehlern lernen – was ist zu tun, damit eine deutsche Olympia-Bewerbung nicht noch einmal scheitert?

Helmut Digel

Aus Fehlern lernen – was ist zu tun, damit eine deutsche Olympia-Bewerbung nicht noch einmal scheitert?

Vorbemerkungen

Dieser Essay wurde mit Hilfe des KI-Programms „Perplexity“ erstellt. Ausgangspunkt war die Eingabe der Frage, die zum Titel dieses Beitrages wurde. „Perplexity“ benutzte zur Beantwortung dieser Frage zwölf Quellen, die nachprüfbar ausgewiesen wurden. Auf der Grundlage dieser Quellen hat das KI-Programm die sieben Eckpfeiler abgeleitet, die im Folgenden wiedergegeben werden. Ob die Antworten auf die Frage angemessen und geeignet sind und ob die Eckpfeiler für das zukünftige Handeln der Verantwortlichen für eine deutsche Olympia Bewerbung tragfähig sind, müssen die Leserinnen und Leser dieses Beitrages selbst entscheiden.

Antworten, die uns KI-Programme geben, sind ganz entscheidend davon abhängig welche Fragen gestellt werden. Den Verantwortlichen für eine deutsche Olympia Bewerbung kann deshalb nur gewünscht werden, dass sie die richtigen Fragen stellen und die klügsten Antworten bei ihrem Handeln zukünftig berücksichtigen. Uns allen ist zu wünschen, dass eine deutsche Bewerbung um die Ausrichtung Olympischer Sommerspiele erfolgreich sein wird und wir nach 1936 und 1972 zum dritten Mal schöne Olympische Sommerspiele in Deutschland erleben dürfen. 2036 wäre dabei ebenso ein Wunschtermin wie 2040 und 2044. Entscheidend wird sein, dass die Verantwortlichen für die deutsche Bewerbung einen langen Atem haben und sich in Geduld üben. H.D.

Aktuelle Ausgangssituation

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Themenzuordnung: Allgemein

In eigener Sache

Talentsuche und Talentförderung in der Bundesrepublik Deutschland[1]

Historisches Dokument 6

 Beschluss der 4. Konferenz der Sportminister der Länder am 23.4.1980 in Bad Neuenahr-Ahrweiler 

  1. Einführung

Im Mittelpunkt aller Überlegungen zu dem Bereich Talentsuche und Talentförderung muss die Persönlichkeit des jugendlichen Leistungssportlers stehen. Das hohe internationale Leistungsniveau zieht immer größere persönliche Belastungen nach sich. Insbesondere vor dem Hintergrund der an

den Leistungssportler gerichteten Erfolgserwartungen der Gesellschaft ist die Hinführung von Jugendlichen zum Leistungssport nur dann zu verantworten, wenn für die Vorbereitung und Durchführung von Training und Wettkampf ausreichend Zeit zur Verfügung steht und wenn die benötigten Möglichkeiten zur regelmäßigen und vollständigen Erholung im Rahmen einer umfassenden sozialen Fürsorge für junge Athleten geschaffen werden. Der jugendliche

Leistungssportler darf in seiner persönlichen und sozialen Entwicklung keine Nachteile erleiden. Seine schulische und berufliche Ausbildung muss durch geeignete begleitende Maßnahmen gesichert werden. Deshalb haben Sportorganisationen die Aufgabe, in Kontakt mit staatlichen Ausbildungsträgern und mit Institutionen aus dem wirtschaftlichen und sozialen Bereich die Rahmenbedingungen ständig zu überprüfen und günstig zu gestalten, um den individuellen Erfordernissen der Leistungssportler gerecht zu werden.

In der Öffentlichkeit wird der Leistungssport häufig kontrovers diskutiert. Die Gefahr der Pauschalverurteilung von Leistungssport durch Schlagworte wie „Kinderarbeit“, „Dressur“, „Raub der Kindheit“ liegt nahe; die öffentliche Kritik richtet sich in erster Linie gegen verschiedene Trainingsmaßnahmen und bestimmte Wettkampfinhalte in den Sportarten Kunstturnen, Schwimmen

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Themenzuordnung: Allgemein

In eigener Sache

„DAS LEBEN IN FÜLLE – ÜBER DIE BEDEUTUNG DES SPORTS“ – SCHREIBEN DES HEILIGEN VATERS LEO XIV vom 2. Februar 2026

Historische Dokumente 5

Liebe Brüder und Schwestern!

Anlässlich der Feier der XXV. Olympischen Winterspiele, die vom 6. bis 22. Februar in Mailand und Cortina d’Ampezzo stattfinden, und der XIV. Paralympischen Spiele, die vom 6. bis 15. März an denselben Orten abgehalten werden, möchte ich allen direkt Beteiligten meine besten Wünsche übermitteln und gleichzeitig die Gelegenheit nutzen, einige diesbezügliche Überlegungen mit allen zu teilen. Der Sport kann, wie wir wissen, professionell ausgeübt werden und ein sehr hohes Maß an Spezialisierung aufweisen: In dieser Form entspricht er der Berufung einiger weniger, weckt aber Bewunderung und Begeisterung in den Herzen vieler, die mit den Siegen oder Niederlagen der Athleten mitfiebern. Sportliche Betätigung ist jedoch eine weit verbreitete Aktivität, die allen offensteht und für Körper und Geist gesund ist, sodass sie ein allgemeiner Ausdruck des Menschlichen ist.

 Sport und Stiftung von Frieden

Anlässlich vergangener Olympischer Spiele haben meine Vorgänger deutlich gemacht, in welcher Weise der Sport eine wichtige Rolle für das Wohl der Menschheit spielen kann, insbesondere für die Förderung des Friedens. So zitierte beispielsweise der heilige Johannes Paul II. 1984 in seiner Ansprache an junge Sportler aus aller Welt die Olympische Charta,[1] die den Sport als einen Beitrag betrachtet zu »einem Geist des besseren gegenseitigen Verständnisses und der Freundschaft, der dazu beiträgt, eine bessere und friedlichere Welt zu schaffen«. Er ermutigte die Teilnehmer mit folgenden Worten: »Lasst eure Begegnungen ein vielsagendes Zeichen für die gesamte Gesellschaft und einen Auftakt zu einem neuen Zeitalter sein, in dem die Völker „nicht das Schwert, Nation gegen Nation“ (Jes 2,4) erheben.«[2]

In diesem Zusammenhang ist auch die Olympische Waffenruhe zu sehen, die im antiken Griechenland als Vereinbarung diente, um vor, während und nach den Olympischen Spielen alle Feindseligkeiten auszusetzen, damit die Sportler und Besucher frei reisen und die Wettkämpfe ohne Unterbrechungen stattfinden konnten. Die Einführung dieser Waffenruhe entspringt der Überzeugung, dass die Teilnahme an geregelten Wettkämpfen (agones) einen individuellen und kollektiven Weg zu Tugend und Vortrefflichkeit (aretē) darstellt. Wenn der Sport in diesem Sinne und unter diesen Bedingungen ausgeübt wird, dient er dem gesellschaftlichen Zusammenhalt und dem Gemeinwohl. Weiterlesen

Themenzuordnung: Allgemein

In eigener Sache

Historische Dokumente 4

Historische Dokumente 4

Die Diskussion über Sinn und Unsinn von Boykott Maßnahmen aus Anlass von Olympischen Spielen hat bei den jüngsten Winterspielen Milano/Cortina 2026 einmal mehr eine fragwürdige Hochkonjunktur erlebt. Mit dem sinnlosen Boykott des Einmarsches der Nationen bei den Paralympischen Spielen durch die deutsche Paralympische Nationalmannschaft wurde wiederholt deutlich, wie durch den Boykott unschuldige Athletinnen und Athleten von Politikern und leider auch von Sportpolitikern um ein bedeutsames Erlebnis bei Olympischen Spielen gebracht werden und wie durch politische Beeinflussung die wünschenswerten Fair Play- und Respektrituale unter den Athletinnen und Athleten nicht mehr zum Tragen kommen. Die  deutsche Para- Nationalmannschaft wurde genötigt, die Werte der Olympischen Charta zu missachten.

Walter Jens, der unvergessliche politische Mahner und Rhetor hat aus Anlass des Olympiaboykotts im Januar 1980 in einer Rundfunkrede sich mit dem Problem eines Olympiaboykotts auseinandergesetzt. Seine Ausführungen sind nach wie vor von höchster Aktualität. Deshalb sollen sie in der „Reihe Historische Dokumente“ als viertes Dokument veröffentlicht werden. Erschienen  sind sie zum ersten Mal in seinem Buch: Walter Jens: Reden zum Sport, Nachdenkliches und Kritisches 1964-1999. Hofmann Verlag, Schorndorf 2009.

Walter Jens

Olympia – Boykott

 Sanfte Republik, anno 80? Ach, das Gegenteil! „Wahrlich, wir leben in finsteren Zeiten“: Es ist ebenso Ekel erregend wie symptomatisch, mit welcher Unverfrorenheit Politiker und Meinungsmacher hierzulande die russische Invasion in Afghanistan benutzen, um zum Großen Angriff, zur Attacke im wilhelminischen „Immer feste druff“-Stil zu blasen. Wie eine Befreiung, die Wortwahl und der emphatische Duktus der Sätze zeigt’s an, wie die Erlösung aus einem Alptraum wird das vermeintliche Ende der Entspannungs-Politik beschrieben: endlich wieder klare Fronten, endlich wieder Freund-Feind-Opposition, endlich wieder kalten Krieg! Weiterlesen

Themenzuordnung: Allgemein

Essay

Wer darf an Olympischen Spielen teilnehmen?

Helmut Digel

Die Antwort auf diese Frage ist einfach, naheliegend und nachvollziehbar, sie bedarf jedoch einer gewissen Konsequenz im Denken und Handeln.

In den deutschen Medien, im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, in der FAZ, der SZ, im Berliner Tagesspiegel und in allen übrigen deutschen Tageszeitungen wurde und wird der Ausschluss aller russischen und weißrussischen Athleten[1] von Olympischen Spielen und internationalen Sportereignissen gefordert und unterstützt. Unterstützt werden diese Forderungen von Politikern im deutschen Bundestag über alle Parteigrenzen hinweg. Begründet werden diese Forderungen mit dem terroristischen Angriffskrieg Russlands, den Putin gegenüber der Ukraine führt, bei dem es um das Überleben eines Landes geht, dem sein Selbstbestimmungs-Anspruch nicht nur von den Vereinten Nationen und von den höchsten Gerichtshöfen zugestanden wird, sondern von jedem Demokraten glaubwürdig verteidigt werden muss.

In dem Krieg zwischen Russland und der Ukraine gibt es täglich auf beiden Seiten unschuldige junge Menschen, die als Soldaten ihr Leben lassen müssen, wobei sich die

Anteilnahme an den sehr viel höheren Opferzahlen junger russischer Soldaten in diesem irrsinnigen Krieg in der Bevölkerung Westeuropas in Grenzen hält.

Allzu oft geraten dabei aber auch die vielen zivilen Opfer, die es auch in Russland zu beklagen gibt, aus dem Blick. Weiterlesen

Themenzuordnung: Allgemein

Essay

Historische Dokumente 3

Thomas Bach

„Sport und Politik aus Athletensicht“

 

Rede beim XVIII. GAISF Kongress & Generalversammlung, Monaco, 17.-19. Oktober 1984

Zunächst möchte ich Ihnen für Ihre Einladung zur Teilnahme an Ihrer Diskussion danken. Ich bin gebeten worden, einige Gedanken zur Beziehung zwischen Sport und Politik vorzutragen.

Athleten aus der ganzen Welt teilen mittlerweile die Erfahrung einer direkten Einmischung der Politik in den Sport und vor allem in die Olympische Bewegung.

Niemand wird jemals diese schrecklichen Stunden des Terrorismus in München 1972 vergessen. Viele von uns sind nach wie vor voll des Mitgefühls für jene unglücklichen Athleten aus Afrika, die 1976 – mit der Ankunft im Olympischen Dorf – dachten, sie hätten endlich das Ziel aller ihrer Bemühungen und Wünsche erreicht, dann aber keine Olympischen Athleten werden durften.

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Themenzuordnung: Allgemein

Beitrag zur Sportentwicklung

Deutschsprachige Sportkulturen – Deutschland, Österreich und Schweiz Teil 2

Helmut Digel, Andreas Weber

unter Mitarbeit von Albrecht Hummel

Link zu Teil 1:

 https://sport-nachgedacht.de/wiss_beitrag/deutschsprachige-sportkulturen-deutschland-oesterreich-und-schweiz-teil-1/#more-8826

Sportberichterstattung

Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender weisen in ihrer Sportberichterstattung erhebliche Unterschiede auf.

Rechteerwerb und Verteilung

Der Erwerb und die Verteilung teurer Übertragungsrechte variieren zwischen den Sendern sehr stark. Lokale Marktbedingungen (Konkurrenz durch Pay-TV) und gesetzliche Regelungen haben dabei einen unterschiedlichen Einfluss.

ARD und ZDF teilen sich in Deutschland oft die Rechte für Großereignisse (z. B. Fußball-Weltmeisterschaften, Olympische Spiele) und verhandeln diese gemeinsam. Sie konkurrieren dabei mit Pay-TV-Anbietern[1] und privaten Free-TV-Sendern.

In Österreich und der Schweiz spielen die öffentliche-rechtlichen Sender (ORF bzw. SRF) eine zentralere Rolle im nationalen Rechteerwerb, wobei jedoch auch hier in jüngster Zeit die Konkurrenz durch private Anbieter zunimmt (z.B. ServusTV, Sky in Österreich; Blue Sport und My Sports in der Schweiz). Beispielsweise hat die SRG seit 2022 keine Rechte mehr an der Nationalen Eishockey-Liga. Damit hat der SRF alle Live- Übertragungsrechte im Schweizer Eishockey für die nächsten zehn Jahre verloren. Die „Liga“ vergab das Rechte-Paket für Liveübertragungen einschließlich Wiederverwertungsrechten für die Jahre 2027 bis 2035 an den Telecom-Anbieter Sunrise. Live wird das nationale Eishockey auf dem eigenen Bezahlsender My Sports ausgestrahlt. Gleichzeitig werden ausgewählte Inhalte an private Nicht-Bezahl-Sender wie Blick-TV, 3+ oder TV24. Die SRG hat weiterhin die Rechte an der Eishockey Nationalmannschaft sowie am internationalen Eishockey in Davos, dem „Spengler-Cup“.

Programmschemata und Formate

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Themenzuordnung: Allgemein

Beitrag zur Sportentwicklung

Deutschsprachige Sportkulturen – Deutschland, Österreich und Schweiz Teil 1:

Helmut Digel, Andreas Weber

unter Mitarbeit von Albrecht Hummel

Es gibt in Europa mit Deutschland, Österreich und Schweiz drei deutschsprachige Staaten. Betrachtet man als interessierter Zuschauer[1] die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender dieser drei Staaten und hat man dabei deren Sportsendungen im Blick, so wird man sehr schnell zu der Vermutung kommen, dass es in jedem dieser Staaten eine eigenständige Sportkultur gibt. Wohl gibt es in der Präsentation des Sports viele Gemeinsamkeiten. Doch die Antwort auf die Frage welcher Sport, wie präsentiert wird, kann ganz unterschiedlich ausfallen. Dies lässt sich zum Beispiel bei einer Liveübertragung eines Abfahrtslaufs im österreichischen Fernsehen im Vergleich zur Übertragung desselben Ereignisses durch die ARD oder das ZDF ebenso schnell erkennen, wie bei der Übertragung eines Fußballspiels der deutschen Nationalmannschaft im Vergleich zu einer Übertragung im schweizer Radio und Fernsehen (SRF), wenn die Nationalmannschaft der Schweiz spielt. Im Folgenden soll versucht werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der drei deutschsprachigen Sportkulturen etwas genauer zu betrachten.

Ein differenzierender Blick auf die drei europäischen Länder verweist dabei auf verschiedene historische Wurzeln des Sporttreibens im 19.Jahrhundert, auf länderspezifische Entwicklungspfade und zum Teil sehr unterschiedliche Entwicklungsbedingungen in diesen Ländern nach 1945. Die Teilung Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg, die jahrzehntelange Existenz zweier deutscher Staaten (1949–1990) mit festen Blockbindungen (NATO und Warschauer Pakt), die zeitweilige Eingliederung von Österreich in das Staatsgebilde des nationalsozialistischen Großdeutschen Reiches (1938–1945), die auferlegte Verpflichtung zur dauerhaften Bündnisfreiheit Österreichs durch das dortige Bundesverfassungsgesetz vom 26. Oktober 1955 und die über zweihundertjährige, kultivierte Neutralität der Schweiz haben politische, ökonomische und weltanschauliche Rahmenbedingungen geschaffen, die in den Sportkulturen dieser Länder ihre Spuren hinterlassen haben.

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Beitrag zur Sportentwicklung

Gesetz zur Förderung des Spitzensports – Ein weiterer Schritt in Richtung „Staatssport“

Helmut Digel

FAZ:

 

Spiegel-online:

  • „Eine Spitzensportagentur soll das deutsche Medaillenproblem lösen“:

https://www.spiegel.de/sport/olympia/olympische-spiele-spitzensportagentur-soll-deutschlands-medaillenproblem-loesen-a-3c52aec0-b977-40eb-a752-1cb514c9a76c

ZDF (Video):

o  „Alleingang der Bundesregierung – Sportfördergesetz: DOSB fürchtet Machtverlust“

https://www.zdfheute.de/sport/sport-dosb-sportfoerdergesetz-bundesregierung-100.html

Tagesspiegel:

  • „Verteilung der Sport-Millionen:Neues Sportfördergesetz: Weniger Einfluss für Sportverbände“

https://www.tagesspiegel.de/sport/verteilung-der-sport-millionen-neues-sportfordergesetz-weniger-einfluss-fur-sportverbande-14643764.html

 

Sport 1.de:

 

  • Wirbel um neuen Gesetzentwurf“

https://www.sport1.de/news/mehr-sport/2025/10/nachster-anlauf-zum-sportfordergesetz-dosb-reagiert-verstimmt

 

 

Athleten Deutschland e.V.:

 

  • „Entwurf zum Sportfördergesetz eröffnet Chancen, bleibt aber hinter Erwartungen zurück“

https://athleten-deutschland.org/entwurf-zum-sportfoerdergesetz-eroeffnet-chancen-bleibt-aber-hinter-erwartungen-zurueck/

So und so ähnlich lauteten die Schlagzeilen über einen Entwurf zu einem „Sportfördergesetz“, den die neue Staatsministerin für Sport und Ehrenamt bei einer exklusiven Einladung am 14.10. 2025 im Bundeskanzleramt in Berlin ausgewählten Medienvertretern vorgestellt hat. In den Berichten über diese Veranstaltung und über das neue Gesetz lassen sich – von der Ministerin autorisierte – Zitate finden, die sie den geladenen Journalisten auf dem Weg in ihre Redaktionen mitgegeben hat. Einen Link auf den vollen Wortlaut des neuen Gesetzesentwurfs lässt sich in dieser Berichterstattung nicht finden. Gleiches gilt für die Homepage des Bundeskanzleramtes und der dort angesiedelten neuen Staatsministerin für Sport und Ehrenamt. Ganz offensichtlich war es die Absicht der neuen Ministerin, ausgewählte Pressevertreter noch vor den eigentlich von einem neuen Gesetz betroffenen Institutionen und Personen des organisierten Sports, insbesondere des DOSB, vorab zu informieren.

Wer sich die Mühe macht und bereit ist, den vollen Wortlaut des nunmehr veröffentlichten 57-seitigen Referentenentwurfs zu einem neuen Sportgesetz ganz zu lesen, der kann sich über diese – alle Regeln des Fair Play verstoßende – Vorgehensweise kaum wundern. Mit diesem Entwurf beschreitet die neue Bundesregierung einen neuen sportpolitischen Weg, bei dem mit Hilfe eines ideologischen Propagandainstruments namens „Unabhängigkeit“ ein weiterer Schritt zur Verstaatlichung des Sports vollzogen wird, der mit der Einrichtung eines Sportministeriums unter dem Beifall der Sportorganisationen bereits vor ein paar Monaten vollzogen wurde. Weiterlesen

Themenzuordnung: Allgemein

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