Beitrag zur Sportentwicklung

Der DOSB auf neuen Wegen, oder: Wie viele Eckpunkte braucht der deutsche Sport?

Werden neue Regierungen gewählt so werden an diese meist sehr große Erwartungen gerichtet. Dies gilt nicht nur im Bereich der Politik, sondern auch für viele Organisationen des Sports. Es gilt vor allem für das neu gewählte Präsidium des DOSB, dessen Vorgänger ganz offensichtlich mit einigen Herausforderungen konfrontiert war, denen es nicht gewachsen war. Es gab wohl einen omnipräsenten und sehr fleißigen Präsidenten, dessen Kompetenz für das gesellschaftspolitisch bedeutsame Amt zumindest im Nachhinein als unzureichend zu bezeichnen ist.  Weiterlesen

Essay

‚München‘ 1972 – ein Modell für zukünftige Olympische Spiele

Nach der gescheiterten Bewerbung von Berlin sind zuletzt deutsche Olympia-Bewerbungen für Winterspiele in München und für Sommerspiele in Hamburg vor allem wegen des energischen Protestes der Einwohner gescheitert. Wie stand es um Vorbehalte und Bedenken der Bevölkerung rings um die vorläufig letzten deutschen „Heimspiele“ in München im Jahr 1972? Oder wurden die Menschen damals gar nicht gefragt?

H.D.: Heute wäre eine Bewerbung ohne Bürger-Votum wohl undenkbar. Doch zu jener Zeit Anfang der 60er Jahre, als das NOK der Bundesrepublik unter Führung von Willi Daume seine Bewerbung beim IOC eingereicht hat, wurde dieser Schritt von der deutschen Öffentlichkeit so gut wie gar nicht wahrgenommen. Dieser Vorgang wurde als eine Angelegenheit des NOK, der Stadt München und des Bundeslandes Bayern angesehen. Die Idee, dass bei einer derartigen Bewerbung im Vorfeld zwingend eine Volksbefragung stattzufinden habe, gab es zu dieser Zeit noch nicht. Man kann jedoch davon ausgehen, dass die sinnvollen Ziele, die München mit den Spielen verfolgte, die Einwohner damals überzeugt hätten und diese Bewerbung sicher eine deutliche Mehrheit auch im gesamten Bundesgebiet gefunden hätte. Weiterlesen

Essay

Sport, Identifikation und nationale Repräsentation – Spitzensport im Dienste der Politik

Einleitende Bemerkungen 

Als Walter Jens aus Anlass des 75-jährigen Jubiläums des Deutschen Fußballbundes 1975 in seiner Festrede die Sportfunktionäre¹ davor warnte, noch einmal „die Stirn zu haben“ und zu sagen, „dass der Sport kein Politikum sei“ und seine Festgemeinde darauf hinwies, dass der Sport auch dann zur Politik gehört, und gerade dann ein Element der Politik ist, wenn der Sport von der Politik ablenken soll. Jens war es dabei vermutlich klar, dass er längst Bekanntes, von Kritikern längst Diskutiertes für ein sportaffines Publikum rhetorisch aufbereitet hatte, das die Realität je nach dessen Interesse immer nur selektiv wahrgenommen hatte und dem dadurch ein wichtiger Alltagswissensbestand verstellt geblieben war: Sport ist und war nie nur eine angenehme Form der Unterhaltung oder  eine nur lustvolle zweckfreie Betätigung mit Gesundheitswirkung. Das war und ist Sport wohl immer gewesen, doch ebenso ist der Sport auch ein Politikum, dessen Bedeutung und Wirkung weit über den Sport hinausgehen. Dabei ist zunächst noch gar nicht an große internationale Wettkämpfe und Turniere zu denken, sondern an alltägliche sportliche Erscheinungsformen wie das sportliche Handeln auf dem Trimmpfad, an das Fußballspiel einer Feierabendgruppe in einer Parkanlage und an den Seniorensportnachmittag in der städtischen Sporthalle, die sowohl für die Akteure in diesen Situationen wie auch für die Initiatoren dieser Ereignisse politische Geschehen auch dann darstellen, wenn sich die betreffenden Personen dieses Sachverhalts nicht bewusst sind. Den Sport sollte man vielmehr als ein politisches Phänomen charakterisieren, so wie es im Alltagssprachgebrauch geschieht: ob z.B. in einer Parkanlage Fußball gespielt werden darf oder nicht ist eine kommunalpolitische Frage, ob ein Seniorensportnachmittag finanziert werden kann, ob alte Leute isoliert leben, ob die arbeitende Bevölkerung sich durch Sport gesund erhält und so eine sinnerfüllte Freizeit verbringt etc. sind finanziell–, sozial– und gesellschaftspolitische Fragen. 

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Essay

Olympische Sportstätten, oder: zur „Nachhaltigkeit“ eines Vorurteils

Die öffentliche Meinung von den modernen Olympischen Spielen und dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) weist von Nation zu Nation große Unterschiede auf. Die empirischen Befunde und Fakten, die Bewertungen und Urteile aber auch die Vorurteile über die Spiele und den Olympismus, die die Menschen in diesen Nationen erhalten, kennen und teilen oder ablehnen, hängen dabei in erster Linie von der massenmedialen Berichterstattung ab, der die Menschen in ihren Ländern ausgesetzt sind. Das Bild, das von den Massenmedien von den Olympischen Spielen und vom Olympismus gezeichnet wird, ist dabei meist von Topoi geprägt, die von Journalisten¹ in ihrer Berichterstattung oft weltweit redundant wiederholt werden, so dass die Topoi sich mittlerweile zu Stereotypen entwickelt haben, die meist unhinterfragt Jahr für Jahr wiederholt und tradiert werden. Folgt man dieser an Stereotypen orientierten Berichterstattung, so sind olympische Funktionäre korrupt, das IOC in seiner organisatorischen Verfasstheit undemokratisch, die Spiele selbst zu teuer und die Athleten werden bei diesen Spielen ausgebeutet. Weiterlesen

Essay

Zum Verhältnis zwischen Sport und Politik

Der Sport weist nahezu in jeder Hinsicht politische Implikationen auf und sportliches Handeln ohne eine indirekte und meist auch direkte Beziehung zum Politiksystem ist undenkbar.

Auf lokaler Ebene ist der Sport in ein kommunalpolitisches Entscheidungsnetz eingebunden und ohne die Gewährung institutioneller kommunalpolitischer Rahmenbedingungen wäre das individuelle Sporthandeln nicht möglich.

Auf regionaler Ebene wird der Sport durch regionalpolitische Institutionen verantwortet. Er kann dabei in den verschiedenen politischen Ressorts der jeweiligen Landesregierung zugeordnet sein. Sämtliche in den Landesparlamenten vertretenen Parteien weisen ihre sportpolitischen Sprecher auf.

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Beitrag zur Sportentwicklung

Skizzen zu einem neuen Leitbild des Olympischen Sports

Pierre de Coubertin, Begründer der modernen Olympischen Spiele, war davon überzeugt, dass das wichtigste Kennzeichen des Olympischen Geistes in Antike wie Moderne dessen „Religionscharakter“ sei. Der olympische Athlet „formt seinen Körper durch Leibesübungen, wie ein Bildhauer eine Statue in Stein meißelt. Der Athlet der Antike ehrte die Götter, der Athlet der Moderne verherrlicht sein Vaterland, seine Rasse, seine Flagge. Ich habe deshalb die Erneuerung des olympischen Geistes von Anfang an mit der Wiederbelebung dieses religiösen Gefühls verbunden, das in der Gegenwart durch den Internationalismus und die Demokratie erweitert und umgeformt wurde, und das dennoch jenes ist, das die jungen Hellenen, die den Triumph durch ihre Muskeln im Sinn hatten, vor die Altäre des Zeus führte“. Die von ihm für geeignet gehaltenen Leibesübungen fand er bei einer Reise nach England, wo er u.a. die Städte Rugby und Eaton besuchte und dort die Fecht – und Ruderclubs kennenlernte: „Ich entdeckte etwas Unerwartetes und Verborgenes, die Pädagogik durch den Sport, ein ganzes System geistiger und sozialer Bildung versteckt im Schulsport“. Diese Entdeckung wurde zur Grundlage seines Lebenswerks, das in der Forderung nach einem universellen Menschenrecht auf Sport seinen Höhepunkt erreichte: „Nichts ist erreicht, wenn es nur eine Minderheit erreicht. Das Vergnügen des Muskelspiels, das so viel Freude, Kraft, Ruhe und Reinheit spenden kann, muss in allen Erscheinungsformen, die es durch den Fortschritt der modernen Industrie erfahren hat, jetzt auch dem einfachsten Menschen offenstehen. Das ist der wahre, der demokratische Geist Olympias, dessen Grundstein wir heute legen“. Weiterlesen

Beitrag zur Sportentwicklung

„Sport“ – ein bedeutsamer Inhalt kultureller Kommunikation

Der Sport ist ein Bereich unserer Gesellschaft, dessen organisatorische Komplexität sich in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts bis heute in außergewöhn-licher Weise erhöht hat. Wie in kaum einem anderen gesellschaftlichen Bereich ist dabei eine funktionale Differenzierung zu erkennen, die zu einem enormen Bedeu-tungszuwachs des Sports geführt hat. Berücksichtigt man die verschiedenen Teilbe-reiche des Sports, wie z.B. den Hochleistungssport (Berufsport), den Wettkampfsport der Vereine und Verbände, den Freizeit- und Gesundheitssport und den instrumen-tellen Sport mit seinen vielfältigen Varianten (Präventionssport, Rehabilitationssport, Sport als Medium der Resozialisierung, der Integration etc.), so ist es dem Sport ge-lungen, sich durch eine nachhaltige soziale Inklusionskraft auszuzeichnen. Allein mit-tels des organisierten Sports in den Vereinen gelingt es, mehr als ein Drittel der ge-samten Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland an sich zu binden.
Unter kommunikativen Gesichtspunkten kann der Sport in diesem Zusammenhang als ein eigener Kommunikationsraum angesehen werden. Der Prozess der funktiona-len Differenzierung stellt sich dabei auch als ein Prozess kommunikativer Differenzie-rung dar. Aus sprach- und kommunikationswissenschaftlicher Sicht bildet der moder-ne Sport eine Kommunikationsplattform, die sich durch eine große Vielfalt auszeich-net. War es zunächst lediglich die Fußballsprache, die Sprachwissenschaftler¹inte-ressieren konnte, und wurde dabei meist von der „Fußballsprache“ auf eine „Sprache des Sports“ geschlossen (vgl. u. a. Haubrich 1965; Schneider 1974; Steger 1986; Braun 1998), so wurden mittlerweile solche Analysen durch neue Themenstellungen ergänzt, wobei vor allem Kommunikationsanalysen zur Sportberichterstattung in den Massenmedien einen wichtigen Stellenwert erhalten haben (vgl. u. a. Hackforth 1975; Weischenberg 1978; Digel 1983; Volknant 1988; Muckenhaupt 1990; Burk 2003; Digel 2006). Weiterlesen

Kunst aus unserer Galerie

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