Helmut Digel
Aus Fehlern lernen – was ist zu tun, damit eine deutsche Olympia-Bewerbung nicht noch einmal scheitert?
Vorbemerkungen
Dieser Essay wurde mit Hilfe des KI-Programms „Perplexity“ erstellt. Ausgangspunkt war die Eingabe der Frage, die zum Titel dieses Beitrages wurde. „Perplexity“ benutzte zur Beantwortung dieser Frage zwölf Quellen, die nachprüfbar ausgewiesen wurden. Auf der Grundlage dieser Quellen hat das KI-Programm die sieben Eckpfeiler abgeleitet, die im Folgenden wiedergegeben werden. Ob die Antworten auf die Frage angemessen und geeignet sind und ob die Eckpfeiler für das zukünftige Handeln der Verantwortlichen für eine deutsche Olympia Bewerbung tragfähig sind, müssen die Leserinnen und Leser dieses Beitrages selbst entscheiden.
Antworten, die uns KI-Programme geben, sind ganz entscheidend davon abhängig welche Fragen gestellt werden. Den Verantwortlichen für eine deutsche Olympia Bewerbung kann deshalb nur gewünscht werden, dass sie die richtigen Fragen stellen und die klügsten Antworten bei ihrem Handeln zukünftig berücksichtigen. Uns allen ist zu wünschen, dass eine deutsche Bewerbung um die Ausrichtung Olympischer Sommerspiele erfolgreich sein wird und wir nach 1936 und 1972 zum dritten Mal schöne Olympische Sommerspiele in Deutschland erleben dürfen. 2036 wäre dabei ebenso ein Wunschtermin wie 2040 und 2044. Entscheidend wird sein, dass die Verantwortlichen für die deutsche Bewerbung einen langen Atem haben und sich in Geduld üben. H.D.
Aktuelle Ausgangssituation
Der DOSB hat vier Bewerbungskonzepte von Städten/Regionen gesammelt (München, Hamburg, Berlin, Rhein-Ruhr), aber noch kein Feinkonzept für eine Bewerbung vorgelegt.
Der Prozess läuft noch: Der DOSB betont Ergebnisoffenheit und einen offenen Dialog-Prozess über zwei Jahre.
Es gibt keine offizielle Festlegung auf 2036 als Zieljahr; Alternativen wie 2040 oder 2044 werden ebenfalls diskutiert.
Kritiker bemängeln, dass die vorliegenden Bewerbungskonzepte oft gescheiterte Ideen aus der Vergangenheit recyceln, statt innovativ zu sein.
Damit eine deutsche Olympiabewerbung nicht erneut scheitert, müssen die fundamentalen Fehler der Vergangenheit konsequent vermieden werden. Basierend auf der Analyse der gescheiterten Bewerbungen (München 2013, Hamburg 2015, Rhein-Ruhr 2032) sind folgende Maßnahmen zwingend erforderlich:
1. Verzicht auf Volksabstimmungen als entscheidende Hürde
Zweimaliges Scheitern an Volksentscheiden (München 83,4% Nein, Hamburg 51,6% Nein). Bevölkerung entscheidet an einer aktuellen politischen Situation orientiert, emotional, nicht faktenbasiert
- Entscheidung durch Parlament (Bundestag/Landtage), nicht durch Volksabstimmung – in einem Staat mit 83 Mio. Menschen ist Bürgerentscheid als „Endkontrolle“ ungeeignet.
- Klare finanzielle Absicherung vor Bürgerbeteiligung: Sondervermögen der Bundesregierung für Olympia-Garantiekosten schaffen.
Volksabstimmungen waren die Hauptursache für das zweifache Scheitern. Ein drittes Mal führt zum gleichen Ergebnis.
2. Radikale Verbesserung der Kommunikation und öffentlichen Unterstützung
Was bisher fehlt | Was getan werden muss
Nahezu wirkungslose Kommunikationskampagne
- Breite, professionelle Informationskampagne 2 Jahre vor Entscheidung: Vorteile, Kosten, Nachhaltigkeit erklären.
Fehlende Vermittlungsstrukturen in Verbänden/Vereinen.
- Mobilisierung der Sportvereine (27 Mio. Mitgliedschaften) als Multiplikatoren für positive Botschaften.
Negative Kommentare deutscher Funktionäre zum IOC.
- Konstruktive IOC-Kommunikation ohne öffentliche Kritik an IOC-Führung
3. Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz demonstrieren
Kernforderung | Konkrete Umsetzung
- Möglichst wenige Neubauten, maximale Nutzung des Bestands
- Detaillierte Machbarkeitsstudien vor Planung.
- Detaillierte Kostenpläne mit Obergrenzen, keine offenen Garantien.
- Nachhaltigkeitskonzept
- Nutzung von „Olympic Agenda 2020+5“: urbaner, moderner, kostengünstiger (Beispiel Paris 2024)
4. Politische Unterstützung und finanzielle Absicherung
Notwendigkeit | Status
- Parteiübergreifendes Bekenntnis aller großen Parteien.
- Sondervermögen der Bundesregierung für Garantiekosten. (Bisher nicht geschaffen – muss vor Kandidatur erfolgen).
- Ausreichende Finanzmittel für Bewerbungsprozess. Bund, Länder und Kommunen müssen Bewerbungsfinanzierung garantieren.
5. Internationale Beziehungen zum IOC fundamental
verbessern
Problem | Lösung
Verschlechtertes IOC-DOSB-Verhältnis
- Intensive Gespräche mit IOC, deutsche Position in internationalen Sportgremien stärken
Deutsche Funktionäre kommentieren IOC negativ/inkompetent
- Strikte Disziplin: Keine öffentlichen Kritikäußerungen zu IOC-Entscheidungen
- Führungsprobleme („Großmannssucht“, „Inkompetenz“) im DOSB
- Professionelle Bewerbungsteams, nicht DOSB-Funktionäre
6. Einheitlicher deutscher Kandidat statt vier
konkurrierender Konzepte
Aktuelle Situation | Problem | Notwendige Lösung
Vier Bewerber (Berlin, Hamburg, München, Rhein-Ruhr) konkurrieren. Deutsche Selbstspaltung vor internationalem Wettbewerb. „Wir treten gegeneinander an“ statt „miteinander“ schwächt deutsche Position im IOC
- Mutige Entscheidung für einen einzigen Kandidaten vor Wahl
7. Gründlichere Vorbereitung und Fehleranalyse
Fehler der Vergangenheit | Korrektion
Bewerbung „mit noch weniger Sorgfalt vorbereitet“
- Systematische Evaluation aller gescheiterten Bewerbungen vor neuer Kandidatur
Keine sorgfältige Analyse des Scheiterns durch DOSB
- Unabhängige Fehleranalyse-Kommission einsetzen
„Recyceln“ alter Ideen aus gescheiterten Bewerbungen
- Innovative Konzepte, nicht ein erneutes gescheitertes „Ideen-Repeat“
Zusammenfassung: Die 7 Eckpfeiler für Erfolg
Maßnahme | Priorität
| 1 | Volksabstimmung abschaffen – Parlament entscheidet. Höchstpriorität
| 2 | Sondervermögen sicherstellen – bevor Bürger beteiligt werden.
Höchstpriorität
| 3 | Professionelle Kommunikationskampagne (2 Jahre). Hoch
| 4 | Einheitlicher Kandidat (nicht vier konkurrierende). Hoch
| 5 | 100% Bestandsnutzung – kein Neubau. Hoch
| 6 | IOC-Beziehungen reparieren – keine öffentliche Kritik. Hoch
| 7 | Gründliche Fehleranalyse vor neuer Bewerbung. Mittel
Fazit: Ohne diese Änderungen ist das Scheitern absehbar – genau wie Kritiker 2021 vorhersagten: „Das Scheitern dieser Bewerbung ist bereits absehbar, da sie noch weniger sorgfältig vorbereitet wurde“. Mit konsequenter Umsetzung könnten Deutschland seine Chancen jedoch deutlich verbessern und sowohl Bevölkerung als auch internationales Vertrauen gewinnen.
Letzte Bearbeitung: 8. 4. 2026
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