Aufruf zum Boykott der MAGA-Welt von Donald Trump durch die westlichen Demokratien und zum Boykott der FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft

Helmut Digel

Ein alleiniger Boykott der Fußball WM 2026 ist sinnlos und würde mehr Schaden als Nutzen hervorrufen

Dass in diesen Tagen einmal mehr Politiker des Europäischen Parlaments und des Deutschen Bundestages versuchen, den Sport zu einem Boykott einer sportlichen Großveranstaltung zu nötigen, ist in jeder Hinsicht ein Skandal. Der Aufruf von Politikern der EU und des Deutschen Bundestages zeichnet sich nicht nur durch historische und politische Inkompetenz aus. Er ist einmal mehr ein unerträglicher Ausdruck politischer Arroganz bei gleichzeitiger Unwissenheit.

Die im Grundgesetz garantierte Autonomie und politische Unabhängigkeit und Neutralität des organisierten Sports verbietet jede Fremdbestimmung und Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Sportorganisationen durch die Politik. Es kommt einer Anmaßung und Heuchelei gleich, wenn  Politiker angesichts ihres eigenen Politikversagens Bei der Lösung weltweiter Konflikte sich des Sports und seiner Athletinnen und Athleten bedienen wollen, um von ihrer eigenen Unfähigkeit abzulenken.

Warum ein alleiniger Boykott der Fußballweltmeisterschaft, die in den Ländern USA, Kanada und Mexiko ausgetragen wird, durch die beteiligten Nationalmannschaften, durch die FIFA, durch die Zuschauer und durch die Massenmedien nicht sinnvoll und nicht realistisch ist und auch nicht zu erwarten ist, wurde hinlänglich in den vergangenen Wochen und Monaten diskutiert. Der Autor hat mehrfach in „sport- nachgedacht.de“ seine Ablehnung von einseitigen Boykottinitiativen gegenüber Olympischen Spielen dargelegt. In der „historischen Dokumentation 2“ im selben Magazin kann man noch einmal die guten Gründe nachlesen, die die beiden wichtigsten deutschen Olympier Willi Daume und Thomas Bach bei der Mitgliederversammlung des National Olympischen Komitees für Deutschland im Jahr 1980 gegen einen sportpolitischen Boykott der olympischen Spiele in Moskau dargelegt haben.

Boykottmaßnahmen können sinnvoll sein

Bei der bisherigen Diskussion über den Sinn und Unsinn sportpolitischer Boykotte wurde jedoch missachtet, dass das Phänomen des politischen Boykotts durchaus ein angemessenes Medium und Instrument internationaler Politik sein kann, und es Situationen gibt, in denen es möglicherweise unter sportpolitischen Gesichtspunkten sogar zwingend angebracht ist, ein sportliches Großereignis zu boykottieren. Ebenfalls wird meist vergessen, dass es in der Geschichte des internationalen Sports durchaus erfolgreiche Boykottmaßnahmen gegeben hat, die entscheidende politische Veränderungen bewirkt haben und dass vor allem aus der Sicht von heute die vorhandenen Boykottversuche gegenüber den Olympischen Sommerspielen 1936 in Berlin angemessen und mehr als sinnvoll waren. Ein erfolgreicher Boykott dieser Spiele hätte möglicherweise die internationale Politik gegenüber der Hitler Diktatur entscheidend beeinflussen können. Offensichtlich ist es wohl meist so, dass man erst aus zeitlicher Distanz und im Rückblick entscheiden kann, ob ein Boykott eines Landes, das von einem Diktator, Autokraten oder machtbesessenen Alleinherrscher missbraucht wird, sinnvoll gewesen wäre.

Bei Trump und seiner MAGA- Bewegung – da bin ich mir ziemlich sicher – ist dies jedoch anders. Die zunehmende Zerstörung vorhandener demokratischer Strukturen, die Menschenrechtsverletzungen und der Machtmissbrauch legen einen politischen Boykott sofort und nicht erst morgen nahe.

Sowohl sportpolitische Boykotte als auch allgemeinpolitische Boykotte waren in der Vergangenheit durchaus wirkungsvoll

Der organisierte Sport kann auf verschiedene historische Boykotte verweisen, die vor allem dann erfolgreich gewesen sind, wenn sie sich gegen den Ausschluss isolierter Regime von sportlichen Großveranstaltungen gewendet haben und dabei mit anderen Maßnahmen kombiniert waren (z. B. Wirtschaftssanktionen).

Die Boykottaufrufe afrikanischer Nationen bei mehreren Olympischen Spielen in der Zeit von 1964 bis 1976 gegen die Apartheidpolitik Südafrikas, gegen Rhodesien und gegen Neuseeland sind durchaus als sinnvoll zu bezeichnen und hatten auch entsprechende Erfolge aufzuweisen. Sie führten zur Überwindung der Rassendiskriminierung in Südafrika, wobei es wichtig war, dass sie mit Handelsboykotten kombiniert waren.

Nelson Mandela benannte diese Boykottmaßnahmen als den entscheidenden Schlüssel zum Ende des damaligen Regimes in Südafrika.

Noch wichtiger ist es, dass wir uns an politische Boykottmaßnahmen erinnern, die erfolgreich gewesen sind und bei denen ungerechte Verhältnisse durch den Boykott überwunden wurden und zu einer gerechteren Welt – zumindest in jenem Bereich auf die der Boykott ausgerichtet war – geführt haben. Einige Beispiele sollen hier erwähnt werden:

  • 1980 boykottieren Landarbeiter in Irland den Verwalter Charles Boykott vollständig. Dies führte zu seinem Rückzug und gab dem Begriff seinen Namen.
  • 1955 und 1956 boykottieren Afro-Amerikaner Busse wegen der dort ausgeübten Rassentrennung. Dies führte zur Aufhebung der Segregation in US- Verkehrsmitteln und war ein wichtiger Motivator für die amerikanische Bürgerrechtsbewegung.
  • Der internationale Sport-, Handels- und Früchteboykott zwischen 1960 und 1990 isolierte das Apartheid Regime Südafrikas wirtschaftlich und politisch und trug zum Ende der Apartheid weltweit bei.
  • Der globale Boykott der Nestlé Babynahrung 1970 zwang das Unternehmen zu Änderungen seiner Produkte und hatte den WHO-Schutzkodex zur Folge.
  • Ein Green Peace Embargo und Verbraucherboykott im Jahr 1995 gegen Shell Brent Spar zwang das Unternehmen zu einer Politikänderung und stoppte nach massivem Umsatzverlust und PR – Druck eine Plattform Versenkung.
  • Der europäische Tesla Boykott im vergangenen Jahr führte zu einem Absatz- Rückgang von 80 % in Europa und zum Absturz der Tesla Aktien.

Historische Boykotte in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zeigen, dass Erfolge oft von breiter Beteiligung, Medienaufmerksamkeit und erwartbaren Rufschäden abhängen, während isolierte Aktionen ohne weitreichende wirtschaftliche Schäden und Folgen meistens scheitern.

Ein Apell aus Minneapolis

In diesen Tagen war in der Süddeutschen Zeitung ein „Appell aus Minneapolis“ zu lesen, in dem Erik Schwartz der Leiter der Humphrey School of Public Affairs an der Universität von Minnesota, der früher auch Abteilungsleiter im US- Außenministerium gewesen ist (2009-2011), zum Boykott der Vereinigten Staaten von Amerika durch Europas Regierungen aufrief, und zwar so lange wie der Machtmissbrauch und die Zerstörung der amerikanischen Demokratie durch Trump und seine MAGA-Bewegung anhält. Ein besonderer Anlass für diesen europäischen politischen Boykott sollte seiner Meinung nach die Fußballweltmeisterschaft sein. „Da deren Präsident Gianni Infantino Trump öffentlich umarmt hat, mit ihm im Weißen Haus auftrat und ihm im Dezember den neu geschafften FIFA-Friedenspreis überreicht hat“ wurde somit das Fußballturnier mit der „politischen Marke Trump“ verflochten. Schwarz ergänzt abschließend: „Wenn Sport genutzt werden kann, um Legitimität zu verleihen, kann er auch genutzt werden, um Verantwortung zu verlangen“.

Boykottvorschläge

In derselben Ausgabe dieser Zeitung fordert Hans Well, Texter und Musiker, die deutsche Bevölkerung auf, „die US- amerikanischen Superbonzen zu boykottieren, die die Demokratie an Donald Trump verkaufen“. Seiner Meinung nach sind die Europäer bereit, jene US Marken zu boykottieren, die von „Trumps Milliardär Clique“ repräsentiert werden. „Embargos gegen McDonald’s oder Coke nützen der Gesundheit und Europas Märkten. Europäische Firmen können Microsoft, Amazon oder Facebook ersetzen. Thiels Erfindung PayPal durch Klarna, sein Palantir durch Data Walk. Ecosia tritt an die Stelle von Google, Blue Sky an die des Musk-Portals X, Firefox ersetzt Chrome. Tauscht man ChatGPT gegen LM-Studio geraten Daten nicht mehr an US-Autokraten. Der Chaos Computer Club hilft sicher gern. Auch der Wechsel von Whats-App zu Signal oder von Microsoft zu Linux schafft Unabhängigkeit“. Er plädiert für eine Fußball-WM, die nur in Mexiko und Kanada stattfindet. Womit man auch der Gefahr entgegengetreten würde, dass deutsche Fußballfans Anheuser Busch Bier trinken müssten, was das „das Gesöff der ICE-Banden“ ist.

Ein Boykott gegen Trump und “MAGA USA” (“Make America Great Again”-Bewegung) müsste – so die Meinung der aktuellen Boykottbefürworter in der SZ – gezielt auf politische, auf wirtschaftliche und kulturelle Maßnahmen und Handlungen abzielen, um wirksam zu sein.

Andere Befürworter eines USA Boykotts weisen darauf hin, dass man bei dem dringend erforderlichen Boykott die historischen Erfolgsfaktoren berücksichtigen sollte. Hierzu gehören eine breite Beteiligung und das Anstreben eines gezielten Rufschadens der politischen Institution, gegen die der Boykott gerichtet ist. Empfohlen wird meist – wie von Well – ein Konsumboykott aller MAGA Unternehmen und ein Boykott der Spender, die Trump an die Macht gebracht haben, und fast aller Social- Media- Plattformen. Zu boykottieren wären Firmen wie Home Depot, Walmart, Anheuser Busch, die mit Trumps Politik assoziiert werden, und all jener, die eine Rücknahme von Diversity-, Equity- und Inclusion (DEI)-Initiativen aufgrund Trumps Druck umgesetzt haben. Dies gilt vor allem für die Unternehmen Walmart und Ben & Jerrys. Zu boykottieren ist auch die Plattform „Truth Social“ und der konservative „Think Tank“ der Heritage Foundation mit deren „Projekt 2025“.

Bei dem angestrebten Boykott müssten Kollateralschäden für neutrale US- amerikanische Unternehmen vermieden werden.

Zur Organisation und Mobilisierung des Boykotts müssten Plattformen genutzt werden. Hashtags wie #BoycottMAGA oder #MakeAmericaGoAway, und Apps wie boycottmaga.org stehen als Hilfen bereits bereit.

Durch die Bildung einer breiten Koalition von Verbrauchern, NGOs, Kirchen (z. B. anti-ICE-Kampagnen) und vor allem von internationalen Partnern und politischen Institutionen (EU, BRICS) müsste eine globale Reichweite angestrebt werden.

Alle Boykottmaßnahmen müssten in ihrer Wirkung dokumentiert werden. Die Umsatzverluste der MAGA-Unterstützer müssten öffentlich „getrackt“ werden.

Neben kurzen Schockwellen (z.B. Hafenblockaden oder Abo Boykotte bei Netflix / Uber müsste ein langfristiger Druck aufrechterhalten werden.

Der organisierte Sport unterstützt die allgemeinen Boykottmaßnahmen mit eigenen Boykott-Ideen.

Der organisierte Sport könnte bei einem allgemeinpolitischen Boykott gegen „MAGA USA“ eine symbolische und mobilisierende Rolle spielen, auch wenn sich dabei durch die unübersehbare Abhängigkeit der FIFA und des IOC von der derzeitigen Führung der Vereinigten Staaten von Amerika hohe Risiken anzutreffen sind.

Dennoch könnten durch den organisierten Sport verschiedene symbolische Druckmittel zum Einsatz gebracht werden:

Fanboykotte (Reiseverzicht), Medienabstinenz oder symbolische Aktionen (Armbinden, bei bestimmten, bedeutenden Veranstaltungen demonstratives „Niederknien“) könnten Trumps Politik (z. B. Grönland-Ansprüche, ICE-Maßnahmen) international in ähnlicher Weise anprangern, wie dies bei den Anti-Apartheid-Protesten der Fall war. Die Verbände DFB und UEFA könnten durch die Androhung einer Absage ihrer Teilnahme bei der Fußball-WM den allgemeinen politischen Boykott erheblich verstärken. Doch auch selbst wenn sie sich gegen einen Boykott der WM aussprechen, wie dies aktuell der Fall ist, so könnten sie bei den Spielen der europäischen Nationalmannschaften ihren politischen Protest gegen Menschenrechtsverletzungen in den Vereinigten Staaten zum Ausdruck bringen.

Die Ausweitung der NBA, NFL-Ligen oder Sportveranstaltungen wie „Super Bowls“ als MAGA-Zirkusse müssten von den europäischen Konsumenten und vor allem von den europäischen Medien boykottiert werden, um MAGA-nahe Sponsoren (z. B. Bud Light) zu schwächen. Die europäischen Fußballligen wie z.B. die englische „Premier League“, die deutsche Bundesliga, die italienische „Serie A“, die spanische „La Liga EA Sports“, die französische „Ligue de Football professionell“ und die portugiesische „Primeira Liga“ sollten mit einem Rückzug gegenüber der FIFA drohen, wenn diese nicht auf ihre Tramp Politik verzichtet. Eine Abwahl des FIFA Präsidenten Infantino müsste durch die europäischen FIFA-Mitglieder angestrebt werden.

Die Ideen zu einem Boykott von Trump und seiner MAGA-Welt scheinen nahezu unendlich zu sein, und dennoch haben sie den Charakter einer Utopie angesichts der Situation, in der sich das politische Europa seit Trumps Machtübernahme befindet.

„Wie wird das alles enden mit Donald Trump“?

So lautet die Überschrift eines Essays von Hilmar Klute in der SZ vom 7.8.2026, in dem dieser darauf hinweist, dass wir mit einem Mann morgens aufwachen und abends ins Bett gehen, der wie ein albtraumhafter Fetisch uns vor sich hertreibt und den wir so schnell nicht mehr loswerden. „Wir können den Blick nicht von ihm wenden, weil er sein Zerstörungswerk mit solch einer Unerbittlichkeit fortsetzt, dass man den Gedanken, wo das alles enden wird, viel zu spannend findet… Die reine Unmoral, die offenherzig eingestandene Demokratieverachtung, der Größenwahn, seine Amtsjahre zum glücklichsten Zeitalter für die USA zu erklären (Golden Age!), die großtönende Bereitschaft, Teile der Welt entweder per Deal zu erwerben oder einfach an sich zu reißen, dazu die täglichen Possen, Drohungen und abrupten Kehrtwenden – all dies war bislang in keiner historischen Person in dieser Vollständigkeit repräsentiert. Und schließlich: die gnadenlose Gewalt gegen die eigenen Bürger, deren Tod ihm nicht einmal ein Schulterzucken wert ist“.

  • Ein europäischer NATO-Generalsekretär hinterlässt bei jedem Treffen mit der US- amerikanischen Regierung eine Schleimspur voll devoter Erniedrigung
  • Beim Wirtschaftsgipfel in Davos sind alle wichtigen CEO Europäischer Unternehmen anwesend und werden zu „Bücklingen“ gegenüber einem machtgierigen Narzissten, Egoisten und einem Menschen ohne jegliche Empathie. „Knieschoner“ von Gavin Newsom, dem demokratischen Gouverneur von Kalifornien, gab es in Davos für die, die vor Trump einknicken“ schrieb der Leibniz Preisträger Steffen Martus von der Humboldt Universität.
  • Die amtierende EU-Präsidentin muss sich nach Schottland bemühen, um den selbst ernannten Diktator auf einer Golfanlage während einer Spielpause treffen zu dürfen.
  • Gleich mehrere europäische Staatspräsidenten fliegen nach Mar del Lago, um mithilfe von Kniefällen einen Egomanen zu beeinflussen, der jedoch weiterhin macht, was er will und dessen Vizepräsident am liebsten Europa von der Weltkarte radieren möchte.
  • Ein deutscher Bundeskanzler trifft sich mit Trump im Oval Office und lässt sich in devoter Verbeugung von ihm als sein bester Freund aus Deutschland präsentieren. Während seiner Anwesenheit lässt es diese Kanzler zu, dass Spanien als ein wichtiger und bedeutsamer europäischer Verbündeter Deutschlands faktenwidrig beleidigt und infrage gestellt wird, ohne dass auch nur ein Wort des Widerspruchs vom Kanzler zu hören ist.
  • Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender sind jedem Atemzug des Herren Trump hinterher, um in nahezu jeder Nachrichtensendung von Trump-News zu berichten, die meist keine sind. Gemeinsam mit allen anderen internationalen Medien haben sie Trump zu einem gigantischen Popanz aufgebaut, den man sich in seiner glühendsten Fantasie nicht vorstellen konnte, der nun aber Wirklichkeit geworden ist. Wir alle können dabei nicht aufhören, dabei zuzusehen und ihm zuzuhören.

Dabei wäre das exakte Gegenteil notwendig. Ein Narzisst wie Trump kann nur dadurch bekämpft werden, dass ihm die Bühne seines Narzissmus entzogen wird, dass ihm der Spiegel weggenommen wird, in dem er sich täglich in seiner schmierigen Schönheit bewundern möchte. Ohne eine massenmediale Resonanz würde seine infernalische Hyperaktivität gegen eine Wand laufen und vermutlich schnell an ihr Ende gelangen. Doch dazu müsste eine konsequente Verweigerung eines jeglichen direkten Gesprächs durch die wichtigsten europäischen Politiker mit dem US- Präsidenten gehören. Nicht weniger wichtig wäre ein Verzicht der europäischen Massenmedien, insbesondere der europäischen Fernsehsender auf jegliche Berichterstattung über Trump und seine „Politik“. Nur auf diese Weise können jene Demokraten in den Vereinigten Staaten gestärkt werden, die sich gegen den Untergang ihrer Demokratie wehren.

Warum dieser Aufruf utopisch ist?

Mit Ausnahme eines nicht europäischen Politikers, dem Präsidenten von Kanada, der bei seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos die entscheidenden Hinweise gegeben hat, wie sich Europa gegenüber den USA und gegenüber Trump und seiner MAGA-Bewegung zu verhalten hat, gibt es derzeit keine Anzeichen, dass die gewählten politischen Repräsentanten Europas zu einer Umkehr in ihrer Politik gegenüber Trump bereit sind. Ohne Mehrheitsentscheidungen der wichtigsten Parlamente der Europäischen Union zu Gunsten eines MAGA-Boykotts sind die hier vorgetragenen Überlegungen als utopisch zu bezeichnen.

Nicht weniger trostlos ist es, wenn wir die Situation betrachten, in der sich der europäische Sport befindet. Ein europäischer FIFA-Präsident solidarisiert sich mit einem Autokraten und verleiht ihm einen selbsterfundenen „Friedenspreis“, ohne dass die europäischen Fußball Nationen auch nur annähernd dies zu verhindern versucht haben. Der deutsche Präsident des DFB zeichnet sich durch genau die gleiche devote Haltung gegenüber Infantino aus, wie sie auch in der Politik gegenüber Trump zu beobachten ist, und von einer angemessenen sportpolitischen Position des derzeitigen DOSB-Präsidenten kann erst gar nicht gesprochen werden. Die aktuelle deutsche Sportführung macht mit einer intellektuellen Bescheidenheit und einer politischen Anbiederung auf sich aufmerksam, wie dies bis heute noch nie der Fall gewesen ist. Dass beide eine sozialdemokratische Vergangenheit und Nähe aufweisen, macht es für mich – als jemand, der sein ganzes Leben lang der Sozialdemokratie seine Wählerstimme gegeben hat – noch schlimmer.

Schlussbemerkungen

„Bevor es zu spät ist“, muss dennoch für jeden die Devise lauten, für den die Verantwortung für unsere Demokratie ein politisch bedeutsames Anliegen ist.

Es gab und gibt Situationen, in denen es auch für die Verantwortlichen des Sports und für mündige Athleten und Athletinnen geradezu eine Pflicht sein muss, eine von ihnen selbst geplante sportliche Großveranstaltung zu boykottieren. Angesichts der gefährlichen Politik, die von Trump und seiner MAGA-Welt ausgeht, ist ein Boykott der Fußball-WM gemeinsam mit einem allgemeinen europäischen Boykott eine unvermeidbare Notwendigkeit.

Letzte Bearbeitung: 11.Februar 2026

PS.: Leser, die diesen Aufruf trotz seines utopischen Charakters unterstützen möchten, bitte ich um eine Unterstützungszusage an folgende Adresse: helmut.digel@t-online.de

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