Essay

Deutsche Olympiaberichterstattung Tokyo 2020 – ein Sonderfall?

Man hat es wohl kaum anders erwarten können: Je näher der Tag der Eröffnung der Olympischen Spiele 2020 rückte, desto aggressiver wurde die Berichterstattung über das IOC und dessen Präsidenten. Waren und sind Spanier und Belgier stolz darauf, dass einer ihrer Mitbürger in der jüngeren Vergangenheit zum Präsidenten des IOC gewählt wurde, so wird von den deutschen Massenmedien den deutschen Bürgerinnen und Bürgern vom derzeit amtierenden deutschen Präsidenten des IOC ein Bild übermittelt, das sich eher durch Häme, Ablehnung und mitunter sogar durch Hass auszeichnet.
Nahezu in jedem Kommentar der deutschen Tageszeitungen werden nun aus Anlass der Spiele in Tokio all jene Vorwürfe noch einmal geradezu gebetsmühlenhaft wiederholt, die die Kommentare über das IOC und über Präsident Bach über viele Jahre bereits geprägt haben. Begehrte Interviewpartner sind jene, von denen man weiß, dass man bei ihren Aussagen mit einer scharfen Funktionärskritik rechnen darf. Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen werden Sondersendungen ausgestrahlt, bei denen die Kritik der Tageszeitungen und der Presseagenturen mit Ton und Bild noch verstärkt werden. Weiterlesen

In eigener Sache

Kunst aus unserer Galerie

Essay

Werbung im Sport – ein ethisches Problem?

„Es war einmal“, „vor langer, langer Zeit“, so beginnen Märchen. Für mich kommt es einem Märchen gleich, wenn ich mich daran erinnere, dass ich während meiner gesamten Handballkarriere mit einem Trikot gespielt habe, auf dessen Vorderseite nichts anderes als das Vereinsabzeichen des SV Möhringen zu sehen war und die Rückseite lediglich meine Rückennummer aufwies. Die Vereinsfarben Blau und Weiß und das Vereinslogo waren für meine Mitspieler und für mich eine Selbstverständlichkeit. Die Frage nach der „Werbung am Mann“ und nach der Notwendigkeit eines Werbeverbots oder dessen Aufhebung haben sich für uns nicht gestellt. Mit Ausnahme des Fußballs traten noch bis in die siebziger Jahre sämtliche deutsche Athletinnen und Athleten und die Spielerinnen und Spieler von allen Mannschaftssportarten in den Trikots Ihres Vereins an, der mit Vereinsfarbe und seinem Vereinslogo auf eine lange Tradition verweisen konnte. Weiterlesen

Essay

Stockschießen – das besondere Gemeinschaftserlebnis

Um ehrlich zu sein, ich habe mich wohl in meinem Beruf als Sportwissenschaftler über mehr als 50 Jahre mit der gesamten Vielfalt des Sports auseinandergesetzt, doch von der Sportart „Stockschießen“ hatte ich bis vor wenigen Wochen so gut wie gar keine Ahnung. Ich sah wohl in manchem Dorf im Chiemgau eine Asphaltbahn, die als die geeignete Sportstätte für das Stockschießen gilt. Meist befindet sich neben diesen Bahnen ein Biergarten mit einer Gaststätte, und so habe ich das Stockschießen eher als eine Bereicherung des bayerischen Alpenkolorits betrachtet. Meine bayerischen Mountainbikefreunde aus Marquartstein haben jedoch immer wieder von der Schönheit dieser Sportart geschwärmt und sie haben immer wieder die Einladung an mich herangetragen, dienstagabends auch beim Stockschießen teilzunehmen, um die Schönheit dieser Sportart kennenzulernen. Weiterlesen

Kunst aus unserer Galerie

Essay

Das Gerede von der großen Sportfamilie in nationalen und internationalen Sportorganisationen

Für den Zusammenhalt von Industriegesellschaften hat die Institution der Familie nach wie vor eine herausragende Bedeutung. Gemeint ist damit eine durch Abstammung oder Geschlechtsgemeinschaft in Verbindung stehende Gruppe von Menschen. Zu einer Familie gehörten ursprünglich nur die durch Abstammung blutsverwandten Individuen. Zu Beginn der menschlichen Zivilisation war es vorwiegend die Mutter, die das Haupt der Familie bildete, während der Vater der Familie eher fernblieb, so dass er in manchen Fällen gar nicht als Blutsverwandter seiner Kinder betrachtet wurde. Eine derartige Auffassung der Familienverwandtschaft wird noch heute in einigen Stammeskulturen ausgeübt. Längst ist jedoch das Matriarchat durch das Patriarchat ersetzt worden, und die Institution der monogamen oder polygamen Ehe wurde rechtlich begründet. Stellt man sich die Frage, durch welche besondere Qualität sich diese Art von Familie auszeichnen soll, so geben uns frühere Lexika neben den genannten definitorischen Merkmalen eindeutige Antworten. Weiterlesen

Beitrag zur Sportentwicklung

Sportwissenschaft im interdisziplinären Dialog

1. Vorbemerkungen zum Problem

Die Sportmedizin ist eine wissenschaftliche Disziplin, die sich ihrer wissenschaftlichen Heimat, der Medizin, sicher ist. Das wissenschaftstheoretische und praktische Problem von Integration und Differenzierung, von Allgemeinheit und Spezialistentum, wie es sich für viele Wissenschaftler stellt, ist hinreichend gelöst. Die Medizin kann sich anerkannter Methoden bedienen, sich auf beispielhafte berufsethische Standards berufen und auch Persönlichkeiten aufweisen, deren gesellschaftliche Anerkennung beachtlich ist. Die Sportmedizin als Wissenschaftsdisziplin fühlt sich eigenständig und es erscheint deren Angehörigen meist inakzeptabel, als Teildisziplin der Sportwissenschaft betrachtet zu werden, wie dies in der wissenschaftstheoretischen Diskussion der vergangenen Jahre sehr häufig der Fall war. Weiterlesen

Kunst aus unserer Galerie

In eigener Sache

Kunst aus unserer Galerie

Beitrag zur Sportentwicklung

Wettkampfsport im Verein – eine zentrale Aufgabe?

1. Anliegen

Die Überschrift zu diesem Beitrag ist mit einem Fragezeichen gekennzeichnet. Fragen erzeugen gewöhnlich Spannung. Sie sind Mittel einer auf Spannung ausgerichteten Dramaturgie. Diese Qualität soll den folgenden Ausführungen nicht zukommen. Der in der Überschrift gestellten Frage soll vielmehr ihr rhetorisch-dramatischer Charakter gleich zu Beginn genommen werden, indem im Sinne einer These eine eindeutige Antwort gegeben wird: Weiterlesen

Kunst aus unserer Galerie

Beitrag zur Sportentwicklung

Entwicklungszusammenarbeit im Sport – Fremdes verstehen, voneinander lernen

Dem Sport werden eine Vielzahl bedeutsamer gesellschaftlicher Funk­tionen zugeschrieben. In der Dritten Welt ist dies ebenso der Fall wie in der Ersten. Wer in Indonesien Sport treibt, weiß den Sinn seines Tuns ebenso zu rechtfertigen wie jenes neue Mitglied in einem Sportverein, das sich einer Seniorengruppe angeschlossen hat. Viele dieser Funktionen und Sinnzuweisungen sind wissenschaftlich umstritten, insbesondere dann, wenn empirisch zu beweisen ist, ob der Sport diese Funktionen und den ihm zugewiesenen Sinn tatsächlich auch erfüllen kann. Weiterlesen

Kunst aus unserer Galerie

Kunst aus unserer Galerie