Gastbeitrag

Gastbeitrag

Die Olympischen Sommerspiele 1972, die damals in München stattgefunden haben, sind aus Anlass ihres 50-jährigen Jubiläums, Thema zahlloser massenmedialer Rückblicke. Diese Spiele waren ohne Zweifel ein außergewöhnliches olympisches Ereignis, das in seiner Ästhetik und interkulturellen Qualität wohl bis heute nicht mehr übertroffen wurde. Gleichzeitig ist es jedoch auch das Ereignis, auf das wir alle mit Schrecken zurückblicken müssen. Die Ermordung von elf israelischen Athleten und Trainern durch Terroristen und der Tod eines deutschen Polizisten haben gezeigt, wie verletzlich der Olympismus sein kann. Seitdem sind politische Konflikte und Krisen immer auch Krisen des Olympismus.
Wenn wir uns in diesen Tagen an diese besonderen Olympischen Spiele erinnern, so ist es auch wichtig, dass wir Athletinnen und Athleten zu Wort kommen lassen, die an diesen Spielen teilgenommen haben. Im folgenden Gastbeitrag erinnert sich ein für mich sehr vorbildlicher Olympionike an seinen Olympiasieg in München 1972. Ich würde mich freuen, wenn diesen Erinnerungen weitere Erinnerungen von Beteiligten dieser Spiele folgen würden. Die Einladung zu einem Gastbeitrag sei hiermit ausgesprochen.

H. D.

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Beitrag zur Sportentwicklung

Leichtathletik WM Eugene 2022 – ein internationales und nationales Mahnmal?

Internationales Mahnmal

Für den Präsidenten von World Athletics waren die Weltmeisterschaften von Eugene „The Greatest Show on Earth“. Wer diese Weltmeisterschaft vor Ort gesehen oder mitten in der Nacht im deutschen Fernsehen mitverfolgt hat, muss sich die Frage stellen, warum verantwortliche Sportfunktionäre¹ immer wieder dazu neigen, sich selbst zu belügen. Wäre World Athletics zur Selbstkritik fähig, so müssten die Verantwortlichen eine ganze Reihe von Fragen stellen, deren Antworten vermutlich äußerst schmerzlich sind.

Wie ist es möglich, dass bei der „größten Show der Welt“, die zehn Tage dauerte, lediglich 150.000 zahlende Zuschauer anwesend waren? Bei der gleichen Veranstaltung, für die ich in Stuttgart 1993 mit dem damaligen OK-Präsidenten August Kirsch gemeinsam verantwortlich zeichnete und bei der die Messe Stuttgart mit einem kompetenten Veranstaltungsdirektor Vögele ein nachahmenswertes Marketing- und Promotionskonzept hinterließ, konnte diese Zuschauerzahl bereits nach den ersten beiden Wettkampftagen erreicht werden. Weiterlesen

Essay

Sportsponsoring am Limit?

Nicht nur der Weltwirtschaftskrise ist es zuzuschreiben, dass immer häufiger Unternehmen ihre Marketingaktivitäten auf den Prüfstand stellen und dabei vor allem nach dem Sinn des Sponsorings fragen. Die Wirksamkeit von Sponsoringaktivitäten, die auf den Sport ausgerichtet sind, wird dabei in Frage gestellt. Dabei unterscheidet sich allerdings die Diskussion über das Sportsponsoring im Vergleich zu früheren Zeiten so gut wie nicht. Tauschen sich Experten über das Sportsponsoring aus, so gleicht diese Diskussion meist einem großangelegten Kopierwettbewerb. Lehrbuchwissen wird dabei in plakativer Weise ausgetauscht; Amerikanismen werden dabei etikettenhaft verwendet ohne dass man deren genauen theoretischen und empirischen Hintergrund kennt. Von Originalität kann nur selten die Rede sein und jene die vorgeben, sie hätten sich mit dem Phänomen wissenschaftlich auseinandergesetzt, müssen oft sehr schnell ihren Bankrott erklären, wenn man die dabei verwendeten Theorien und Methoden und ihre Forschungsergebnisse auf den Prüfstand stellt. Eine häufig theorielose Forschung mit einfallslosen Testverfahren hat allenfalls Marketingcharakter. Meist wird diese Art von „Forschung“ auch nur von Agenturen veranstaltet, deren angebliche Forschungsergebnisse vordergründig auf die Interessen der Auftraggeber ausgerichtet werden. Die Auftraggeber haben diesbezüglich freilich schon längst ihre Zweifel und stellen immer häufiger die Frage, welchen Wert solch dubiose „Forschungsergebnisse“ besitzen. Es sind also die Auftraggeber selbst, die die üblichen gestützten und ungestützten „Recall“-Verfahren mit einem Fragezeichen versehen. Die für das Marketing Verantwortlichen sind deshalb vermehrt bemüht, ihre Sponsoringaktivitäten neu einzuordnen und sie von der Last der direkten Überprüfbarkeit zu befreien. Dabei kann das Sponsoring in einer klugen Marketingstrategie durchaus einen relevanten Platz haben, vorausgesetzt man definiert seine Ziele hinreichend genau, ordnet das Sponsoringengagement in die derzeit gültige Marketingstrategie und in das damit verbundene Kommunikationskonzept ein. Ist dies der Fall, so kann ein Sponsoringengagement mit dem Vertrauen und der Akzeptanz des eigenen Unternehmens rechnen und jene, die für den Vertrieb verantwortlich zeichnen, können den Sinn des Sponsorings im Rahmen ihrer Vertriebsstrategie ermessen. Weiterlesen

Essay

Olympische Spiele – ein Weg aus der Krise

Der moderne Olympismus, mit seinen Olympischen Spielen im Zentrum des Ideengebäudes, ist schon seit längerer Zeit in einer schweren Krise. Die Zukunft der Spiele scheint keineswegs gesichert zu sein. Es stellt sich sogar die Frage, ob die Olympische Idee gescheitert ist.
Eine Krise bedeutet jedoch immer auch eine Chance. Wenn erkannt wird, dass die alten Wege nicht mehr weiterführen, so muss man neue Wege suchen. Für den Moraltheologen Jürgen Moltmann, der sich mit der Krise des Olympismus in einer äußerst grundlegenden Weise auseinandergesetzt hat, gibt es dabei die einmalige Chance zur Lösung der gegenwärtigen Krise der Olympischen Spiele, wenn die olympische Idee neu durchdacht, sie besser verstanden und konsequenter vertreten wird als bisher. Will man diese Chance nutzen, so ist zunächst zu klären in welcher Krise die Spiele sich derzeit befinden. Weiterlesen

Essay

Chiemgauer „Dirndldrahn und Schuhplatteln“ – der besondere tanzkulturelle Wettbewerb

Lacrosse, Sambo, Netball oder Sepak Takraw sind Namen für Sportarten, die als „nicht olympische Sportarten“ bezeichnet werden, jedoch längst ihre eigenen Weltmeisterschaften aufzuweisen haben und dabei einen wichtigen Beitrag für eine globale Bewegungs-, Spiel- und Sportkultur erbringen, durch die sich unsere Menschheit auszeichnet. Nicht weniger wichtig für die Kultur der unterschiedlichen Gesellschaften sind die Körper- Wettkampf- und Spielkulturen, die keine globale Reichweite aufweisen, meist eher nur auf lokaler und regionaler Ebene gepflegt und ausgeübt werden. Fast jedes Land und fast jede Gesellschaft weist dabei ihre eigenen Besonderheiten auf. Manche der kulturellen Muster sind dabei oft kaum mehr zu erkennen, befinden sich in einem Niedergang oder sind bereits verloren gegangen. Andere sind noch lebendig und werden sorgfältig gepflegt. Weiterlesen

Essay

Welche Wirkung hat das Sportfernsehen?

Sport im Fernsehen, das ist Unterhaltung für viele, kostengünstige Schleichwerbung für wenige, wichtige Informationsquelle über Ergebnisse und Tabellenplätze für Sportexperten¹, reizvolles Zahlenspielen für Glücksritter und langweiliges Ritual für Desinteressierte. Gewinn oder Verlust, Überleben oder Zukunft, so lauten darüber hinaus die Fragen, die sich für Sportorganisationen, Veranstalter von Sportereignissen, für Athleten, aber auch für die Medien selbst mit dem Sport im Fernsehen stellen können.

Sport im Fernsehen, das kann auch Diktat der Wettkampfzeiten bei Olympischen Spielen durch amerikanische Sendeanstalten, Änderung der Sportregeln zu Gunsten der Fernsehdramaturgie, aber auch weltweite Popularität der Sportstars, Transformation des Sports in eine universelle Kultur über die Grenzen der Nationalstaaten hinweg bedeuten. Der Sport im Fernsehen hat auf diese Weise eine kaum zu unterschätzende Breitenwirkung. Die umfassende Präsentation des Sports im Fernsehen wertet die so ins Bild gesetzten Personen, Ereignisse und Institutionen ganz wesentlich auf, gibt ihnen Macht und Einfluss. Immer offensichtlicher wird dabei, dass das Fernsehen und die Realität des Sports nicht nur in Ausschnitten vermittelt, sondern dass es diese auch selbst gestaltet, verändert und manipuliert, im positiven wie im negativen Sinne. Weiterlesen

Beitrag zur Sportentwicklung

Der DOSB auf neuen Wegen, oder: Wie viele Eckpunkte braucht der deutsche Sport?

Werden neue Regierungen gewählt so werden an diese meist sehr große Erwartungen gerichtet. Dies gilt nicht nur im Bereich der Politik, sondern auch für viele Organisationen des Sports. Es gilt vor allem für das neu gewählte Präsidium des DOSB, dessen Vorgänger ganz offensichtlich mit einigen Herausforderungen konfrontiert war, denen es nicht gewachsen war. Es gab wohl einen omnipräsenten und sehr fleißigen Präsidenten, dessen Kompetenz für das gesellschaftspolitisch bedeutsame Amt zumindest im Nachhinein als unzureichend zu bezeichnen ist.  Weiterlesen

Beitrag zur Sportentwicklung

Skizzen zu einem neuen Leitbild des Olympischen Sports

Pierre de Coubertin, Begründer der modernen Olympischen Spiele, war davon überzeugt, dass das wichtigste Kennzeichen des Olympischen Geistes in Antike wie Moderne dessen „Religionscharakter“ sei. Der olympische Athlet „formt seinen Körper durch Leibesübungen, wie ein Bildhauer eine Statue in Stein meißelt. Der Athlet der Antike ehrte die Götter, der Athlet der Moderne verherrlicht sein Vaterland, seine Rasse, seine Flagge. Ich habe deshalb die Erneuerung des olympischen Geistes von Anfang an mit der Wiederbelebung dieses religiösen Gefühls verbunden, das in der Gegenwart durch den Internationalismus und die Demokratie erweitert und umgeformt wurde, und das dennoch jenes ist, das die jungen Hellenen, die den Triumph durch ihre Muskeln im Sinn hatten, vor die Altäre des Zeus führte“. Die von ihm für geeignet gehaltenen Leibesübungen fand er bei einer Reise nach England, wo er u.a. die Städte Rugby und Eaton besuchte und dort die Fecht – und Ruderclubs kennenlernte: „Ich entdeckte etwas Unerwartetes und Verborgenes, die Pädagogik durch den Sport, ein ganzes System geistiger und sozialer Bildung versteckt im Schulsport“. Diese Entdeckung wurde zur Grundlage seines Lebenswerks, das in der Forderung nach einem universellen Menschenrecht auf Sport seinen Höhepunkt erreichte: „Nichts ist erreicht, wenn es nur eine Minderheit erreicht. Das Vergnügen des Muskelspiels, das so viel Freude, Kraft, Ruhe und Reinheit spenden kann, muss in allen Erscheinungsformen, die es durch den Fortschritt der modernen Industrie erfahren hat, jetzt auch dem einfachsten Menschen offenstehen. Das ist der wahre, der demokratische Geist Olympias, dessen Grundstein wir heute legen“. Weiterlesen

Kunst aus unserer Galerie

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